Im Namen des Erhabenen  
  Interview mit Silvia Cattori
 

Muslim-Markt interviewt Silvia Cattori, Journalistin
10.5.2006

Silvia Cattori (Jahrgang 1942) übt ihren Journalistenberuf seit einigen Jahren in erster Linie in den Cybermedien aus, die, wie sie sagt, noch "ein Raum sind, in dem man die Wahrheit der Fakten noch frei ausdrücken kann". Während einer Studie, deren Thema die Medienwiedergabe des Staatsstreichs gegen Allende in Chile war, erweckte ihr Interesse an der Politik. Auf Reisen von einem Kontinent zum anderen wurde sie mit der vorhandenen tiefen Kluft zwischen der extremen Armut, die in den Ländern des Südens herrscht, und den Grenzen der bilateralen und internationalen Hilfe konfrontiert.

Danach widmete sie sich seit einigen Jahren völlig literarischen Aktivitäten. Als sie im Jahre 2002, anlässlich einer Operation der israelischen Armee mit dem Namen "Menschliche Schutzschilde" erkannte, dass die Medien nur ein blassen Schimmer der Ausschreitungen der israelischen Armee gegen das palästinensische Volk wiedergaben, hat sie sich entschlossen, selbst an Ort und Stelle zu gehen, um die Wahrheit mit eigenen Augen zu sehen. Schockiert von den Gräueltaten, die sie dort entdeckte, widmet sie sich seither der Aufgabe, die Weltöffentlichkeit über den Ernst der Verstöße, die vom israelischen Staat gegen eine schutzlose Bevölkerung begangen werden, aufmerksam zu machen.

Silvia Cattori ist verheiratet, Mutter von 2 Töchtern, sie wohnt in Italien und in der Schweiz.

Das Interview wurde in Französisch geführt und freundlicherweise von Frau Monica Hostettler übersetzt. Das französische Original kann hier eingesehen werden.

Muslim-Markt interview Silvia Cattori, journaliste
10.5.2006

Entretien réalisé en français et traduit en allemand par Monica Hostettler.

Silvia Cattori – (née en 1942), originaire de la partie italienne de la Suisse – exerce depuis quelques années son métier de journaliste essentiellement par le biais des médias électroniques, qui sont, dit-elle « un espace où la vérité des faits peut encore s’exprimer librement». C’est en rédigeant une étude qui portait sur le traitement par les médias du coup d’Etat contre Allende au Chili qu’elle s’est éveillée à la politique.

D’un continent à l’autre, elle s’est ensuite confrontée à l’abîme existant entre l’extrême pauvreté qui régnait dans les pays du sud, et les limites de l’assistance bilatérale et internationale. Elle se consacrait depuis quelques années à des activités littéraires quand, en 2002, lors de l’opération israélienne « Boucliers de protection », consciente que les médias ne donnaient qu’un pâle écho aux exactions des forces militaires israéliennes contre le peuple palestinien, elle a décidé d’aller voir ce qui s’y passait. Choquée par la situation effroyable qu’elle y a découvert, elle se consacre depuis, à attirer l’attention du monde sur la gravité des violations commises par l’Etat d’Israël contre des peuples sans défense.

Silvia Cattori, mariée, mère de deux filles, vit en Italie et en Suisse.

MM: Sehr geehrte Frau Cattori, Sie haben den Putsch gegen Allende miterlebt und die amerikanischen Feldzüge gegen den Vietnam. Die europäischen Länder haben sich den Vereinigten Staaten im Krieg gegen die arabisch-muslimischen Länder angeschlossen. Wie erklären Sie sich, warum es früher große Demonstrationen gegeben hat um die chilenischen und vietnamesischen Völker zu unterstützen, es heute aber so wenig Reaktionen gibt in Bezug auf den Irak und Afghanistan? Sind die Menschen in Europa weniger politisch als in den siebziger Jahren?

S. Cattori: Wie Sie wissen, haben die westlichen Demokratien immer die anti- kommunistische Politik der Vereinigten Staaten begünstigt. Und was die Medien betrifft, waren sie schon immer weitgehend den Machthabern und den offiziellen Geschichtsversionen unterworfen, sie haben schon immer die illegalitimen Kriege, die von den Vereinigten Staaten, insbesondere in Asien, geführt wurden - Kriege, die ganze Länder verwüsteten und bei denen Millionen von Menschen massakriert wurden – derart vorgestellt, als ob sie Freiheit und Demokratie fördern würden. Nach dem blutigen Staatsstreich gegen Allende zum Beispiel, erschien eine Schweizer Tageszeitung mit dem Titel: "Es gibt erneut Seife", was eher eine Methode war, den Mord von Allende und die Einführung der Diktatur zu rechtfertigen, als zu sagen: "Die Unterdrückung der Militärjunta terrorisiert die Chilenen".

Die gleichen Irreführungen sahen wir bezüglich Irak. Die Medien erteilten Persönlichkeiten das Wort, die die Invasion der amerikanisch-britischen Truppen befürworteten, die uns erzählten, dass die Iraker, die sich dem Besatzer widersetzten, "Terroristen" sind und nicht Widerstandskämpfer. Dreiviertel der Weltbevölkerung, die diesen Krieg ablehnt, befragt man nicht nach ihrer Meinung. Desinformation hat es immer gegeben, aber sie wurde von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen. Aber was sich nun verändert hat mit den Machenschaften und den Betrügereien, die der Invasion des Irak vorausgegangen sind, ist, dass die Manipulation vielen deutlich geworden ist.

Ich denke nicht, dass sich die Menschen über das, was sich ereignet, weniger bewusst sind. In den siebziger Jahren gab es eine Dynamik. Die Linke spielte die Rolle alles anzuprangern und betrachtete den Widerstand der Völker gegen den amerikanischen Imperialismus als legitim. Damals gab es die Konfrontation der zwei Blöcke. Was sich seit den neunziger Jahren verändert hat, ist das Ende der Bipolarität. Die UDSSR gewährleistete ein Gleichgewicht hinsichtlich der Hegemonie der Vereinigten Staaten. Aber dieses Gleichgewicht besteht nicht mehr: Es besteht nun die Herrschaft des Unilateralismus und die Unterstützung der anti-arabischen Kriege von den Linken. Die Menschen haben das Vertrauen in die Politik verloren.

