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Vier Aspekte des US-Krieges


Vier Aspekte des US-Krieges gegen den Irak

Freitagsansprache zu Thema Irak, 11.04.2003 - Imam Khamene'i

1. Khutbah (Ansprache)

Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen

Lob sei Allah, dem Herrn der Welten und Frieden und gepriesen sei Er. Wir bitten Ihn um Hilfe, wir erbitten Vergebung bei Ihm, Vertrauen tun wir auf Ihn und unser Gruß sei über Seinen Freund und unseren Freund und dem besten Seines Volkes, dem Bewahrer Seines Geheimnisses und dem Verkünder seiner Botschaft, unseren Fürsten und Propheten Abi Al-Qasim Al-Mustafa Muhammad und über seine edlen, reinen, an seiner Seite stehenden Familie, die Erleuchter der Erleuchteten, die Unfehlbaren, besonders Baqiyyat-ullah fil arazin (gemeint Imam Mahdi a.s.) und unser Gruß sei über den Imamen der Muslime, den Unterstützern der Entrechteten und den Erleuchtern der Gläubigen. Ich empfehle Ihnen zu der Dienerschaft Allahs mit der Tugend (in Richtung) Allah.

Alle lieben betenden Schwestern und Brüder und ebenfalls mich selbst ermahne ich zur Achtung der Tugend, der Enthaltsamkeit, Beachtung der Aussagen, Verhalten und sogar der Vorstellungen (Phantasien).

Heute, in der ersten Khutbah bespreche ich die wichtige Angelegenheit dieser Tage, die die Angelegenheit Iraks und die (damit zusammenhängende) verworrenen Ereignisse sind, und in der zweiten Khutbah nehme ich mir mehr Zeit für die arabischen Ansprechpartner, für die arabischen Schwestern und Brüder Iraks und die anderen islamischen Staaten und in einem kleinen Teil befasse ich mich mit anderen Empfehlungen. Bevor wir in das Thema einsteigen, dem heute Beachtung der Herzen und Augen zukommt, d.h. die Angelegenheit Iraks - nicht nur im Iran, sondern auf der ganzen Welt -, insbesondere in unserer Region, (möchte ich) eine andere Angelegenheit in kurzer Form erwähnen. Meiner Meinung nach (ist dies) für uns, das Volk Irans, von großer Bedeutung, nämlich die Ermahnung hinsichtlich dessen, was ich am Anfang des Jahres (21/22. März) zu allen Verantwortlichen (des Landes) und allen Bürgern sagte: Die Angelegenheit der allgemeinen Anstrengung im Dienste der Bürger und (damit) das Vorweisen der Effizient des Systems in der Praxis.

Wir reden im Namen des Islams und handeln im Namen des Islams. Wenn ein Fehler oder Schwäche in unserer Handlung gegeben ist, so erleiden nicht nur wir den Schaden, sondern auch der Islam erleidet den Schaden. Der Feind nützt genau diesen sehr feinen Punkt maximal aus. Die Verantwortlichen des Systems und die Fähigen Herren der Islamischen Republik haben, bedingt durch die großen Möglichkeiten dieses Landes - sei es die (außergewöhnlich) seltenen menschliche Möglichkeiten, als auch die besonderen materiellen Möglichkeiten -, die Kraft alle Probleme des Landes auf best möglichste Weise zu lösen und zwar nicht nur die wirtschaftlichen Probleme, sondern auch die moralischen, kulturellen und sozialen Probleme. Die Herrschaften, die an der Arbeitsspitze sind, können alle diese Probleme mit Ernst, Anstrengung, Gleichgesinntheit und mit der Konzentration auf die Hauptangelegenheiten lösen. Diese Arbeiten müssen von den Verantwortlichen des Landes Beachtung finden und unser liebes, informiertes, schlaues und edles Volk muss diese von den Verantwortlichen des Landes in den verschiedenen Bereichen, sei es die Exekutive Gewalt, sei es die Judikative Gewalt, sei es die Legislative Gewalt oder seien es in den verschiedene Organen, die Teil der Regierungsorganisation sind, einfordern. Dies ist eine Pflicht und ich erwähnte dies (bereits), dass die Verantwortlichen des Landes dieses Jahr als Jahr der Konkurrenz in dieser Sache betrachten sollen. Dieser Konkurrenz ist gerecht. Diese Konkurrenz ist in Ordnung und zur Zufriedenheit Gottes. "Wetteifert (konkurriert) im Guten" (Koran, Sure 2, Vers 148).

Die Konkurrenz liegt auch darin, dass jeder der Bereiche die verschiedenen Einheiten im ganzen Land zu dieser Konkurrenz auffordert. Die Judikative Gewalt soll die Gerichte im ganzen Land zu dieser Konkurrenz aufrufen, damit nach einigen Monaten oder einem Jahr eine Bilanz gezogen und Kalkulation erstellt werden kann und man sich anschauen kann, welches der Gerichte des Landes es mehr geschafft hat, die Beschwerden der Bürger zu beantworten, sich deren Leiden angenommen hat, deren Vertrauen gewonnen hat und auf bester Weise es geschafft hat, die Akten zu schließen. Dies soll ein Vorzug werden. Jedes der Ministerien soll die verschiedenen Bereiche im ganzen Land zu solcher Konkurrenz anspornen. Sie sollen auch solchen Vergleich ziehen. Selbst das Regierungskabinett soll zwischen den Ministerien diesen Wettkampf durchführen und sie einladen, damit geklärt wird, welches der über zwanzig Ministerien eine korrektere, genauere und klarere Statistik beim Dienst am Bürger hat und dies soll ein Vorzug sein. Dies sollen sie auch den Bürgern sagen. Die Abgeordneten im Parlament, als Einzelperson oder als Ausschüsse sollen sich anschauen, welcher Plan, welcher Entwurf und welches Gesetz für die Bürger nützlicher ist und die Probleme der Bürger schneller oder leichter löst. Sie sollen dieses vorziehen und sie sollen bei dieser Sache miteinander konkurrieren. Dieses ist eine legitime und korrekte Konkurrenz und wird Gottes Zufriedenheit erhalten. Die Bürger fühlen und begreifen, dass sie versorgt werden. Die verschiedenen Apparate sollen in ihren gemeinsamen Arbeiten ebenfalls solche Konkurrenz besitzen. Die Exekutive, Judikative und Legislative Gewalt sollen hinsichtlich des Kampfes gegen das Verderben, des Kampfes gegen die Korruption und des Kampfes gegen Personen mit bösen Absichten miteinander konkurrieren. Diese ist eine korrekte Konkurrenz. Diese Konkurrenz ist meine Empfehlung.

Die Angelegenheit Iraks ist sehr wichtig. Aber die Bedeutung dieser Sache ist im Hinblick des Fundaments wenn nicht bedeutender, (zumindest) nicht geringer (bedeutend). Folglich ist das mein erstes Thema gewesen.

