Sagt uns nicht, die Welt sei heil
Sagt
uns nicht, die Welt sei heil!
Auch
in diesem Augenblick
ist sie doch das Gegenteil,
abgesackt in Blut und Schlick!
Auch in dieser kurzen Zeit,
sucht ein Mensch sich zu vernichten,
wird man an den Ungebor'nen
Todesurteile verrichten.
Auch in dieser kleinen Spanne
wird ein junger Geist verderben,
wirft ein Trunkner alle Reste
seiner Würde laut zu Scherben.
Lernt einer das Sterben lieben,
lernt einer das Quälen lieben,
schlägt jemand sein Kind zum Krüppel,
mordet wer mit Colt und Knüppel.
Sagt
uns nicht, die Welt sei heil,
auch
in diesem Augenblick,
ist sie noch das Gegenteil,
abgesackt in Blut und Schlick.
Auch in diesem Atemzuge
wird durch Gas ein Schrei erstickt,
oder wer aus Fleisch und Blut
auf die Folterbank gespickt.
Auch in diesem Atemhauche,
siecht ein Kind aus Haut und Knochen,
läßt man hungern, läßt verhungern,
wird ein Dasein weggestochen.
Lernt ein Mensch das Leben hassen,
lernt ein Mensch das Geben lassen.
Wimmert unter'm Marterjoch
diese Menschheit immer noch.
Sagt
uns nicht, die Welt sei heil,
auch
in diesem Augenblick,
ist sie noch das Gegenteil,
abgesackt in Blut und Schlick.
Auch bei diesem Wimpernzucken
will man die Moral belächeln,
sich gelangweilt - im Morast -
seiner Maske Wind zufächeln.
Auch bei diesem Schulterzucken
will man seine Pflicht wegstrampeln,
wollen seelenlose Puppen,
lächelnd tanzen - lachend hampeln.
Will nur auf Genuß wer schwören,
will stur keinen Schuß mehr hören,
will wer lachen, nur nur lachen
und es sich gemütlich machen!
Sagt
uns nicht, die Welt sei heil,
sagt,
in diesem Augenblick,
ist sie noch das Gegenteil,
abgesackt in Blut und Schlick.
Sagt uns: Wann wird der erwachen
aus dem Rausch, der plündert, knüppelt,
der verderben, sterben läßt,
und der will, daß wer verkrüppelt?
Sagt uns: Wann wird der erwachen
aus dem Rausch, der Augen, Ohren
schließen will, nur zu genießen -
glaubt, nur dazu er geboren?
Böse Lichterterlohes fachen -
hört Ihr nicht ihr rohes Lachen -
ob der Glücklich-Tatenlosen,
die sich abgewandt vom Tosen?
Sagt
uns nicht, die Welt sei heil,
sagt
in diesem Augenblick,
daß Ihr sie im Gegenteil -
aufrichtet aus Blut und Schlick.
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Zum Thema Frieden
Ihr Friedliebenden im Erdenrund,
gemeinsam gebt die Botschaft kund:
Es reicht der Menschheit lange schon an Schäden
Gebt kund, daß Abstammung und Rasse,
daß Wissen, Einkommen und Klasse
kein Vorwand sind für Fehden.
Gebt kund, daß sie kein Grund für Trennung
kein Alibi für Aberkennung
der Rechte, die für jeden.
Geballt stellt Euch in enge Reihen,
denen zum Trotz, die uns entzweien,
von Frieden sie nur reden.
Sie sind`s die Ungerechtes schüren,
außer der Selbstsucht nichts mehr spüren,
es schert die eig'ne Macht sie nur
und der Profit in ihren Läden.
Ihr Friedliebenden im Erdenrund
vereinigt euch zum Weltenbund:
Das Schicksal dieser Menschheit baumelt nur
an dünnen Fäden
Viele findest Du
die vom wahren Frieden träumen!
Und noch mehr die davon reden!
Sowie gewisse Leute, die davon schwätzen!
Diejenigen aber
die's nicht versäumen,
alles für den Frieden einzusetzen!
Auch diese findest Du!
Doch leider sind es auf der Welt
noch immer viel zu wenige! |
Zu
diesem Frieden!
Ja,
wäre es denn Frieden
auf
unsrer Welt hienieden,
wenn wir in Watte säßen,
vergnügt mit Sport und Späßen,
obwohl an andren Stätten
Menschen zu bangen hätten
vor Bomben, Kugeln, Gasen
und Feuerpyramiden?!
Ja,
wäre es denn Frieden
auf
uns'rer Welt hienieden,
wenn viele Not erlitten,
gelitten unter Tritten
von ihren Herrn, den "netten",
die nur zu sagen hätten,
und mit Gewalt und Phrasen
das Volk zur "Ruhe" trieben?!
Ja,
wäre es denn Frieden
auf
uns'rer Welt hienieden,
wenn Herrscher Krieg begännen
und, falls sie nicht gewännen,
das Volk, das sie verjagte
als kriegerisch verklagte,
und dieses Volk von allen
als Störer wird gemieden?!
Ja,
könnt es Frieden geben
in unsrem kurzen Leben,
wenn Unrecht Recht genannt,
und dies uns nicht bekannt,
Volksmehrheiten entrechtet,
ihr Freiheitsdrang geächtet,
wenn wir, Gott zum Mißfallen,
kleinlich Zwietracht erstreben?!
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ja, es wäre Frieden!
So wurde es entschieden!
Durch Herrschaften der Welt
durch Herrschaften mit Geld,
die schöne Worte schmieden
für diesen üblen "Frieden"
und denen's nur gefällt,
wenn man den Mund fein hält,
und wenn man sich mit ihnen,
dem Unrecht, den Intrigen
zufrieden gibt hienieden
-
wenn
man zum Schweigen
und zur Mitschuld ist gewillt.
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