Entgegen der Feigheit der Staaten und den Verstößen der Parteien und Vereinen gibt es andererseits glücklicherweise Menschen, die aus eigener Initiative handeln und dorthin gehen, wo Menschen in Gefahr sind; zum Beispiel jene, die den Aufruf des International Solidarity Movement (ISM) gefolgt sind, wie Rachel Corrie und Tom Hurndall (1) . Sie haben uns durch Aufopferung ihres Lebens den Weg gezeigt. ISM ,wurde im Jahre 2000 von Palästinensern gegründet , unabhängig von der palästinensischen Autonomiebehörde und ist weitgehend von den Verantwortlichen dieser assoziativen Bewegungen boykottiert worden, die sich meistens bei der Arbeit vor Ort unfähig gezeigt haben, da sie keine angemessenen Zielsetzungen und Strategien besitzen, oder auch Cindy Sheehan, die in den Vereinigten Staaten Bush herausfordert.

MM: Bei den Wahlen in Italien ist die Frage der Anwesenheit der italienischen Soldaten im Irak praktisch nicht gestellt worden. Die Leiden die dieser Krieg mit sich bringt, scheint nicht die öffentliche Meinung zu empören. Betrachten Europäer nur die Araber als Feinbild, als verachtenswerte Sache?

S. Cattori: Man kann die beunruhigende Verbreitung der anti-arabischen und anti-muslimischen Gefühle im Westen nicht verneinen. Nach dem besiegten Kommunismus ist nun die Islamophobie das Geschäft der in den Medien hochgespielten Intellektuellen, wie Bernard-Henri Lévy, Alexandre Adler, Alain Finkielkraut. Um Israel zu unterstützen, wollen sie uns glaubhaft machen, dass es Inkompatibilität zwischen Islam und Demokratie gäbe, eine Kluft zwischen den Juden und den Christen einerseits und dem Islam andererseits.

Obwohl es wichtig wäre, den "Kampf der Zivilisationen", der ein neuer Betrug ist, zu bekämpfen, scheinen die Linken nicht besonders besorgt darüber zu sein. Denn während man die Araber herabwürdigt und man diejenigen in den Schmutz zieht, die Israel kritisieren, schlägt die Theorie vom "Kampf der Zivilisationen" Wurzeln, einschließlich bei den Linken; einer Linken, die nie akzeptiert hat, dass man die Verantwortung der pro-israelischen Lobby in den Kriegen im Mittleren Osten aufzeigt.

Es ist auch nicht zu leugnen, dass sowohl in den Rängen der Linken als auch der Rechten getötete Palästinenser weniger Rührung hervorbringen als getötete Israelis. Wenn man also in die Richtung von mehr Menschlichkeit gehen will, ist es äußerst dringlich, dass die politischen Entscheidungsträger und die Medien sich dafür einsetzen die anti-arabischen und anti-muslimischen Vorurteile zu bekämpfen, Vorurteile die ebenfalls die Extrem-Linken erreichten, wenn man sich nach den veröffentlichten Artikel richtet, die man gelegentlich auf Web-Seiten der Globalisierungsgegner lesen kann.

MM: Ihr eigentliches Schwerpunktthema ist seit einiger Zeit Palästina. Warum haben Sie sich auf dieses Thema konzentriert?

Cattori: Ich bin 2002 nach Palästina gegangen. Was ich dort erlebt habe, ist reines Entsetzen und bereitet mir seither gewaltige Schmerzen. Ich habe das genaue Gegenteil von dem entdeckt, was man uns im Westen sagt. Ansonsten ist mein Hauptinteresse Literatur. Ich strebe danach wieder auf mehr literarische Schreibweise zurückzukommen, um das Buch zu beenden, das ich begonnen habe.

Im Westen sagt man uns, dass das Problem die Araber, die Palästinenser, die Muslime sind.

Man lenkt uns von den wirklichen Problemen ab. Die Leiden der Kinder berühren mich besonders. Die Kinder in Palästina sind ein herzzerreißender Anblick. Die Eltern, die auch der Grausamkeit der Besatzung unterliegen, sind verzweifelt, sie nicht beschützen zu können. Ich sah wie Soldaten Schüler auf der Strasse brutal behandeln, Handschellen anlegen, sie in Jeeps schmeißen und sie auf perverse Art und Weise in ihren Wohnvierteln provozieren, um sie zur Verzweiflung zu bringen, damit sie Steine werfen und die Soldaten somit einen Grund haben auf sie zu schießen. Kinder werden inhaftiert und erfahren Folter, ohne eine Möglichkeit auf Verteidigung zu haben. Die Kinder entkommen diesem Trauma nicht unversehrt. Diese zerstörten Kinder verinnerlichen sehr früh eine dunkle Vorstellung für ihre Zukunft, besonders in den Flüchtlingslagern. Dort sind die Kinder am meisten gefährdet.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Westjordanlands und des Gazastreifens sind Kinder, dass heißt zwei Millionen Kinder unter Besatzung, die keinen Anspruch auf eine normale Entwicklung haben. Nachdem ihre Väter zerstört, ihre Mütter erniedrigt und die Familien aufgelöst wurden, befasst sich jetzt die israelische Armee mit den Kindern. Ihnen widerfahren die schlimmsten Misshandlungen, sie werden vorbeugend eliminiert bevor sie widerstandsfähig werden. Der Terror ist der wichtigste Teil der israelischen Strategie. Dieses Land verletzt alle Artikel der Erklärung von Genf und verletzt die Rechte des Kindes, die UNO die ihnen Schutz garantieren müsste, unternimmt nichts.

Ich sah die illegalen Siedler, die sagen ihre Heimat sei Palästina "auf der Erde, die Gott ihnen gegeben hat", Soldaten und Soldatinnen, russischer, französischer oder amerikanischer Herkunft, wie sie Frauen und alte Männer an den Checkpoints erniedrigen und brutal behandeln, schwangere Frauen und Patienten daran hindern, sich zum Krankenhaus zu begeben. Ich sah, wie sie die Olivenhaine zerstören, die Besitzer aus ihren Häusern vertrieben, um sie danach zu sprengen.