Nun, das Gesprächsthema des heutigen Tages ist die Angelegenheit Iraks. Ein wichtiges Ereignis fand im Irak statt. Es fand ein militärischen Angriff statt. Ein Komplex an der Spitze ist gestürzt. Es gibt ein Volk mit Wünschen, Zielen, Forderungen und dessen Können und einige der Propagandisten (der Freiheit) haben dieses Volkes umgeben. Wichtige Ereignisse finden statt. Die ganze islamische Welt schaut auf, damit sie die klare Position der islamischen Republik in dieser Angelegenheit erfahren. In diesem einen Monat, in dem der Höhepunkt gegeben war, haben die Verantwortlichen des Landes in den verschiedenen Bereichen Meinungen geäußert und die Meinungen waren richtig. Heute liegt eine Ausnahmesituation vor.

Es ist notwendig, dass ich in dieser Sache ein wenig spreche. Der Irak war in diesem Jahrhundert in schwerwiegende und blutige Ereignisse verwickelt. Nach dem Fall der Osmanischen Regierung, installierten die Briten eine nicht irakische Familie als Monarchenfamilie an der Spitze. In einem Zeitraum von einigen Jahren folgten drei Könige nacheinander an der Spitze. Der Erste verstarb; der Zweite wurde durch ein mysteriöses Ereignis getötet und der Dritte wurde durch die Hand der Bürger zerstückelt. (All) diese setzten die Briten ein. Dann folgten Putschregierungen nacheinander. Ungefähr 10 Jahre - von 37 bis 47 (1958-1968) - kamen und gingen die Putschregierungen. Im Jahre 47 (1968) kam die Ba´ath-Regierung dran, wobei dieser Saddam der zweite Mann war, und der erste Mann hieß Ahmad Hasan Al-Bakr. Dann blieben sie zehn Jahre. Drei Putsch- und Militärregierung folgten. Die erste wurde getötet; die zweite wurde durch ein mysteriöses Ereignis getötet und die dritte wurde abgesetzt.

Seit dem Jahre 47 (1968) bis heute - das sind über 30 Jahren -, in dem die Ba´athisten an der Macht waren, muss als die schwierigste Epoche Iraks gesehen werden, insbesondere in der Zeit der souveräne Herrschaft Saddams. Nun, in dem die Saddam-Herrschaft stürzte, ist nicht klar, wo Saddam ist und die Situation ist sehr mysteriös. Das, was sich im Irak ereignete, ist nicht eine Angelegenheit, sondern in Wirklichkeit sind es vier Angelegenheiten. Die Amerikaner, die Briten und deren Propagandisten versuchen es zusammenzufassen und dies als eine große Angelegenheit zu formen und in der öffentlichen Meinung ein Ja oder Nein zu schaffen. Aber sie bemühen sich umsonst. Es sind vier Angelegenheiten und nicht eine Angelegenheit. Noch gestern oder Vorgestern war es, bei dem eine Botschaft von Bush und Blair an die irakischen Bürger ausgestrahlt wurde. Aber die Bürger Iraks haben keinen Strom gehabt und die Ärmsten konnten sie nicht empfangen! Die Quintessenz der Botschaft war: "Wir sind nach Irak gekommen, um Euch zu befreien". Sie reduzieren die Angelegenheit darauf, dass wir euch befreien und von Saddam retten wollen. (Allein) in diesem einen Satz sind zwei große Abwegigkeiten. Zum einen sagen sie, dass wir gekommen sind euch zu befreien. Das heißt das irakische Volk war unfähig dieser Handlung und verfügte über keine Kraft und Macht; und wir müssen es machen. Dies ist eine sehr große Abwegigkeit. Des weiteren ist die Aussage eine große Lüge, denn für die Befreiung eines Volkes schüttet man nicht Feuer, Bomben und Raketen auf dieses, mit der Begründung, wir wollen die militärische Kasernen vernichten. Man vernichtet nicht derart Städte, Dörfer und Versammlungsorte. Man schafft nicht solche Katastrophen, die ich kurz anmerken werde.

Die Angelegenheit ist nicht die Befreiung des irakischen Volkes. Es sind vier Angelegenheiten, die von einander separiert werden müssen. Eines ist der Sturz Saddams. Es ist eine Störung und Widerspruch zwischen den Interessen Saddams und den Interessen der Herrschaftsklicke der USA entstanden, welcher zur Auseinandersetzung führte. Sie waren stärker und haben Saddam gestürzt. Dies ist eine Angelegenheit. In dieser Angelegenheit haben wir eine klare Position, die ich auch erwähnen werde. Unsere Position ist in jeder der vier Angelegenheiten klar. Trennen wir (nun) die Angelegenheiten, damit die Position des Systems der Islamischen Republik, die aus dem islamischen Gedanken und Kalkül und der Beachtung des Wohls und der Interessen des Landes hervor gekommen ist, erkennbar wird. Also, eines war die Angelegenheit des Saddam-Sturzes. Die zweite Angelegenheit, die im Irak sich ereignete und immer noch ereignet, sind die Grausamkeiten gegenüber dem irakischen Volk. Diese ist etwas anderes als die Angelegenheit des Saddam-Sturzes und ist anders zu bewerten. Unsere Position diesbezüglich wird auch gesagt werden. Die dritte Angelegenheit ist, dass fremde Streitkräfte ein souveränes Land militärisch angegriffen haben und Aggression ausgeübt wurde, mit der verschiedenste Begründungen wie, sie hätten Massenvernichtungswaffen, sie unterstützten den Terrorismus usw. Diese Begründungen kann man überall und immer in den Lautsprechern hinaus schreien. Diese Begründungen sind keine Rechtfertigung für eine militärische Attacke gegenüber einem Land und der Verletzung seiner Grenzen. Auch diesbezüglich werde ich unsere Position erwähnen. Die vierte Angelegenheit ist die künftige Verwaltung Iraks, wofür sie ebenfalls Plan, Programm und unreife Träumereien in ihren Vorstellungen haben. Auch dies ist eine getrennte Angelegenheit. Jede dieser Angelegenheiten hat ein anderes Urteil.

