Im Namen des Erhabenen  
  Annemarie Maraschi
 

Gedichte von Annemarie Maraschi

Sammlung 3

Der Gerechtigkeit nicht beizustehen, wär ein Verrat am Frieden!

 Geraubtes Recht zurückerlangen,
das war seit jeher teuer
zur Zeit der Griechen und der Römer
und gleichwohl auch noch heuer.

Wagnis eingehen und riskier'n,
muß, wer erobern will
ein Recht für sich und and're Menschen
und oft verliert er viel.

Das Eigentum, Gesundheit, Ansehen,
ja selbst das Leben in Gefahr
Welch hoher Tribut immer doch
für's Recht zu zahlen war!

 Was heut der Mensch an Freiheiten,
sei's auch beschränkt, genießt,
ob man ihm diese gnadenvoll,
so einfach überließ?

 Ob jener wohl, der Euch entrechtet,
freiwillig Recht erteilt?
Und ob, wer Macht, Profit begehrt,
gerecht zu sein, sich eilt?

Das Recht haben die Freiheitskämpfer
mit ihrem Leid errungen.
Durch Mut ist dieser kleine Vormarsch
des Menschenrechts gelungen.

 Echte Gerechtigkeit, o ja,
an ihr herrscht großer Mangel.
Kein Müßiggänger bringt sie je,
an seine leere Angel.

 Seht! Wieviel Blut musste nicht schon
in die Geschichte fließen,
bis Menschenhelden Menschlichkeit
der Menschheit hinterließen.

 Gerechtigkeit - nicht nur für manche,
Gerechtigkeit uns allen.
Doch diesen Manchen, das steht fest,
will dieses Wort mißfallen.

Das Maß für die Gerechtigkeit,
das wollen die bestimmen,
die ohne Achtung anderer Rechte,
in Macht und Reichtum schwimmen.

Doch die, die da ihr Unrecht trifft,
auch die wird's somit geben.
Sie spüren ja des Rechtes Sinn
und werden Recht erstreben.

 Und der Gerechteste Gerechte,
ihr Gott, ihr Gott hilft ihnen.
Er steht besonders jenen bei,
die innig nur ihm dienen.

Wenn sie mit allen ihren Kräften,
auf ihre Rechte pochen,
so hat er ihnen in der Schrift
Hilfe und Lohn versprochen.
Hat seinen Beistand klar verkündet,
auf daß keiner verzage
und mit Geduld vertrauensvoll
den harten Kampf ertrage.

den unermüdlich Strebenden
verkündet Lohn Er, reichen.
Und schon die Liebe zum Gerechten
läßt Freude sie erreichen.

Der Kampf um Rechte, er enthält,
für jene solche Süße,
daß Leben ohne dieses Streben
ein Totsein für sie hieße.

Wer mag es schon, daß man sein Recht
so einfach nähme fort?
Wer wähnte unzufrieden sich
gäb' man ihm's allerorts?

Wenn jeder einem jeden and'ren
sein Recht auf Rechte gäbe,
es wäre wahrer Frieden, was
die Menschheit dann erlebe.

Solang' jedoch gewisse Leute,
das Recht von Völkern rauben,
wird kaum einer der wachen Menschen
an Friedensaussicht glauben.

Die, die die Menschen, wo es geht,
aus Eigennutz entrechten,
und die, die sie profiterheischend
nach ihrem Wunsch verknechten,

 sie sind es, die in dieser Welt
um Frieden uns betrügen,
sie spielen einen Friedensboten,
verblenden uns mit Lügen.

Doch Liebe zur Gerechtigkeit
ließ nie sich unterdrücken.

Und Menschen gibt es immer wieder,
die sich zum Kampf anschicken.

Denn soll das Banner wahren Friedens
über dem Erdball wallen,
so müssen böse Mächte doch
sich fügen oder fallen.

Ob der, der sich in seiner Macht,
in seinem Reichtum sonnt,
ob, wer das Unrecht selbst verübt,
je zur Besinnung kommt?

Und Du, der Du doch auch den Frieden,
das Recht im innern liebst.
Gott und Entrechtete erwarten,
daß Du's zum Ausdruck bringst

Gedeutet wird's als Zustimmung,
wenn Du Dich zeigst im Schweigen.
Gesellst Du Dich denn damit nicht
zum unlauteren Reigen?

Laß laut und offen Deine Zunge
gegen das Unrecht sprechen!
Entschließ Dich doch, des Schweigens Siegel
für immer aufzubrechen.

Und wer noch nicht die ganze Wahrheit
genügend klar erkennt,
der geh ihr nach, es gibt ja wen,
der sie für allen nennt.

Auch hütet Euch, werdet bewußt!
Man möchte Euch verschaukeln,
und Euch gar Unrechtmäßiges
als reines Recht vorgaukeln.

Ergebt Euch nicht, ängstigt Euch nicht
vor solch geschwächten Mächten.
Die Gottesmacht - sie ist mit denen,
die um das Rechte fechten.

Uns're Kinder

Laß sie gedeihen, 
diese, deine zarten Blüten!
Du bist bestimmt, 
die Reinheit ihrer Herzen zu behüten.

Bist ihre Sonne, 
welche wärmend Licht muss ihnen geben!
Kannst jener Gärtner sein, 
Humanität in ihnen zu beleben!

Lass sie erlernen, 
nach dem Höchsten, Echten, Klaren,
nach Wahrheit und nach Recht zu streben, 
sie zu wahren!

Wären nicht weise, liebevolle Mutterhände,
in Trümmern läg' der Menschheit Hoffnung 
auf die große Wende!

Ich bin Muslim (Kinderlied)

Ich bin ein Muslim, ja und möcht' es immer sein. 
Will jemand Muslim bleiben, will er’s nicht zum Schein!
Ich liebe doch Allah und liebe den Koran! 
Gegen das Gotteswort kann niemals jemand an! 
Ich schätze Mohammad und glaub an's Ewigsein!
Wer richtig Muslim ist, hält sich vom Schlechten rein. 
Ich bin ein Muslim, ja und möcht' es immer sein,
Muslime gibt es viele, ich fühl mich nicht allein! 
Wir halten fest zusammen und rufen, so geeint, 
Allah ist unser Herr! Wir wollen Muslim sein!

 

Such nicht nur im Sterngeschwader

Such nicht nur im Stergeschwader, 
blick hinein in dich!
Näher als die Halsschlagader, 
ist Allah dem "Ich".
 

Such nicht nur im Stergeschwader
machtvoll zeigt Er Sich,
in Dir selbst - bleib nicht im Hader, 
zu der Wahrheit, innerlich.
 

Such nicht nur im Sterngeschwader
geh den Weg durch's "Ich".
Münden wird er in gerader 
Bahn zum Ihm für dich.
 

Such nicht nur im Stergeschwader, 
blick hinein in dich!
Näher als die Halsschlagader, 
ist Allah dem "Ich".
 

Finde näher als die Ader 
Ihn - verliebe Dich!
Werfe gleich dem Sterngeschwader
 Ihm zu Füßen Dich

 

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