Ich ignorierte all das. Alles ist so unglaublich! Wie die Tatsache, dass das palästinensische Volk keine festgelegten Gebiete hat und Israel ausgeliefert ist, eingekesselt zwischen Siedlungen und Militärstützpunkten. Es ist eine gewalttätige Präsenz, sehr destabilisierend. Ich ignorierte, dass man zur israelischen Grenzpolizei muss, um nach Palästina einreisen und aus Palästina ausreisen zu können. Ab der Ankunft am Flughafen von Tel-Aviv ist es eine kalte Dusche. Wenn die Grenzpolizei sie verdächtigt, dass sie nach Palästina gehen wollen, werden sie erstmals durchsucht. Sie werden von einer Dienststelle zur anderen geschickt, ihr Gepäck wird mehr als gründlich untersucht, als ob Sie auf "der Terroristenliste" stehen würden. Das Ziel besteht darin, Sie zu destabilisieren, es bleibt einem nichts anderes übrig als zu lügen. Wenn Sie ahnen würden, dass es ihr Projekt ist, nach Jenin oder nach Nablus zu gehen, könnten Sie zurückgewiesen werden. Auch bei der Rückkehr kommt es vor, dass man Ihnen Ihre persönlichen Sachen wegnimmt: Computer, Fotoapparat, Aufnahmegerät; sie versprechen Ihnen, dass sie es am nächsten Tag zuschicken werden, aber wie es bei mir der Fall war, werden Sie Ihre persönlichen Sachen nie wieder sehen; eine reine Erpressung.

Bevor ich nach Palästina ging, ignorierte ich auch, dass die palästinensische Autonomiebehörde nur eine Art Bewirtschaftung ist, ohne Machtbefugnis zum regieren und sie keine Mittel hat, die Bevölkerung zu beschützten. Die Rolle beschränkt sich darauf, die israelische Besatzung zu verwalten und die internationalen Hilfen zu empfangen, wovon die am schlimmsten Betroffenen nie etwas gesehen haben. Ich ignorierte, dass Gaza ein immenses Gefängnis ist, aus dem Palästinenser, die nicht von Israel geschätzt werden, keine Chance haben zu entkommen, weder über den Luftweg oder das Meer noch über Land.

Die israelischen Behörden haben bemerkenswerte Kommunikationstechniken. Sie sind sehr erfolgreich uns die Idee einzuschärfen, dass es sich um einen Streit im Rahmen einer Verhandlung mit den arabischen Partnern handelt, mit denen jede Verhandlung unmöglich ist, während es sich in Wirklichkeit um den Widerstandskampf eines enteigneten Volkes handelt, das einem Apartheidregime unterlegen ist. Tausende von Militärbefehlen verhindern, dass die Palästinenser ein normales Leben führen. Die Ignoranz, die hinsichtlich Israel in der Weltgemeinschaft aufrechterhalten wird, obwohl die Medien täglich über dieses Land berichten, ist unglaublich. Gut gemacht,.. auf die schräge Art und Weise.

Wir haben all ihre gewaltigen Lügen in uns hineingefressen; wie zum Beispiel dass die jüdischen Besatzer "Ananas in der Wüste wachsen ließen". Albernes Geschwätze, das uns daran gehindert hat zu sehen, dass diese Menschen jüdischer Konfession, die aus aller Welt gekommen sind, die Palästinenser aus ihrem Heimatland vertreiben und sie durch Terrorhandlungen dazu gebracht haben zu fliehen. Das ist alles geplant worden, um dreiviertel der christlichen und muslimischen Bevölkerung von Palästina zu vertreiben. Noch schwerwiegender ist die seit 1948 begonnene systematische ethnische Säuberung, die bis heute andauert, sowie die Plünderung von Land und Raub von Wasser. Aber die Weltgemeinschaft schweigt.

Israel, unterstützt von seinen Freunden aus aller Welt, hat erreicht uns glaubhaft zu machen, dass die Araber Juden hassen. Die Palästinenser haben aber nichts gegen Menschen jüdischer Religion. Jene die sie verfolgen sind von jüdischer Konfession, wie kann man von den Palästinensern verlangen sie zu schätzen? Wenn sie sie hassen, hat es nichts mit Religion zu tun, sondern mit Brutalität. Die Israeliten sind in ihrer Mehrheit öffentlich rassistisch; sie betrachten die Araber als Minderwertige. Es genügt nach Israel und nach Palästina zu gehen, um zu verstehen, dass der hebräische Staat nur eine Idee verfolgt: Sie fertig zu machen.

Israel ist der schlimmste Feind des Friedens. Es ist höchste Zeit, dass dieser Staat als Brennpunkt aller Probleme, die wir kennen, vorgestellt wird. Wenn Sie nach Tel Aviv gehen und diese Männer und Frauen sehen, die sich an den Stränden und auf den Terrassen aalen; fühlen Sie Unbehagen. Es sind jene, die im Namen der zionistischen Ideologie, in Uniform, einer nach dem anderen, nach Palästina geschickt werden, um Generationen von Palästinensern brutal zu behandeln und zu massakrieren. Im Irak, in Falluja, in Abu Ghraib setzten die Vereinigten Staaten nur die Brutalität und die Folter in Praxis um, welche die Israelis, wenn sie einmal Uniform tragen, an den Palästinensern seit 1948 verüben. Der Libanon, Syrien, Irak, der Iran, sind im Visier von Israel und auch sie haben gewaltig wegen der israelischen Politik gelitten.

Ein anderes sehr beunruhigendes Thema: die Solidarität. Solidarität, die meistens von Personen mit der Zielsetzung gelenkt wird, es allen recht zu machen, da sie Familie in Israel haben. Die Strategien, die eingesetzt wurden, erlaubten den Palästinensern keineswegs ihre Rechte völlig wiederzuerlangen. Diese Strategien haben aber Israel erlaubt Zeit zu gewinnen und Errungenschaften zu konsolidieren. Man hätte Israel isolieren und boykottieren müssen, aber es wurde eine Pseudo-Neutralität eingeführt: Man stellt somit den Henker und das Opfer auf die gleiche Ebene und fordert von beiden Bemühungen. Somit hat man die Palästinenser, die alles verloren hatten, noch dazu aufgefordert, Konzessionen zu machen.

Es ist Zeit eine Bilanz über diese Führungskräfte zu ziehen, die aus ideologischen oder religiösen Gründen den Zweck, den sie behaupteten zu verteidigen, fehlgeleitet haben. Sie tragen eine Verantwortung im palästinensischen Chaos. Sie haben inhaltsleere Slogans gefördert. Selbst Chomsky ist kritisiert worden, weil er die Bedeutung der pro-israelischen Lobby in den Interventionen der Vereinigten Staaten im Mittleren Osten abgelehnt hat.