Nun zu der ersten Angelegenheit, welche der Sturz Saddams ist. Die Angelegenheit ist grundsätzlich so, dass Saddam von Anfang an mit den USA keinen Konflikt hinsichtlich der Interessen hatte. Natürlich sind in den Berichten dokumentiert - ich kann es mit Sicherheit nicht behaupten, aber die Behauptungen der Organisation der CIA (besagt) -, dass sie von Anfang an in dem Putsch der Ba´athisten im Irak im Jahre 1347 der Sonnen-Hidschra (1968) eine Rolle gespielt haben. Es kann wahr sein, es kann auch nicht wahr sein. Ich will nicht etwas behaupten, bei dem ich keine Gewissheit habe. Aber außer Zweifel steht, dass danach, insbesondere nach der Entstehen der islamischen Revolution und der Bildung des System der Islamischen Republik, deren Interessen verflochten wurden. Auch davor saßen sie nicht herum. Sie fanden Übereinstimmung mit dem Taghut Irans, Muhammad Reza (Pahlavi). Es war erkennbar, dass deren Interessen nah zueinander standen. Nachdem die Revolution stattfand, koppelten sich die Interessen dieser Beiden zusammen. Saddam hat die Gier auf unser Territorium (und) die USA war gegen die Bildung des Systems der Islamischen Republik und wollte die abhängige Taghut-Herrschaft zurück zubringen. Die Interessen koppelten sich (somit) mit einander. Deshalb als im Jahre 1359 (1980) der aufgezwungene Krieg Iraks gegen den Iran begann und Saddam am ersten Tag genau dieses Teheran von der Luft aus attackierte, haben die Amerikaner nicht ihn (Saddam) einmal in der ersten Stunde bös angeschaut. Sie erhöhten ihre Hilfe an ihn tagtäglich. Dieses sind zweifelsfreie Dinge, d.h. es gibt keinen Raum für Zweifel. Eine Vermutung gibt es, nämlich dass die USA sich vorher schon mit denen arrangiert hatten. Dies kann ich aber nicht behaupten, da ich es nicht weiß. Natürlich gibt es diesbezüglich einige Berichte. In den Reisen, die ich zu der Zeit der Präsidentschaft hatte, sagten einige der Staatsoberhäupter der islamischen Welt, dass er (Saddam) sich vorher mit manchen Stellen arrangiert habe. Wie auch immer sicher sind wir nicht. Dessen, was wir sicher sind ist, dass nach Beginn des Krieges von Seiten der USA die maximale Unterstützung für Saddam stattfand und sie unterstützten Saddam. Selbst die UNO zwangen sie mit verschiedenen ihrer Methoden die Beugung Saddams zu unterstützen. Wir haben acht Jahre diesen Krieg erduldet. Saddam war für die Amerikaner nützlich, weil Saddam im deren Interesse die islamische Revolution acht Jahre mit blutigem inneren Problem, d. h. dem Krieg, beschäftigt hat. Der Krieg bedarf viel Wille, Bindung (der Kräfte) und gedankliche Beanspruchung. Wenn die Revolution in einem Land nicht durch so einen blutigen Krieg geplagt wird, so ergibt sich die Möglichkeit für den Aufbau und große Projekte. Acht Jahre unserer besten Zeit hat Saddam zu Gunsten der USA uns gebunden, da deren Interessen verknüpft wurden.

Als Saddam 1369 (1990) Kuwait angegriffen hat, ist der Widerspruch der Interessen entstanden. Sie sahen, dass die Fernziele dieser Person das Interesse der USA in der Region gefährdet, da die Attacke gegen Kuwait eine Attacke gegen US-Interessen bedeutete. Wenn sie Saddam nicht bändigten, so hätte er morgen Saudi Arabien angegriffen. Er sagte (sich selbst) dies auch in jener Zeit; er sagte (sich selbst): ich nehme Kuwait und gehe weiter bis zu den Emiraten, Bahrain, Katar, soviel es geht gehe ich vor. Dies war Saddams Vorhaben. Nun, hier widersprachen sich deren Interessen. Hier begannen die Drücke der UNO und die Propaganda gegen Saddam. Saddam war keiner, der gegenüber der USA Widerstand leisten konnte und hätte klein bei gegeben. Er hätte sich mit denen arrangiert. Aber die Amerikaner konnten nicht und Saddam war für sie ein Problem. Wenn die Amerikaner sich mit ihm arrangiert hätten, hätten sie ihre Freunde am Persischen Golf verloren. Die Herrscher (am) Persischen Golf waren nicht bereit, dass die USA Saddam erneut wie in der Vergangenheit stärkt, denn sie hatten Angst. Hätten die USA Saddam vollständig unter Druck gesetzt, so hätten die USA ihre Interessen in Irak verloren. Deshalb gab es für die USA ein Konflikt. Der Irak, ein Land mit soviel Öl, soviel Ressourcen und mit einer Bevölkerung von ungefähr 20 Millionen an diesem Ort des Mittleren Ostens war sehr anziehend. Die USA wollten im Irak präsent sein, eine Aktivität zeigen und ausbeuten, aber sie konnten nicht. Denn wenn sie sich mit Saddam arrangiert hätten, lag anderseits ein Problem vor und wenn sie sich nicht arrangiert hätten, gingen diese Interessen verloren. Dieser Gegensatz zwischen USA und Saddam erhöhte sich langsam. So kamen sie zu der Überlegung, irgendwie Saddam zu beseitigen; den Irak für sich zu ebnen. Diese Ereignisse sind die Fortsetzung dessen. Folglich ist die Behauptung der Amerikaner und der Briten, wir haben für die Bürger Iraks Saddam beseitigt, eine komplette, offene und skandalöse Lüge. Diese Aktion war überhaupt nicht für die Bürger Iraks. Sie beseitigten Saddam, weil deren Interessen mit denen Saddams in Konflikt standen, ansonsten unterstützten sie ihn als die Interessen identisch waren, so wie sie es im Krieg taten.

