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Mohammad-Ali Ramin erstmalig im iranischen Regierungs-Team

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Muslim-Markt

Von Muslim-Markt am 03. November 2009 09:00:03:

Mohammad-Ali Ramin erstmalig im iranischen Regierungs-Team

Teheran 3.9.2010 (Muslim-Markt). Der insbesondere unter älteren deutschen Muslimen bekannte Iraner Mohammad-Ali Ramin ist am letzten Wochenende zum stellvertretenden Minister für Kultur und Rechtleitung ernannt worden.

Der amtierende Minister für Kultur Seyyed Mohammad Hosseini hatte sein Amt mit der neuen Legislaturperiode des Präsidenten Ahmadinedschad übernommen, als sein Vorgänger sich bezüglich des Disputs zur Besetzung eines anderen Kabinettspostens gegen den Präsidenten gestellt und später seinen Posten verlassen hatte. Seyyed Mohammad Hosseini ist ein angesehener Hochschullehrer und Leiter einiger Institute im politisch-kulturellen Bereich. Einer seiner engsten Mitarbeiter an der Universität war Mohammad-Ali Ramin, ebenfalls Hochschullehrer, den er jetzt als stellvertretender Minister in sein Ministerium nachgeholt hat.

Mohammad-Ali Ramin (Jahrgang 1954) hat bis 1994 in Deutschland Maschinenbau und Verfahrenstechnik studiert und u.a. den damaligen Verein "Islamische Gemeinschaft in Clausthal e.V." gegründet, der sich inzwischen aufgelöst hat. Deren damalige Mitglieder gehören aber heute zu bekannten deutschsprachigen Muslimen. Mohammad-Ali Ramin hat sich in Deutschland u.a. kulturell, gesellschaftlich und politisch engagiert und weitergebildet. Bekannt ist er u.a. für die in den 80er und 90er Jahren gut ein Jahrzehnt lang stattfindende Islamische Tagung deutschsprachiger Muslime (ITDM) im Islamischen Zentrum Hamburg, bei dem er u.a. auch sehr interessante Diskussionen mit Prof. Udo Steinbach geführt hatte (siehe dazu Muslim-TV). Nach seinem Studium ist Mohammad-Ali mit seiner Frau und seinen drei Kindern in seine Heimat, die Islamische Republik Iran, zurückgekehrt.

Dort machte er gleich in mehreren Bereichen Karriere, u.a. wurde er Hochschuldozent im Bereich der politischen Analyse, Fernsehkommentator für politische Themen und anerkannter Analyst und Experte für den Dialog der Kulturen, was er in mehreren Zeitungen des Landes als freier Journalist einbringt. Später gründete er die Konferenz “Die zukünftige Welt“, dessen erste Großveranstaltung mit dem Thema “Die Welt nach den USA“ für Aufsehen in der Westlichen Welt sorgte. Sein Name wird zudem stets in Verbindung mit der so genannten “Holocaust-Konferenz“ (2006) im Iran gebracht, bei der nach westlicher Darstellung der Holocaust geleugnet wurde. Diese Darstellung stimmt aber in keinster Weise mit dem Inhalt der Konferenz (bei dem auch ein ARD-Journalist zugegen war) überein. Vielmehr wurde erstmalig in einem durchaus kontroversen Rahmen, bei dem auch zahlreiche jüdische Rabbiner als Sprecher anwesend waren, die Frage erörtert, warum ein Leid, das einstmals Juden in Deutschland auferlegt wurde, Legitimationsgrundlage für die nunmehr über ein halbes Jahrhundert andauernde Vertreibung von Palästinensers sein kann. Prominentester Vertreter jener Fragestellung im Iran ist inzwischen der Präsident des Landes Ahmadinedschad. Mohammad-Ali Ramin wird eine Nähe zum Präsidenten nachgesagt.

Schwerpunkt seiner neuen Aufgaben ist die Umsetzung der verfassungsmäßigen Kulturziele im Rahmen einer veränderten – und zunehmend privatisierten – Kulturlandschaft in der Islamischen Republik Iran. In englischsprachigen Medien wird er als “Hardliner“ dargestellt, was auf seine kompromisslose Haltung gegen den westlichen Imperialismus zurückzuführen ist; insbesondere auch eine Haltung gegenüber dem Kulturimperialismus. Hingegen hat er in zahllosen Interviews und Vorträgen stets eine moderate Haltung gegenüber der Bundesrepublik Deutschland geäußert, da er die Vorstellung vertritt, dass die antiiranische Haltung der deutschen Politik vor allem darauf zurückzuführen ist, dass Deutschland selbst nicht frei und unabhängig ist.

In 2004 gab er dem Muslim-Markt ein Telefoninterview siehe:
http://www.muslim-markt.de/interview/2004/ramin.htm



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