Warum ist das Apartheidsystem, das von Israel errichtet wurde, nicht genauso angeklagt worden, wie jenes, das so viel Unheil in Südafrika anrichtete? Warum haben die Verantwortlichen der Solidaritätsbewegungen sich so sehr um die Sicherheit Israels Sorgen gemacht und die Selbstmordattentäter verurteilt, während das israelische Gewaltmaß tausendmal erdrückender war? Man darf nicht mehr Angst haben es laut zu sagen: Das palästinensische Volk, das in den Lagern von Nablus, von Jenin, von Gaza schwer schuftet, ist nicht nur von seinen Behörden verraten worden, die die Abkommen von Oslo unterzeichnet haben, sondern ebenfalls von den Journalisten und politischen Entscheidungsträgern, die auf Grund ihrer strategischen Position die Information kurz halten konnten und die die Palästinenser anspornen mit Israel zusammenzuarbeiten und an den Friedensmaskeraden teilzunehmen. Seit Oslo haben Arafat und Mahmoud Abbas zur Einstellung des bewaffneten Befreiungskampfes aufgerufen, sie hatten kein Projekt mehr für Befreiung und Politik.

Es wäre notwendig gewesen, dass sich die Progressiven außerhalb Palästinas von der palästinensischen Autonomiebehörde distanzieren und das Volk unterstützen, welches von diesen korrumpierten Machthabern fallen gelassen wurde. Aber es war nicht der Fall. Man muss erhoffen, dass sie nicht Hamas boykottieren, die das Volk durch Volksbeschluss gewählt hat.

Die aufrichtigen Leute, die Zeuge all dieser Problemen waren und sich dank Internet dafür eingesetzt haben sie anzuprangern, verlangen heute Rechenschaft. Sogar die Le Monde Diplomatique, die progressive Monatszeitschrift, ist für ihre zweideutigen Stellungnahmen in Frage gestellt worden. Man wirft Dominique Vidal und Alain Gresh vor, die Abkommen von Oslo und von Genf unterstützt zu haben, nichts ist ungerechter, als diese Abkommen, denn sie konnten nur die Palästinenser zur Katastrophe führen. Man hat ihnen ebenfalls vorgeworfen, nie Israel ausdrücklich als Apartheidsystem oder rassistischen Staat bewertet zu haben.

In Frankreich wurde soeben die Bewegung MSRPP gegründet, «Mouvement de Soutien à la Résistance du Peuple Palestinien» (Bewegung für die Unterstützung des Widerstands des palästinensischen Volkes) ,die verschiedene Vereine vereinigt, die sich nicht darauf beschränken über Solidarität zu reden, sondern deutlich hervorheben, dass das palästinensische Volk unter Besatzung steh und folglich sein Widerstand legitim ist und verdient unterstützt zu werden.

MM: Die Personen, die sich gegen Israel einsetzen, haben nicht die politischen Kräfte an ihren Seiten , um sie zu verteidigen. Haben Sie keine Probleme wegen Ihres Engagements?

S.Cattori: Ich habe Bedrohungen erhalten, seltsame E-Mails; man hat mein Privatleben durchsucht. Es ist ziemlich unangenehm dauernd von Leuten mit böswilligen Absichten konsultiert zu werden. Es sind meistens Leiter von Vereinen, wie AFPS (Association France Palestine Solidarité) und UJFP (Union Juive Francaise pour la Paix), die damit beginnen uns wegen "Antisemitismus" anzuklagen oder über die "schlechten Beziehungen" reden, die jene haben, die sich nicht ihren ausweichenden Positionen anschließen; Anklagen, die danach wieder von der Monatszeitschrift des französischen Judentums L’Arche aufgenommen werden, aber auch von der Tageszeitung Libération. Es sind schändliche Verfahrensweisen. Die Zielsetzung besteht darin, alle Widerständler aus der Debatte auszuschließen. Ich bin nicht die Einzige, die denkt, dass dieser Begriff, der Schuldgefühle erweckt, nicht angemessen ist und dass er verbannt werden sollte zugunsten des Wortes, Rassismus, was den Menschen von jüdischer und von nicht jüdischer Konfession Gleichheit bringen würde, und die Missbräuche würden aufhören. Wichtiger als unsere unbedeutenden Probleme ist das Martyrium des palästinensischen Volkes.

Den Begriff “Antisemitismus” auf solche Art und Weise zu benutzen ist eine bewusste Irreführung. Antisemitismus gab es in den dreißiger Jahren. Aber man will weiterhin bei den Menschen Schuldgefühle zu politischen Zwecken erwecken. Während die israelischen Besatzer die ethnische Säuberung verfolgen und ohne Unterbrechung die Palästinenser ermorden, kontrollieren jene die die Idee vom Antisemitismus als echtes Phänomen fördern, die Debatte und stiften somit Verwirrung . Bevor ich die Motivationen dieser immer wieder auftretenden Anklage begriff, glaubte ich, wie wir alle, dass es wirklich "Antisemiten" und "Negationisten" gäbe. Ich habe dann aber verstanden, weil ich selbst eine Geisel davon war, dass man sich des Wortes "Antisemitismus" als Waffe bedient, um uns zum Schweigen zu bringen. Es ist ein schwerwiegendes Wort, denn es ist mit Nazis verbunden. Heute geht es aber um eine ganz andere Sache. Heute ist es Israel, das unterdrückt, und es ist unsere Pflicht auf die Schuldigen hinzuweisen. Es wäre Feigheit, der Angst nachzugeben, die sie versuchen, in uns zu verbreiten. Man muss diese Strategie, die zu den israelischen Kriegsplänen gehören, bekämpfen. Ein Krieg, der schon viele aus der Debatte ausgeschlossen hat und ehrlichen Menschen Schaden bereitet. Alain Ménargues, Vizedirektor von Radio France Internationale, ist wegen Antisemitismus im Jahre 2004 entlassen und von L’Arche in den Schmutz gezogen worden, weil er folgende Wahrheit gesagt hat: Dass Israel ein rassistischer Staat ist.

MM: Was empfehlen Sie Bürgern, die bereit sind sich für den Frieden und die Justiz einzusetzen?

Cattori: Die Menschen, die in Palästina standhaft kämpfen, zeigen uns den Weg. Die Zivilgesellschaft, die von Palästinensern des ISM betreut wird, hat uns Hinweise gegeben. Eine ehrliche Unterstützung müsste die Erwartungen des palästinensischen Volkes erfüllen und nicht der Macht dienen. Die Tragödie der Palästinenser darf nicht die Angelegenheit einer Gruppe oder einer exklusiven Partei sein. Es ist keine Frage von Linken oder Rechten, sondern eine Frage, die die ganze Weltöffentlichkeit betreffen müsste, denn die religiöse oder philosophische Orientierung ist unwichtig.