Nun sind sie gekommen und drückten mit der Militärmacht und Saddam ist gegangen. Ist denn nun das iranische Volk glücklich oder nicht? Natürlich ist es glücklich. Das iranische Volk sagt seit 20 Jahren "Tot den Heuchlern und Saddam". Nun hat der Tod Saddam ereilt. Die Freude unsere Bürger ist so wie die Freude der Bürger Iraks. Unsere Position ist genauso wie die Position der irakischen Bürger. Das Volk Iraks ist ebenfalls über die Entmachtung Saddams glücklich. Wir sind auch über den Stürz Saddams glücklich. Saddam ist eine diktatorische, schlechte, unterdrückerische, vertragsuntreue und aufrührerische Person gewesen. Er regierte ein Volk totalitär. Er war sowohl für das irakische Volk ein böses Wesen, als auch für uns (bös) als Nachbar. Dass die Usurpatoren behaupten, die Freude der irakischen Bürgern sei wegen unseres Kommens, gehört zu jenen Aussagen, die sehr zum lachen sind. Die Freude des irakischen Volkes ist wegen dem Sturz Saddams. Einige Tage vorher zeigte eines der europäischen Fernseher eine Szene aus Bagdad, (dabei) fragten sie einen Jugendlichen. Der Jugendliche ballte seine Faust und rief: "Tod dem Saddam, Tod dem Bush". In einem Augenblick hat er den beiden den Tod gewünscht. Allerdings war es nur dieses eine Mal. Die Zensur erlaubte nicht, dass diese Sache wiederholt wird. Ansonsten, wenn man 1000 Leute im Irak fragen würde, würden 900 das gleiche sagen. Die Freude über den Sturz Saddams steht in keinen Zusammenhang mit dem Auftauchen der Usurpatoren, dass sie so zählen. Wenn nun ein paar Leute in Bagdad die Hände gewunken haben, so heißt das absolut nicht, sie seien von den Bürgern empfangen worden. Ich weiße sehr deutlich (Bescheid) aus verschiedenen Quellen, dass die Bürger weder in Basra, wohin die Briten kamen, noch in anderen Städte, wohin die Amerikaner kamen, absolut keine positive Regung zeigten. Wenn sie eine Freude vom Sturz Saddams zeigten, so verblasste diese unter dem Bombardement. In diese paar Wochen haben sie die Bürger fertig gemacht. Folglich waren die Bürger Iraks in dem Kampf zwischen Saddam und den Aggressoren und Usurpatoren neutral. Die iranische Regierung proklamierte auch seine Neutralität. Das ist die Bedeutung der Neutralität. Beide Fronten, sowohl die Front Saddams, als auch die Front der Angreifer waren Unterdrücker. Das irakische Volk stand auf keiner der beiden Seiten. Das iranische Volk und Regierung standen auch auf keiner der (beiden) Seiten. D. h., dass wir nicht die geringste Hilfe an einen der Beiden leisteten. Das bedeutet Neutralität. Wir haben weder Saddam unterstützt, dass er sich schützen kann, noch haben wir die Usurpatoren unterstützt, damit sie schneller siegen. Wir nutzten unsere Möglichkeiten vollkommen aus, damit keine Hilfe geleistet wird. Natürlich wissen diejenigen, die mit den Satteliten überall reinschauen und spionieren, das selbst. Es ist nicht nötig, dass wir dies denen sagen. Aber das Volk Irans sollte wissen, dass in der Zeit die Regierung und die Verantwortlichen des Landes all ihre Anstrengungen geleistet haben, erfolgreich waren sie auch, damit sie verhindern, dass jemand einer der beiden Parteien hilft, und es ist keine Hilfe geleistet worden. Dass die Angreifer einen so schnellen Vormarsch erzielten, war wegen der Neutralität des irakischen Volkes. Wenn das irakische Volk auf Seiten Saddams stünde, so - das wissen auch die Angreifer selbst - hätten sie nicht so schnell vorrücken können. Wenn das Herz eines Volkes mit den Direktoren jenes Landes nicht im Einklang ist, so ist dann die Sachlage so. Das irakische Volk hat von den Direktoren des Landes Prügel bezogen, wurde beleidigt, erniedrigt, (erlebte) widerrechtliche Besitzbesitznahme, Hartherzigkeit und Verletzungen/Schläge; deshalb haben sie diese nicht unterstützt. Deshalb konnten die Feinde jenes Landes, die Angreifer, so schnell vorrücken. Natürlich gibt es in die Sache noch einiges zu sagen. Wir sagten bereits, dass unser Volk bei dieser Sache sehr glücklich ist. Die Regierung und die Verantwortlichen sind ebenfalls glücklich. Natürlich zweifelt das Volk, die Regierung und die Verantwortlichen ein wenig bei dieser Sache, nämlich warum Bagdad nicht wie Basra Widerstand geleistet hat. Das heißt, dass in der ersten Woche des Krieges, der Krieg einen anderen Verlauf (wörtlich: Situation) zeigte. In der ersten Woche war der Krieg ernst und man sprach davon, dass der ernste Krieg erst bevor stehe. Aber danach sind die Angreifer einige Tage stehen geblieben und als sie wieder losmarschierten, wurde kein echter Widerstand geleistet. In Wirklichkeit hat Bagdad innerhalb von zwei, drei Tagen kapituliert und stürzte. Keiner begann einen echten Widerstand, obwohl es in Bagdad selbst - so wie wir informiert wurden - 120´000 Mann Streitmacht gab. Dabei waren bei dem Verteidigungsring, der ca. 100 km um Bagdad aufgestellt wurde und von den Divisionen der Republikanischen Garden geschützt wurden, noch mehr Truppen. Selbst Bagdad, wo 120´000 Mann bewaffnet waren, hat keine zwei, drei Tage Widerstand gegenüber dem Angriff geleistet. Entweder konnten sie nicht oder sie gaben Befehl, dass sie keinen Widerstand leisten sollen. Es ist jetzt nicht klar. Die Zukunft wird diese Ungeklärtheiten klären. Heute können wir das nicht beurteilen. Es ist nicht wichtig, was wir urteilen. Wir müssen uns gedulden und sehen, wie die Zukunft diese Angelegenheit bewerten wird.

Ich möchte an dieser Stelle erinnern an Muhammad Dschahan Ara, dem lieben Märtyrer von Khorram Shahr, und (andere) Märtyrer, die in dem entrechteten Khorram Shahr derart Widerstand geleistet haben. Jene Tage war meine Wenigkeit in Ahwaz und sah die Ereignisse von nah an. Khorram Shahr hat de facto keine Streitmacht gehabt. Nicht nur, dass sie keine 120´000 Mann hatte, sondern sie (Khorram Shahr) besaß nicht einmal 10´000 (oder) 5000 Mann. Einige reparierten nichtfunktionstüchtige Panzer brachte der Märtyrer Aqarib Parast, der ein frommer Offizier der Armee war, von Khosru Abad nach Khorram Shahr und reparierte sie - dies kam später, in dem Ort selbst gab es keine Truppe -. Muhammad Dschahan Ara und andere Jugendliche haben gegen die angreifenden irakischen Truppen - eine ausgerüstete Panzerdivision, mit einer Brigade der Sondertruppen, mit 90 Kanonen, die Tag und Nacht feuerten - 35 Tage Widerstand geleistet. Genauso wie Bagdad mit Raketen beschossen wurde, wurde mit Haubitzen und schwere Kanonen in Khorram Shahr auf die Häuser der Bürger permanent gefeuert, aber unsere Jugendliche leisteten 35 Tage Widerstand. Bagdad hat in drei Tagen kapituliert! Volk Irans! Seid Stolz auf Eure Jugend und Kämpfer. Später (Frühjahr 1982) als sie Khorram Shahr (wieder) erhalten wollten, waren wieder Sepas (Revolutinsgarden), die Armee und Basidsch (Freiwillige) (zahlenmäßig) deutlich weniger als die irakischen Kräfte (und) belagerten Khorram Shahr und machten ca. 15´000 irakische Gefangene in ein, zwei Tagen. Unser (uns) aufgezwungener acht jähriger Krieg ist eine verblüffende Lehrgeschichte. Ich verstehe nicht, warum manche in der Präsentation dieser ehrenvollen Epoche so nachlässig sind.

Also in dieser ersten Angelegenheit, die der Sturz Saddams durch die aggressiven Streitkräfte der Amerikaner und Briten war, ist unsere Position zusammenfassend folgendermaßen:

Wir haben keinem der beiden Unterdrücker geholfen. Von dem Sturz Saddams sind wir sehr glücklich und unser Volk ist glücklich. Neutral waren wir auch, genauso wie das irakische Volk neutral war; und glücklich sind wir, so wie das irakische Volk glücklich ist.

Die zweite Angelegenheit sind die Verbrechen, die in dieser Zeit im Irak den Bürgern widerfahren sind. Diese Verbrechen sind nicht etwas, das (in der Geschichte) verloren gehen würde. Schauen Sie! Der Vietnam-Krieg ist nun 27 Jahren her und vieles wurde vergessen. Aber die Verbrechen, die die Amerikaner gegenüber den Bürgern verübt haben, sind nicht vergessen. Wie viele Filme und Geschichten werden erwähnt! Aggression gegenüber den Bürgern bleibt immer im Gedächtnis der Bürger der Welt und dem öffentlichen Gewissen der Welt lebendig. Das größte Recht der Bürger ist das Recht aufs Leben. Diese Herrschaften kommen als Verteidiger der Menschenrechte und nehmen den Bürgern das Recht aufs Leben durch das Bombardement der Städte. Über 1000 Cruise-Raketen, Tausende schwere Bomben und unzählige Artilleriebeschlüsse von verschiedenen Seiten, permanent auf Basra, Nasiriyya, Diwaniya, Halla, Bagdad selbst und andere Städte sind gefeuert worden. Diese Bürger leben in diesen Städten. Wir wissen, was Bombardement heißt. Wir selbst sind bombardiert worden. Wir selbst sind in Teheran, in Dezful und anderen Städten mit Raketen beschossen worden. Handelt es sich denn um einen Scherz, wenn in einer Stadt innerhalb von einer Stunde mehrere Zehn oder hunderte Raketen gefeuert werden? Sie sagen, wir wollten die militärischen Ziele treffen. Wie viele militärische Ziele gibt es denn im Irak, dass sie mit 1000 Cruise-Raketen und tausenden Bomben diese zerstört werden müssen? Diese haben die Bürger vernichtet, einen Zustand der Angst und Schrecken für die Bürger geschaffen, die Kinder der Leute sind verängstigt, die Kinder der Leute getötet und die (Kinder) der Leute ohne Nahrung gemacht. Die Bedeutung davon verstehen diejenigen, die ein Säugling im Hause haben und keine Milch haben; die Mütter, (die) kein Essen haben, kein Wasser haben, um es dem Kind zu geben. Sie verstehen die Bedeutung. Wie viel haben kleine Kinder das Herz der Väter und Mütter mit ihrem Weinen verbluten lassen (wörtlich: voller blut laufen lassen). Wie viele Jugendliche lagen in Krankenhäusern, derer Wunden nicht mehr verschließt, wie viele der Lieben sind den Familien genommen wurden! War denn das etwa wenig? Dann die Entehrung der Bürger und das Eindringen in die Häuser! Diese Szenen schmerzen (wörtlich verbrennen) das Herz des Menschen. Wegen einem unzulässigen Verdacht und Beschuldigung dringen sie im Hause einer Person ein. Vor den Augen der Ehefrau und seiner Kinder überziehen sie einen Mann den Kopf, binden seine Händen und Augen, erniedrigen ihn und bedrohen ihn. Sind denn dieses etwa Kleinigkeiten? Fremde Soldaten binden den arabischen Männern die Hände von Hinten und überstülpen ihre Köpfe mit ihren Überzügen, lassen diese mit dem Rücken und der Vorderseite auf den Boden legen und stehen (dabei) mit Gewehren bei denen. Sind denn diese wenige Katastrophen? Sind diese denn revangierbar? Dies ist auch ein wichtiges Ereignis. Amerikanische Soldaten durchsuchen religiös gekleideten Frauen (sie betatschen sie). Ein amerikanischer Jugendlicher, bei dem man nicht weiß, woher er gekommen ist und wer er ist, soll eine arabische Frau von oben bis unten bedeckt mit Kopfbedeckung, islamischer Kleidung und Aba´ (eine arabische Kleidungsstück) durchsuchen, damit sie keine Bombe hat. Dies sind Menschenrechte und Respekt der Menschen und Respekt der Freiheit der Menschen, von denen diese Lügner sprechen! Mit der Entschuldigung kann es auch nicht ad Acta gelegt werden. Sie schlagen (und) sagen (dann): "Entschuldigung! Wir haben uns vertan". In Afghanistan ist es auch so. Vom Beginn des Krieges an ist in Afghanistan dies mehrfach vorgekommen. Vor einigen Tagen ist dies (wieder) einmal vorgekommen. Sie schlagen zu und vernichten mit Bomben eine Gruppe und dann sagen sie: "Entschuldigung. Wir haben uns vertan". Werden etwa mit "Entschuldigung" und "wir haben uns vertan" die Verbrechen getilgt?

Dies ist die zweite Angelegenheit und wir verurteilen diese Angelegenheit aufs Schärfste. Wir haben Mitgefühl mit dem irakischen Volk. Wir verurteilen den Aggressor und wenn er von Menschenrechten spricht, so betrachten wir ihn als Lügner.