Ich glaube aufrichtig, dass wir keine Zeit mehr haben uns in unserer Unterstützung zu täuschen. Unsere Analysefehler haben die Palästinenser mit ihrem Leben bezahlt. Man muss schnell reagieren. Der Schaden ist kolossal. Man muss von allen Regierungen der Welt einfordern, dass sie die Palästinenser voll unterstützen und dass sie ohne Zögerung , Israel isolieren und sanktionieren.

Man muss Israel ohne falsche Ausreden anzeigen. Man darf keine Angst haben, sich den Beleidigungen von jenen auszusetzen, die versuchen das zu retten, was für Israel noch zu retten ist und die darauf achten, die Orientierung der Solidaritätsbewegungen zu kontrollieren. Die Absicht der ehrlichen Bürger - die fordern, dass die zu lange vertuschten Wahrheiten triumphieren, besteht nicht darin, eine unparteiische Haltung zwischen zwei Positionen, die nicht dasselbe Gewicht haben, einzunehmen. Man muss wiederholen und nicht verschweigen, dass es sich um eine Situation des Ungleichgewichts handelt: Goliath zermalmt David, und der Schuldige muss für das Übel zahlen, das er ausübt. Man muss jenen verständlich machen, die in den Solidaritätsbewegungen die Debatte gezügelt haben, dass die Zeit vorbei ist, in der sie von den Palästinensern forderten die Attentate zu verurteilen. Die Gewalt der Palästinenser ist legitim: Sie ist nur eine Antwort auf die Brutalität von Israel.

Die Zeit ist vorbei falsche “Antisemiten” zu verfolgen. Israel ist in der Illegalität. Die Zeit ist gekommen, Israel ins Zentrum der Anklagen zu stellen und den Palästinensern, die nur auf die Angriffe von Israel antworten, den Status als Widerstandkämpfer anzuerkennen. Die Zeit ist gekommen, jene daran zu erinnern, die über "das Existenzrecht des israelischen Staates" diskutieren, dass dieser religiöse Staat, der auf einem geraubten Land errichtet wurde, in voller Illegalität existiert. Es sind die Palästinenser, die die Opfer sind. Man muss von Israel die Anerkennung der Rechte der Palästinenser, auf Leben und auf Rückkehr in ihr Land, verlangen.

Jeder Mensch der zu Mitgefühl und zu Liebe fähig ist, müsste alles tun, was in seiner Macht steht, damit sich Israel - auf der ganzen Linie im Unrecht - nicht weiterhin auf den überall verbreiteten Lügen aufbauen kann, wie: "Juden sind Opfer der Brutalität der Araber" oder "Menschen mit jüdischer Konfession, die außerhalb Israels leben "sind in Gefahr". Wohingegen in der Tat, Israel das Land der Palästinenser geplündert hat und somit der Brennpunkt aller Konflikte geworden ist, die die Völker des Mittleren Ostens ausbluten lässt. Es ist Zeit, dass all diese Mythen, mit denen die Freunde Israels die Legende von diesem missbrauchenden Staat aufgebaut haben, angeprangert werden.

Israel hat Unterstützungen in der ganzen Welt. Die Wahrheit in Ländern wie in Frankreich zu verteidigen ist umso schwieriger da die Anzahl der Personen jüdischer Konfession, die an Israel hängen, hoch ist. Also erwarten Sie beleidigt, isoliert und mit Prozessen bedroht zu werden. Man muss keine Angst haben, wenn man die Wahrheit sagt. Lassen Sie sich nicht einschüchtern. Sie sind auf der Seite der Justiz und das ist Ihre Stärke.

Die Menschen, die Gerechtigkeit lieben, müssten sich engagieren, die Wahrung der Rechte des beraubten palästinensischen Volkes zu verteidigen und sich ebenfalls darauf vorbereiten, vonseiten der zahlreichen Pro-Israelis und der angeblichen "Pro-Palästinensern" Hiebe zu erhalten, die alle Instanzen der Welt infiltriert haben, um zu spionieren, zu verdächtigen, und die jene wegen Antisemitismus anklagen, die wirklich wollen, dass alle Wahrheit gesagt wird und verlangen, dass das palästinensische Volk wieder Gerechtigkeit erlangt.

MM: Sehr geehrte Frau Cattori, wir danken für das Interview.

MM: Vous avez été témoin du coup d’Etat contre Allende et de la guerre américaine contre les Vietnamiens. Des pays européens se sont ralliés aux Etats-Unis dans la guerre contre des pays arabo-musulmans. Alors qu’il y a eu autrefois de grandes manifestations en soutien aux peuples chilien et vietnamien, comment expliquez-vous, qu’en ce qui concerne l’Irak et l’Afghanistan, il n’y ait pas plus de réactions ? Les gens sont-ils moins politisés que dans les années 70 ?

S. Cattori: Vous devez savoir que les démocraties occidentales ont toujours été largement favorables à la politique anti-communiste des Etats-Unis. Quant aux médias, largement asservis au pouvoir et aux versions officielles de l’histoire, ils ont toujours présenté les guerres illégales menées par les Etats-Unis en Asie notamment - guerres qui ont dévasté des pays entiers et massacré des millions de gens - comme censées promouvoir la liberté et la démocratie. Après le coup d’Etat sanglant contre Allende, par exemple, un quotidien suisse avait titré: « Il y a de nouveau du savon au Chili», ce qui était une façon de justifier l’assassinat d’Allende et la mise en place de la dictature, plutôt que de dire : « La répression de la junte militaire terrorise les Chiliens».

Nous avons vu les mêmes renversements avec l’Irak. Les médias ont donné la parole à des personnes favorables à l’invasion des troupes américano-britanniques qui vous disaient que les Irakiens qui s’opposaient à l’envahisseur étaient des « terroristes » et non pas des résistants. On n’a pas donné la parole au trois quart des gens qui ont refusé cette guerre. Ceci pour souligner que la désinformation a toujours existé, mais n’était pas perçue du public. Or, ce qui a changé, avec les manœuvres et les impostures qui ont précédé l’invasion de l’Irak, c’est que la manipulation est devenue visible aux yeux de beaucoup.

Je ne pense pas que les gens soient moins conscients de ce qui se passe. Dans les années 70, il y avait une dynamique. La gauche jouait alors son rôle de dénonciation et considérait la résistance des peuples contre l’impérialisme américain comme légitime. Nous étions dans une période d’affrontement des deux blocs. Ce qui a changé depuis les années 90 est la fin de la bipolarité. L’URSS assurait un équilibre face à l’hégémonie des Etats-Unis. Or cet équilibre n’existe plus : c’est le règne de l’unilatéralisme et du ralliement de la gauche aux guerres anti-arabes. Il y a une perte de confiance dans la politique de la part des gens.