Nun zur dritten Angelegenheit, d.h. die militärische Aggression gegen ein Land mit der Begründung der Existenz von Massenvernichtungswaffen. Dies gehört zu den schlechtesten und skandalösesten Taten. Das globale Gewissen hat diese Handlung verurteilt und als illegal betrachtet. Meine Wenigkeit erinnert sich an die Zeit des Vietnam-Krieges, dass manchmal an manchen Orten gegen die USA demonstriert wurde, aber diese globale Versammlung, die wir heute in dieser Angelegenheit gesehen haben, sahen wir bei der Angelegenheit des Vietnam-Krieges nicht. Diese globale Versammlung gab es bei dem Vietnam-Krieg nicht. Jener Tage wurde behauptet, dass diese Versammlungen und Demonstrationen von der Sowjetunion organisiert wurden. Wer organisiert denn heute? In Indien, in Pakistan, in Indonesien, in Malaysia, in Afrika, in Europa und in den USA selbst versammeln sich die Bürger. Sie gründen Versammlungen mit mehreren Tausend, mehrere Zehntausend und mehrere Hunderttausend Mann und deren Motto ist gleich. Wer organisiert sie denn? Für derer Organisation gibt es kein Zentrum, sondern es handelt sich um ein globales und humanes Gewissen, das diese Handlung verurteilt. Diese Handlung ist verurteilt. Dies ist eine sehr skandalöse Neuerung. Dies ist der Rückkehr zur Epoche der Aggressionskriege und Ländererweiterung der vergangenen Epochen: Gegen ein Land wird eine Begründung gebracht, dann unabhängig davon wie viel die Inspektoren der UNO sagen, "nein, das stimmt nicht", wird geantwortet: "Nein meine Herren! Sie wissen nicht; wir wissen schon, das es ist". Dann greifen sie an. Diese ist eine sehr falsche Handlung. Wir haben es verurteilt und verurteilen es nochmals. Nach unserer Meinung hat die UNO zu wenig getan. Warum hat der Sicherheitsrat den Angriff der Briten und der Amerikaner nicht verurteilt? Warum hat er keine Resolution beschlossen? Sie hätten die Resolution mit Veto belegt. Sollen sie doch. Die Quintessenz der Resolution des Sicherheitsrates hätte eine Aktion gegen diese sein können. Wieso wurde es nicht gemacht? Wieso wurde die UNO-Vollversammlung nicht abgehalten, um in dieser Versammlung die Handlung zu verurteilen? Der UN-Generalsekretär hätte in dieser Hinsicht mehr Aktivitäten zeigen können. Es waren an die UNO Erwartungen geknüpft. Natürlich haben wir schon seit Jahren keine Erwartungen mehr an die UNO und sehen die Handlungen und Einflüsse. Trotzdem, in der Welt gab es die Erwartungen. Sehr schwach wurde gehandelt.

Die USA haben mit ihrer Aggression gezeigt, dass sie aufsässig sind. Das Wort aufsässig wurde von dem vorherigen Präsidenten der USA für manche Länder angewandt. Aufsässigkeit bedeutet das, was sie selber getan haben. Aufsässig gegenüber der Menschheit und gegenüber der Stabilität der Länder. Sie haben bewiesen, dass sie (selbst) im wahrsten Sinne des Wortes die Achse des Bösen sind. Sie haben gezeigt, dass sie wahrhaftig der große Satan sind. Jene Bezeichnung, die der ehrenwerte Imam (Khomeini) ihnen gab.

Die Briten haben auch einen großen Fehler begannen. Die Briten sind hinter den USA her gelaufen, damit sie auch von der Beute etwas bekommen. Sie haben einen Fehler gemacht. Die Briten haben in dieser Region, im Iran, im Irak, im Indien und anderswo einen sehr verwünschten und schlechten Ruf, da sie an diesen Stellen soviel Böses und Unterdrückerisches geleistet haben. Ungefähr 30, 40 Jahren war es, in denen ein noch bösartigeres Gesicht aufgetaucht ist. (So) verschwand langsam langsam der schlechte Ruf der Briten. Dieser Herr Blair hat den schlechten Ruf der Briten erneuert und belebt. Es war ein großer Fehler.

Also in der dritten Angelegenheit, die die militärische Aggression beinhaltete, waren wir mit den Bürgern der Welt einer Stimme und verurteilten diese Aktion und verurteilen sie noch einmal. Wir betrachten diese als eine Neuerung der internationalen Beziehungen und als eine Aggression gegenüber einen islamischen Land, als Aggression gegenüber dem Islam, den Muslimen und der Hoheit der islamischen (Welt-)Gemeinschaft.

Die vierte Angelegenheit ist die künftige Herrschaft der USA über den Irak. Sie wollen zusätzlich zu der Aggression, den Verbrechen und Katastrophen, die sie begangen haben, auch noch die Verwaltung Iraks durch einen fremden Herrscher, einen Amerikaner und Milizionär, der entweder ein Zionist ist oder mit den zionistischen Kreise vollständig verbunden ist, übernehmen. Sie wollen ihn an der Spitze eines islamischen und eifrigen arabischen Landes setzen. Sie glauben, dass sie untereinander eine Einteilung (und Konsens) getroffen haben, aber die Zeichen der Differenz zwischen den Briten und den USA ist erkennbar. Basra, die näher an Öl liegt und derer Ölduft stärker ist, wobei die Briten sich an dem Ölduft erfreuen, wurde den Briten zugesprochen und Bagdad, die das Zentrum der Macht ist, wobei die Amerikaner ihre Macht gern zur Schau stellen, ist den Amerikaner zugesprochen. Natürlich haben sie Differenzen miteinander und diese werden noch mehr werden. Das wird den Bürgern klar werden. Aber augenscheinlich sind sie jetzt im Konsens. Dieser ist die Rückkehr zum Beginn des Imperialismus und der purer Rückschritt. Anfänglich war der Imperialismus genauso. Die imperialistischen Regierungen Europas vereinnahmten mit Gewalt irgendwelche Länder in Asien oder Afrika; dann setzten sie einen Militärherrscher von ihrer Seite ein, damit er die gesamte Region in der Hand hat. In Indien, Australien, Kanada, Afrika und vielen (anderen) Ländern taten sie das. Dann sahen sie nach einer Zeit, dass die Einsetzung der fremden Militärherrscher ein Fehler war, (so) änderten sie die Formel. Sie suchten einen Herrscher aus dem Lande selbst aus und installierten ihn, der 100 Prozent denen gegenüber gefügig war. Sie halfen ihm (auch) und gaben ihn Möglichkeiten. Er schaltete das Land frei und problemlos für die Ausbeuter und eröffnete die Tore, damit die Ausbeuter tun konnten, was denen beliebte. Nach einer Epoche sahen sie, dass diese Art auch nicht korrekt sei und sie sich geirrt hätten, weil die Völker gegen diese Herrscher aufbegehren, weil sie abhängig, totalitär und Unterdrucker sind, obwohl er zu den eigenen Leuten und Einheimischer zählt. Nach dieser Methode begannen sie irgendwann mit der Änderung der Methode. Diese Methode ist äußerlich demokratisch mit der kulturellen Herrschaft und Unterwerfung, wobei der Herrscher, der auf derer Seite steht, sie (das Volk) selbst wählen sollen. Im Iran in der Zeit des Taghuts (Pavlavi-Regime) ereignete sich diese Sache. Zuerst installierten die Briten Reza Pahlavi und dann Mohammad Reza; dann sahen sie, dass Probleme aufkommen. (Also) zwangen sie ihn (Mohammad Reza) Ali Amini als Ministerpräsident einzusetzen, damit er sozusagen Reformen durchführt. Er (Mohammad Reza) sah, dass die Fäden ihm entgleiten, so sagte er: "Ich mache selbst die Reformen". Und diese Reformen waren die sechs skandalösen Grundsätze, die zur zeit des Taghuts stattfanden. Dieses sind, die an diesen und verschiedenen Orten der Welt in die Praxis umgesetzten Erfahrungen des Imperialismus. Sie sind nun an den Anfängen des Imperialismus gelangt, d.h. sie nehmen ein Land mit Waffengewalt, dann setzen sie einen Herrscher von sich selbst ein. Es ist eine merkwürdige, rückschrittliche, schamlose und beleidigende Handlung. Dies spricht von der Trunkenheit der Macht und Arroganz, was sie so vehement darbieten. Das Nicht-Erfassen und Nicht-Erkennen der (Zeichen der) Zeit ist ihre nächste Handlung. Diese hat fast die ganze Welt, sogar die Regierungen, verurteilt und sie (allesamt) sagten, dass dieses nicht machbar sei. Unsere Position ist vollständig klar und ich erwähne sie noch einmal. Diese Handlung ist ein Fehler über Fehler. Der Herrscher darf weder Ausländer sein, noch Milizionär, noch Zionist, sondern er muss ein vom irakischen Volk selbst gewählter sein, ohne die Unterstützung der aggressiven Kräfte. Das Volk Iraks will so eine Person. Natürlich rechneten sich die Amerikaner alles bereits zusammen. Sie glauben: "Wir setzen diese Person ein, dann nehmen wir Fäden der Macht in der Hand und wir unterstützen sie dabei und anschließend werden wir die Kultur der Bürger ändern, d.h. wir beschlagnahmen das Bildungswesen". Sie glauben, dass sie das bereits in Afghanistan auch tun. Die Amerikaner haben in eines der asiatischen Länder einige Tonnen Grundschulbücher in persischer und paschtunischer Sprache für Afghanistan gedruckt und in den Grundschulen Afghanistans verteilt, damit während des Unterrichts den afghanischen Kindern das Gesicht der USA nicht schlecht erscheint (verstellt wird) und die Kultur und historische Sichtweise der Afghanen eine andere Form annimmt. Diese Überlegung haben sie auch in ihre Phantasie ebenfalls für den Irak vor. Diese Aktion wird mit Sicherheit nicht in deren gewünschter Form stattfinden. Bei den Lehrern und der Bevölkerung sitzen die Verbrechen und Feindseligkeit der Amerikaner derart tief (in der Erinnerung), dass es sicherlich auf die nächste Generation und Generationen weiter gegeben wird.

Also ist die vierte Angelegenheit nicht mit den vorherigen Angelegenheiten gleich. Das heißt, wenn sie diese Aktion nicht getan hätten, so wäre die Aggression weiterhin gegeben und würde als ein großer Fehler und Sünde bestehen. Wenn sie diese Aggression nicht begannen hätten, so wären die nachfolgenden Aktionen selbst eine Sünde, ein großer Fehler und die Beleidigung des irakischen Volkes. Man wundert sich wirklich, dass diese bereit sind, so viele Frechheit zu zeigen und im Fernseher so deutlich zu sagen, dass das irakische Volk nicht in der Lage sei, selbst einen Herrscher zu bestimmen! Ein Volk mit soviel Erfahrung, mit so einer Geschichte, mit solchen Persönlichkeiten und mit solchen wissenschaftlichen und politischen Persönlichkeiten. Wie kann man bereit sein, derart ohne jede Scham so zu reden und ein Volk der Unfähigkeit zu beschuldigen. Wir betrachten es als die Missachtung der Rechte des irakischen Volkes und verurteilen dies. Wir akzeptieren auf gar keinen Fall eine neue Diktatur für den Irak. Auch das irakische Volk akzeptiert diese Sachlage nicht. Das irakische Volk ist nicht aus einem Saddam-Graben heraus gelangt, damit es in einem Brunnen der amerikanischen Militärdiktatur stolpert. Selbst wenn sie einen Iraker installieren, werden die Bürger sicherlich (ihn) nicht anerkennen. Wie auch immer, wir betrachten diesen Zustand, der jetzt erörtert wird, als eine weitere Aggression gegenüber dem Islam und den Muslimen. "Niemals wird Allah den Ungläubigen einen Weg gegen die Muslime eröffnen" (Koran, Sure 4, Vers 141)

Der militärischer Sieg und der auch noch dazu mit Zweifel und Mysterium, die darin liegen, ist kein endgültiger Sieg. Die Amerikaner haben bei dieser Sache auch Schäden und Niederlagen eingesteckt. Derzeit wissen sie vielleicht nichts davon oder können nicht (wissen), aber in naher Zukunft werden sie die Auswirkungen sehen. Sie haben hauptsächlich vier Niederlagen eingesteckt:

Deren erste Niederlage ist bei dem Motto der Demokratie und der westlichen Freiheit. Jene Liberaldemokratie, die sie derart in der Welt propagieren, dieser Gedanke ist mit dieser Handlung zerschlagen. Sie haben bewiesen, dass die Liberaldemokratie nicht in der Lage ist, ein Volk dort hin zu dirigieren, damit der Mensch im wahrsten Sinne des Wortes an die Freiheit des Menschen glaubt. Jener Gedanke ist bereit die Freiheit, Wahlrecht der Menschen und Leben mit den Füßen zu zertrampeln, wenn seine materiellen Interessen es erfordern. Wenn die Amerikaner die Wahrheit sprechen würden und Verfechter der Demokratie wären, so müssten sie jetzt den Irak verlassen und heraus gehen. Sie wollten doch Saddam von der Macht drängen. Na gut, er ist gestürzt. Was machen sie noch im Irak?! Wenn sie die Wahrheit sprechen und die Demokratie und das Recht der Völker anerkennen, so müssten sie unverzüglich die Milizen aus dem Irak heraus ziehen und sich nicht in die (innere) Angelegenheit Iraks einmischen. Aber es ist klar, dass so etwas nicht passiert.

Die Amerikaner haben auch Ideologisch verloren und deren Motto ist als Lüge aufgedeckt worden. Dies haben die Bürger der Welt verstanden. In den Parolen, die sie von sich gaben, kann erkannt werden, dass sie es verstanden haben. Zehn, fünfzehn der Parolen, die die Bürger in den verschiedenen Demonstrationen aussprachen oder auf den Plakaten standen, hat man für meine Wenigkeit gesammelt, die allesamt zeigen, dass die Bürger der Welt die Wahrheit der Sache genau durchschaut haben. Einige der Parolen sind: "Dieser Krieg ist ein Krieg für das Öl und nicht für die Freiheit und Menschenrechte", "Dieser Krieg ist zur Rettung der bankrotten US-Wirtschaft", "Dieser Krieg ist eine hitlermäßige aggressive Besatzung", "Die Achse des Bösen sind USA, Großbritannien und Israel". Dies haben die Bürger der Welt gerufen und nicht (nur) die Bürger Teherans. Diese sind Parolen, die das iranische Volk mit seiner Weitsicht schon lange vorher gespürt hat. Heute haben die Bürger der Welt dies verstanden und die öffentliche Meinung der Welt wiederholte diese.