Face à la lâcheté des Etats et aux manquements des partis et associations il y a, par chance, des êtres qui agissent de leur propre initiative et prennent sur eux d’aller là où les gens sont en danger. Ce sont, par exemple, des êtres qui ont répondu à l’appel de l’International Solidarity Movement (ISM) et qui, comme Rachel Corrie et Tom Hurndall, ont montré le chemin, au sacrifice de leur vie (1). L’ISM, créé en 2000 par des Palestiniens indépendants de l’Autorité palestinienne, a été largement boycotté par les responsables de ces mouvements associatifs qui, au-dehors, se sont montrés le plus souvent incapables d’avoir des objectifs et des stratégies appropriés. Ou encore des êtres qui, comme Cindy Sheehan, aux Etats-Unis, défient Bush.

MM: Lors des élections en Italie, la question de la présence des soldats italiens en Irak n’a pratiquement pas été posée. Les souffrances que cette guerre génère ne semblent pas soulever l’opinion. Les Européens considèrent-ils les Arabes comme une menace, une chose méprisable?

S. Cattori: Il est indéniable que les sentiments anti-arabes et anti-musulmans se répandent de manière inquiétante en Occident. Le communisme vaincu, l’islamophobie est devenue le fond de commerce des intellectuels médiatisés comme Bernard-Henri Lévy, Alexandre Adler, Alain Finkielkraut ; en soutien à Israël, ils veulent faire croire qu’il y aurait incompatibilité entre l’Islam et la démocratie, qu’il y aurait un fossé entre les juifs et les chrétiens d’un côté, et l’Islam de l’autre.

Alors qu’il est important de combattre cette nouvelle imposture du « choc des civilisations », la gauche, elle, ne semble pas trop s’en soucier. Ainsi, pendant que l’on dénigre les Arabes et que l’on traîne dans la boue ceux qui critiquent Israël, la théorie du « choc des civilisations » prend racine, y compris à gauche. Une gauche qui, je le répète, n’a jamais accepté que l’on dénonce la responsabilité du lobby pro- israélien dans les guerres au Moyen-Orient.

Il est indéniable aussi que, à gauche comme à droite, les tués palestiniens émeuvent moins que les tués israéliens. Donc, si l’on veut aller vers plus d’humanité, il est urgent que les responsables politiques et les médias s’emploient à combattre les préjugés anti-arabes et anti-musulmans. Préjugés qui semblent gagner également l’extrême-gauche, si l’on en juge par des articles que l’on peut lire, parfois, sur certains sites altermondialistes.

MM: Votre sujet prioritaire est la Palestine. Pourquoi vous êtes-vous concentrée sur ce pays ?

S. Cattori: Je suis allée en Palestine en 2002 ; ce à quoi j’ai assisté me terrifie et me fait énormément souffrir depuis. J’ai découvert que c’est tout le contraire de ce que l’on nous dit en Occident. Cela dit, mon centre d’intérêt est la littérature. J’aspire à revenir à une écriture littéraire pour mener à terme l’ouvrage que j’ai commencé.

En Occident, on nous dit que le problème ce sont les Arabes, les Palestiniens, les musulmans. On nous détourne des vrais problèmes. La souffrance des enfants me touche tout particulièrement. Les enfants en Palestine sont un crève cœur. Les parents, soumis eux aussi à la cruauté de l’occupation, sont dans le désespoir de ne pouvoir les mettre à l’abri de la violence. J’ai vu comment les soldats brutalisent les écoliers sur leur chemin, les menottent, les jettent dans des jeeps ; ou de quelle façon perverse ils vont les harceler dans leurs quartiers, pour les inciter à lancer des pierres, les rendre fous, et ensuite tirer sur eux. Des enfants sont emprisonnés, soumis à des tortures sans êtres défendus. De tout cela, qui les traumatise gravement, les enfants ne sortent pas indemnes. Ces enfants, dévastés, intériorisent très tôt une vision très sombre de leur avenir. Surtout dans les camps de réfugiés. C’est là où les enfants sont le plus en danger.

Plus de la moitié de la population de Cisjordanie et de Gaza sont des enfants. Ce qui signifie que deux millions d’enfants sous occupation n’ont pas droit à un développement normal. Après avoir détruit leurs pères, humiliés leur mères, désintégré les familles, l’armée israélienne s’en prend à eux. Il s’agit de leur faire subir les pires sévices, de les éliminer préventivement, avant qu’ils ne deviennent résistants. La terreur est la pièce maîtresse de la stratégie d’Israël. Ce pays viole tous les articles de la déclaration de Genève, viole les Droits de l’Enfance ; et l’ONU qui devrait leur garantir protection, ne fait rien. J’ai vu comment les soldats et les soldates d’origine russe, française ou américaine – des colons illégaux mais qui se disent être chez eux en Palestine, « sur la terre que Dieu leur a donnée » - humilient et brutalisent femmes et vieillards aux check points, empêchent les femmes enceintes et les malades de se rendre à l’hôpital. J’ai vu comment ils détruisent les oliveraies, chassent leurs propriétaires hors de chez eux, font sauter leurs maisons.

J’ignorais tout cela. Tout est tellement incroyable ! Comme le fait que le peuple palestinien n’a plus de territoire bien défini, qu’il est poings liés, à la merci d’Israël, encerclé par des colonies et des bases militaires. C’est une présence très violente, très déstabilisante. J’ignorais qu’il fallait se soumettre à la police des frontières d’Israël, pour pouvoir entrer et sortir de Palestine. Dès l’arrivée à l’aéroport de Tel Aviv c’est la douche froide. S’ils vous soupçonnent de vouloir aller en Palestine ils vous mettent à l’épreuve. Ils vous font passer de bureau en bureau, passent au peigne fin vos bagages, comme si vous étiez sur la liste des «terroristes ». Le but est de vous déstabiliser. Donc il faut mentir, mentir. Car s’ils subodorent que vous avez le projet d’aller à Jenin ou à Naplouse, vous risquez d’être refoulé. Et au retour, il arrive que l’on vous prenne vos effets : ordinateur, appareil de photo, enregistreur ; ils vous promettent qu’ils vous l’enverront le lendemain ; mais comme ce fut mon cas, vous ne reverrez plus vos biens. C’est un véritable racket.