Deren zweite Niederlage ist die politische Niederlage. Heute sind die USA politisch in der Welt in der Auflösung. Diesen Formel und die amerikanische Losung, nämlich die Einsetzung eines pensionierten Divisionskommandeurs, hat fast keine Regierung - außer ein paar Personen aus eigener Reihe - nicht anerkannt. Die arabischen, islamischen und europäischen Regierungen haben es abgelehnt.

Die dritte Niederlage der Amerikaner ist der Zusammenbruch ihrer militärischen Größe, da sie vorgetäuscht haben, dass sie in drei bis vier Tagen die irakischen Truppen überrennen werden. Schließlich ist klar geworden, dass sie diese nicht nur in drei, vier Tagen nicht besiegen können, sondern mit mehr als diesen(Tagen) auch nicht die Kraft besitzen, die Oberhand zu gewinnen. Und wenn die irakischen Streitkräfte gekämpft hätten, die Sache noch lange angedauert hätte. Es war auch nicht klar, ob sie bedingt durch die hohe Zahl der Verluste überhaupt einen militärischen Sieg erzielt hätten. Die Iraker kämpften nicht dann, als sie kämpfen mussten. Dies ist eine Frage und Mysterium. So wie gesagt wurde, wir haben dazu keine Beurteilung, aber sie gehört zu den Fragen, derer Antwort in der Zukunft klar werden wird.

Die vierte Niederlage ist die Niederlage derer Zuverlässigkeit der Berichterstattung. Derer Zuverlässigkeit der Berichterstattung in der Welt ist vollständig zusammengebrochen. Die ganze Welt hat verstanden, dass die Amerikaner offen Zensur ausüben und die Journalisten geschlagen haben. Dann sagten sie: "Wir haben uns vertan". Aber keiner hat denen diesen Fehler abgekauft. Zu den Eigenverlusten gehören deren Lügenberichte. In dieser Zeit sagten sie: "Wir haben 80, 90 oder 100 Tote". Alle sollen es wissen, dass das eine Lüge ist. Wir wissen nicht, wie viel Verluste sie haben. Das muss man von den Bediensteten der Kühlhäuser in Kuwait erfragen. Die Bürger der USA werden dies später auch erfahren. Im Vietnam-Krieg sagten sie auch später, dass sie 50´000 Tote hatten, aber während des Krieges sprachen sie ebenfalls solche kleine Zahlen von 10, 20, 100 und 200 Tote.

Am Ende meiner Worte soll ich noch etwas erwähnen: Erstens ist meine Einschätzung, dass in diesem Ereignis, das sich ereignet hat, die Zionisten die größte Rolle bei der Überredung der US-Regierung zu dieser Aktion und bei derer Vorbereitung gespielt haben. Die Zionisten haben den größten Nutzen von der neuen Ordnung im Nahen Osten, wovon Georg Bush spricht und (immer wieder) wiederholt, und sie haben die Voraussetzung dafür geschaffen. Der neue Plan ist die politische und wirtschaftliche Ausbreitung der Zionisten in den arabischen und nichtarabischen Staaten. Wenn sie die Gelegenheit bekommen, sogar die geographische. Aber unmittelbar haben den größten Nutzen diese Zionisten und der bösartige Sharon bei diesem Ereignis gehabt. Diese Tage, in denen die globale Aufmerksamkeit auf den Irak liegt, werden täglich Palästinenser getötet, dem Druck ausgesetzt und es werden dort Tragödien zum weinen geschaffen.

Ich will noch den politischen Aktivisten Iraks etwas sagen: Der Irak hatte viele politische Aktivisten gehabt. Heute, sind die politischen Aktivisten Iraks einer sehr großen und historischen Prüfung ausgesetzt. Sie müssen darauf achten, dass sie keinen strategischen Fehler begehen. Sie sollen nicht durch den Sieg der US-Milizen über Saddam erfreut sein und nicht erschrocken, denn dies schadet ihnen. Die politischen Aktivisten im Irak sollen auf zwei Sachen achten:

Erstens, das Durcheinander, unlogische Rache und Streitereien sind schädlich. Sie müssen sehr darauf achten, dass das Durcheinander nicht zum Schaden der Bürger und der Zukunft Iraks ist und den Usurpatoren einen Grund liefert ihre Anwesenheit zu festigen. Deshalb müssen die unnötige Streiterei und falsche Rache vermieden werden. Dafür sollen sie sich hinsetzen und nachdenken, planen und verhindern. Diese Handlung ist machbar.

Das zweite ist Verweigerung der Unterstützung und Zusammenarbeit mit der fremden Herrschaft. Sie sollen darauf achten, dass dieser Fehler denen nicht widerfährt, da dies in der Geschichte Iraks bleiben wird. Wenn jemand heute den fremden Streitkräften hilft, damit sie ihre Herrschaft ausbauen können, wird dieses für diese Person oder Gruppe als ein Schandfleck in der Geschichte (erhalten) bleiben. Die Bürger Irak verlangen Souveränität, Freiheit und eine Herrschaft, die auf Basis derer religiösen und nationalen Zielsetzungen gründet. Diejenigen, die viele lange Jahre im Namen der Bürger Iraks gesprochen haben, müssen den Bürgern Iraks und diesen Zielsetzungen treu bleiben und diese praktisch zeigen. Geheim zu operieren, mit den ausländischen Mächten paktieren führt zur Abwendung der Bürger denen gegenüber. Beachtet nur die Zufriedenheit Gottes und die der Bürger und sie sollen wissen, dass der militärische Sieg gegenüber Saddam nicht gleichbedeutend ist mit dem politischen und kulturellen Sieg über das irakische Volk! Sie haben gegenüber dem Saddam-Regime einen militärischen Sieg errungen, aber das bedeutet nicht deren Sieg über das irakische Volk hinsichtlich des Politischen und des Kulturellen und es wird (auch in Zukunft) nicht so sein.

Dem erhabenen Gott beschwören wir mit Seinen (entsandten) Vormunde und das Blut der Entrechteten, dass Er das Volk Iraks, das Volk Palästinas und allen entrechteten Völker bei der Begegnung mit den Elementen der Unterdrückung helfen möge; sie zu Zeugen des Sieges im Lichte des Widerstandes und der Religiosität macht. Vom erhabenen Gott erbitten wir, dass Er Seine Gnade und Seine Gaben unserem lieben und großen Volk herab sendet.

Rezitation der Sure Asr (Nachmittag)

Übersetzt von S.M. Hadjizadeh 11. April 2003 / 1382.01.22 Hidschri Schamsi / 9. Safar 1424 Hidschri Qamari

 

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