J’ignorais, avant d’aller en Palestine, que l’Autorité palestinienne n’était qu’une sorte de faire valoir, sans aucun pouvoir de gouverner ni aucun moyen de protéger son peuple. Que son rôle se limitait à gérer l’occupation israélienne et à réceptionner la manne internationale. Manne dont les plus démunis n’ont jamais vu la couleur. J’ignorais que Gaza est une grande prison d’où les Palestiniens qui ne sont pas dans les bons papiers d’Israël, n’ont aucune chance d’échapper, ni par le ciel, ni par la mer, ni par la terre.

Les autorités israéliennes ont fait un travail de communication remarquable. Elles ont réussi à nous inculquer l’idée qu’il s’agit d’une dispute dans le cadre d’une négociation avec des partenaires arabes avec qui rien n’est possible. Alors qu’il s’agit de la lutte d’un peuple dépossédé, maintenu sous régime d’apartheid, régi par des milliers d’ordres militaires qui empêchent toute vie normale. L’ignorance dans laquelle le monde est maintenu au sujet d’Israël, est d’autant plus incroyable que les médias nous parlent tous les jours de ce pays. Mais mal, de manière biaisée.

Nous avons gobé tous leurs énormes mensonges ; du genre que les colons juifs ont « fait pousser des ananas dans le désert ». Enormités, qui nous ont empêché de voir que ces gens de confession juive, venus de partout, ont chassé les Palestiniens hors de chez eux, qu’ils les ont fait fuir en les terrorisant. Tout cela avait été programmé pour se débarrasser des trois quartss de la population palestinienne chrétienne et musulmane. Plus grave, l’épuration ethnique commencée en 1948 n’a jamais cessé depuis, ainsi que les vols de la terre et de l’eau. Et le monde se tait.

Israël, aidé par ses amis dans le monde, est arrivé à nous faire croire que les Arabes ont la haine des juifs. Or, les Palestiniens n’ont rien contre les personnes de religion juive. Mais dès lors que ceux qui les persécutent sont de confession juive, comment pourraient-ils les aimer ? Quant ils les haïssent, ce n’est pas à cause de leur religion mais de leur sauvagerie. Les Israéliens sont, en leur majorité, ouvertement racistes ; ils considèrent les Arabes comme inférieurs. Il suffit de mettre les pieds en Israël et en Palestine pour comprendre que l’Etat hébreu ne poursuit qu’une idée : comment en finir avec eux.

Israël est le pire ennemi de la paix. Il est grand temps que cet Etat soit mis au centre de tous les problèmes que nous connaissons. Quand vous allez à Tel Aviv, et que vous regardez ces hommes et ces femmes se prélasser sur les plages et les terrasses, vous êtes pris de malaise. Ce sont eux qui, au nom de l’idéologie sioniste, une fois endossé l’uniforme, chacun à tour de rôle, ont été envoyés en Palestine pour massacrer et martyriser des générations de Palestiniens. En Irak, à Falluja, à Abou Graib, les Etats-Unis n’ont fait que mettre en pratique les mauvais traitements et les tortures que les Israéliens, une fois passée l’uniforme, pratiquent sur les Palestiniens depuis 1948. Le Liban, la Syrie, l’Irak, l’Iran, sont dans la ligne de mire d’Israël et ont, eux aussi, énormément souffert à cause de sa politique.

Autre sujet très préoccupant : la solidarité. Une solidarité orientée le plus souvent par des personnes qui cherchent à ménager la chèvre et le chou, liées par des liens de famille avec Israël. Les stratégies mises en œuvre ne permettaient aucunement aux Palestiniens de recouvrer entièrement leurs droits. Elles ont permis à Israël de gagner du temps et consolider ses acquis. Alors qu’il eût fallu isoler Israël, boycotter Israël, une pseudo-neutralité a été mise en avant : mettant ainsi le bourreau et la victime sur le même plan, demandant à chacun de faire un effort. Ainsi, on a demandé aux Palestiniens, qui avaient tout perdu, de faire encore des concessions.

Le temps est venu de demander des comptes à ces dirigeants qui, pour des raisons idéologiques ou religieuses, ont dévoyé la cause qu’ils prétendaient défendre. Ils portent une responsabilité dans le chaos que connaît la Palestine. Ils ont véhiculé des slogans vides de sens. Chomsky lui-même a été critiqué pour avoir nié l’importance du lobby pro-israélien dans les interventions des Etats-Unis au Moyen-Orient.

Pourquoi le système d’apartheid mis en place par Israël n’a-t-il pas été mis en accusation au même titre que celui qui sévissait en Afrique du Sud ? Pourquoi les responsables des mouvements de solidarité se sont-ils tant préoccupés de la sécurité d’Israël et de condamner les kamikazes, alors que le niveau de violence d’Israël était mille fois plus écrasant ? Il ne faut plus avoir peur de le dire : le peuple palestinien, qui trime dans les camps à Naplouse, à Jenin, à Gaza, a été trahi, non seulement par des autorités qui ont signés les Accords d’Oslo, mais également par ces journalistes et responsables politiques qui se sont servis de leur position stratégique pour brider l’information et inciter les Palestiniens à collaborer avec Israël, à participer à des mascarades de paix. Depuis Oslo, Arafat et Mahmoud Abbas ont appelé à la cessation de la lutte armée et n’avaient plus de projet de libération, plus de politique du tout. Il eût fallu que les progressistes, au-dehors, se distancient de l’Autorité palestinienne et soutiennent le peuple que ce pouvoir corrompu avait abandonné. Ce ne fut pas le cas. Il est à espérer qu’ils ne boycottent pas le Hamas que le peuple a plébiscité.

Les gens sincères qui ont été témoins de tous ces dysfonctionnements et qui, grâce à Internet, se sont employés à les dénoncer, demandent aujourd’hui des comptes. Même le Monde Diplomatique, mensuel progressiste, a été mis en question pour ses positions ambiguës. On reproche à Dominique Vidal et Alain Gresh, d’avoir soutenu - avec les Accords d’Oslo et de Genève - tout ce qu’il y avait de plus injuste, qui ne pouvait que mener les Palestiniens au désastre. Il leur a été également reproché de n’avoir jamais qualifié explicitement Israël de système d’apartheid, ou d’Etat raciste.

Il vient de se créer en France le MSRPP, (Mouvement de Soutien a la Résistance du Peuple Palestinien) qui réunit des associations qui ne se contentent pas de parler de solidarité mais indiquent clairement que le peuple palestinien est sous occupation, et par conséquent sa résistance est légitime et mérite d'être soutenue.

MM: Les personnes qui s’engagent contre Israël n’ont pas les forces politiques à leurs côtés pour les défendre. N'avez-vous pas d'ennuis à cause de votre engagement?

S. Cattori: J’ai reçu des menaces, des mails bizarres ; on est allé fouiller dans ma vie privée. Il est assez désagréable de se savoir constamment approchée par des gens aux intentions malveillantes.

Ce sont le plus souvent des responsables d’associations, comme l’AFPS ou de l’UJFP, qui commencent par accuser « d’antisémitisme » ou d’avoir de « mauvaises fréquentations » ceux qui ne s’alignent pas sur leurs positions biaisées. Accusations reprises ensuite, comme étant avérées, par le mensuel du judaïsme français l’Arche mais aussi par le quotidien Libération. Ce sont des procédés ignobles. Le but est de salir, d’écarter du débat les fortes têtes. Je ne suis pas seule à penser que ce terme culpabilisant n’est pas approprié et qu’il devrait être banni, au profit du mot racisme. Ce qui mettrait les personnes de confessions juive et non juive sur un plan d’égalité. Et surtout ferait cesser les abus. Quoi qu’il arrive, les ennuis que nous pouvons connaître sont chose négligeable, en comparaison du calvaire qu’endurent les Palestiniens.

Il n’en demeure pas moins que se servir de la sorte du terme d’«antisémitisme » est une escroquerie. L’antisémitisme a existé dans les années trente. Mais on veut continuer de culpabiliser les gens à des fins politiques. Ainsi, pendant que les occupants israéliens poursuivent le nettoyage ethnique, assassinent des Palestiniens sans discontinuer, ceux qui véhiculent l’idée que l’antisémitisme est un phénomène réel, contrôlent le débat. Et sèment la confusion. Avant de comprendre l’enjeu qui entoure cette accusation récurrente, j’étais comme tout le monde ; je croyais qu’il y avait réellement des « antisémites », des «négationnistes ». J’ai fini par comprendre, pour en avoir été l’otage, que l’on se sert du mot « antisémitisme » comme d’une arme : pour faire taire. Ce mot pèse très lourd, car il est associé au nazisme. Aujourd’hui c’est une autre histoire. C’est Israël qui opprime et c’est notre devoir de désigner les coupables. Ce serait lâcheté que de céder à la peur qu’ils cherchent à insinuer. Il faut combattre cette stratégie qui fait partie de la guerre menée par Israël. Guerre qui a déjà exclu du débat et fait souffrir trop d’honnêtes gens. Alain Ménargues, vice Directeur de Radio France Internationale, a été accusé d’antisémitisme, licencié en 2004, traîné dans la boue, par l’Arche, pour avoir dit cette vérité : qu’Israël est un Etat raciste.

MM: Que conseillez-vous à des citoyens prêts à s’engager pour la paix et la justice?

S. Cattori: Les gens qui, en Palestine, luttent loyalement nous donnent l’exemple. La société civile encadrée par des Palestiniens de l’ISM nous a donné des pistes. Un soutien honnête devrait répondre aux attentes du peuple palestinien et non servir le pouvoir. La tragédie des Palestiniens ne doit pas être l’affaire d’un groupe ou d’un parti exclusif. Ce n’est pas une question gauche – droite, mais une question qui devrait concerner toute la communauté humaine, peu importe son orientation religieuse ou philosophique.

Je crois sincèrement qu’il n’est plus temps de se tromper de soutien. Nos erreurs d’analyse, les Palestiniens les ont payées en vies. Il faut réagir et vite. Le désastre est colossal. Pour cela, il faut exiger de tous les gouvernements du monde qu’ils soutiennent pleinement la cause des Palestiniens et qu’ils isolent et sanctionnent Israël sans tarder.

Il faut dénoncer Israël sans faux-fuyants. On ne doit pas avoir peur de s’exposer aux insultes de ceux qui cherchent à sauver les meubles pour Israël et à garder la main sur l’orientation des mouvements de solidarité. Le but des honnêtes citoyens - qui veulent que les vérités trop longtemps escamotées triomphent - n’est pas de faire une balance égale entre des choses qui n’ont pas le même poids. Il s’agit de dire et répéter qu’il y a là une situation de déséquilibre : Goliath qui écrase David, et que le coupable doit payer le mal qu’il a fait. Il faut faire comprendre à ceux qui, dans la solidarité, ont bridé le débat, qu’il n’est plus temps d’exiger, comme ils l’ont fait, que les Palestiniens condamnent les attentats. La violence des Palestiniens est légitime : elle n’est qu’une réponse à la violence d’Israël.

Il n’est plus temps de faire la chasse aux faux « antisémites ». Israël est dans l’illégalité. Le temps est venu de mettre Israël au centre des accusations. Et de reconnaître aux Palestiniens qui répondent aux attaques d’Israël, un statut de résistants. Le temps est venu de rappeler à ceux qui parlent du « droit de l’Etat d’Israël à exister », que cet Etat religieux construit sur des terres volées est dans la plus totale illégalité. Ce sont les Palestiniens qui sont les victimes. C’est à Israël qu’il faut demander de reconnaître le droit des Palestiniens à vivre et à revenir sur leur terre.

Toute personne capable de compassion et d’amour devrait faire ce qui est en son pouvoir afin qu’Israël, qui est en tort sur toute la ligne, ne puisse plus continuer de se construire sur des mensonges largement répandus, comme : «les juifs sont victimes de la sauvagerie des Arabes », que les personnes de confessions juives, hors d’Israël « sont en danger ». Alors que, dans les faits, Israël a saccagé la terre des Palestiniens et est devenu le foyer de tous les conflits qui saignent les peuples du Moyen-Orient. Il est temps que tous ces mythes sur lesquels les amis d’Israël ont construit la légende de cet Etat, soient dénoncés.

Israël a des appuis dans le monde entier. Défendre la vérité est d’autant plus difficile dans des pays où, comme en France, le nombre de personnes de confession juive, attachées à Israël, est élevé. Donc, attendez-vous à être insultés, à être isolés, à être menacés de procès. Il ne faut pas avoir peur, du moment que l’on dit la vérité. Ne vous laissez pas intimider. Vous êtes du côté de la justice. Et c’est votre force.

Les gens qui aiment la justice devraient s’engager à défendre le respect des droits du peuple palestinien spolié. Et, également, accepter de s’exposer à recevoir des coups de la part des nombreux pro-israéliens et des soi-disant « pro-palestiniens » qui ont infiltré toutes les instances du monde, pour espionner, soupçonner, accuser d’antisémitisme ceux qui veulent vraiment que toute la vérité soit dite et que justice soit rendue aux Palestiniens.

MM: Chère Madame Cattori, nous vous remercions pour cet entretien.

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