| Der alte Begriff Herrenrasse ging von einer Einteilung der Menschen in Rassen aus. Obwohl jenes Gedankengut in der Westlichen Welt nach wie vor besteht – es heißt heute nur Ethnie statt Rasse - ist das Herrenmenschengedankengut heute mehr bezogen auf eine Gruppe von Menschen, die die Definitionshoheit über alle Begriffe der Welt für sich beansprucht. In einer Medienwelt ist die Definitionshoheit über jegliche Begriffe ein Machtinstrument zur Unterdrückung von Menschen. Die neuen “Herrenmenschen“ treiben ihr Definitionsmonopol derart auf die Spitze, dass sehr viele Unterdrückungsmechanismen bis hin zu Morddrohungen und sogar Morden – ob in Dresden oder Guantanamo – die Folge jenes Machtmissbrauchs sind. Ausgeübt wird jene Unterdrückung vor allem von der Hofberichterstattung der Westlichen Welt und deren Journalisten sowie jenen Politikern, in die sie eingebettet sind. Die Verzahnung ist inzwischen so eng, dass gar nicht klar ist, wer da in wen eingebettet ist. Ein typisches Beispiel für die Definitionshoheit und daran gekoppelt üblen Missbrauch von Begriffen ist der “selbsthassende Jude“. Damit ist i.d.R. jeder Jude gemeint, der Israel kritisiert. Wenn ein Jude der Meinung ist, dass Israel ein rassistischer Imperialist ist, wenn er glaubt, dass Israel einen Rassismus wie einstmals Südafrika praktiziert, wenn er veröffentlicht, dass Israel den Holocaust instrumentalisiert, um Kritiker ruhig zu stellen, dann gilt er als “selbsthassender Jude“. Immer wenn ein besonders herausragender Jude und Jüdin, die ausgezeichnet wird – wie z.B. Herr Finkelstein für seine sachlichen Bücher oder Frau Langer für ihr Lebenswerk – ein bekannter Gegner des real existierenden Zionismus ist, dann gilt er als “selbsthassender Jude“ für Zionisten. Das Totschlagsargument fragt nicht nach Hintergründen oder geht auch nicht auf Inhalte ein. Der Angriff gilt gegen die Person als solches und entkräftet nicht eines der inhaltlichen Argumente. Bis heute hat noch kein Zionist inhaltlich erklären können, welches Recht Israelis haben, Menschen zu vertreiben und auf welcher menschenwürdigen Ideologie jene Vertreibungsverbrechen gerechtfertigt werden können. Tatsächlich ist es so, dass diejenigen, die jeden Juden der Welt für sämtliche Verbrechen Israels vereinnahmen wollen, die wahren “selbsthassenden Juden“ sein müssen. Sie sind antisemitisch, weil sie die Ideologie vertreten, dass jeder Jude den Rassismus Israels mittragen müsste. Sie sind antisemitisch, weil sie der Meinung sind, dass jeder Jude die tagtäglichen Verbrechen der Siedler mittragen müsste. Sie sind antisemitisch, weil sie das Gaza-Massaker als ein Recht des “Jüdischen Volkes“ betrachten. Denn viele Juden der Welt betrachten diese Dinge inzwischen als Verbrechen, sind nicht mehr bereit sie mitzutragen und wehren sich zuweilen dagegen! So ist diese Begriffsvergabe eine totale Umkehrung der Realität. Israelikritische Juden, antizionistische Juden treten im Namen des Judentums auf und verteidigen die menschlichen Werte des Judentums. Sie zeigen ein Bild des Judentums, das die Würde des Menschen achtet, unabhängig von Religion oder Herkunft. Für sie hat ein Nichtjude, der in Palästina beheimatet ist, das Recht auf seine Heimat. Das ist eine Vorstellung der Liebe, nicht des Hasses! Es ist eine Darstellung einer von Liebe geprägten Religion. Diese Juden verteidigen das Judentum! So sind sie nicht die “selbsthassenden Juden“ sondern die das Judentum liebenden Juden. Und sie werden immer mehr, je unerträglicher die Verbrechen Israels für die Seele eines jeden gesunden Menschen werden. Selbsthassend sind hingegen jene, die im missbrauchten Namen des Judentums all jene Verbrechen zu rechtfertigen suchen. Der “selbsthassende Jude“ ist aber nicht der einzige Medienmissbrauch mit selbst gewählten Definitionen. Eine der fürchterlichsten Missbräuche unserer Zeit ist der Begriff “Terrorist“. Seitdem sich Politiker und Hofberichterstattung darauf verständigt haben, dass jeder Terrorist ein Muslim zu ein hat, wird diese Hetze systematisch durchgezogen. Ein CDU-Politiker hatte einstmals nicht nur im Fernsehen gesagt: „Nicht jeder Muslim ist ein Terrorist, aber jeder Terrorist ist ein Muslim“. Diese Aussage selbst ist ein fürchterliches Verbrechen in den Augen vieler wahrheitsliebender Menschen und verdeutlicht das Herrenmenschendenken in der herrschenden Politik. Wie extrem jenes Gedankengut aber tatsächlich durchgezogen wird, konnte jeder gerade in den letzten Tagen nachlesen. Die baskische Terrororganisation Eta hat einen Bombenanschlag verübt, bei dem Dutzende von Menschen zu Schaden gekommen sind. Wie in einer unvorstellbaren Form der Gleichschaltung haben sämtliche Medien in Deutschland einschließlich ARD und ZDF stets von der “baskischen Untergrundorganisation“ gesprochen bzw. geschrieben. Da Basken keine Muslime sind, können sei folglich auch keine Terroristen sein, selbst wenn sie einen Terroranschlag ausüben. Die FAZ bildete diesbezüglich eine rühmliche Ausnahme, welche die Regel bestätigt. Den größten Terror dieser heutigen Welt üben aber weder Basken noch sonstige Organisationen aus, deren Terroranschläge allesamt zu verurteilen sind, sondern die Staaten USA, Israel und ihre Verbündeten mit Millionen von Toten! Der Begriff wird immer wieder auf den Kopf gestellt. Wenn z.B. deutsche Soldaten Zivilisten in Afghanistan erschießen, dann ist es ein Versehen und kein Terror. Wenn aber deutsche Soldaten selbst Opfer werden, dann ist es stets ein Terroranschlag aus dem Hinterhalt. Eine genau so auf den Kopf gestellte Begrifflichkeit ist die “Internationale Staatengemeinschaft“. Eine Handvoll Herrenmenschenstaaten versuchen ihre oft verbrecherischen Imperialentscheidungen damit zu rechtfertigen, dass die “Internationale Staatengemeinschaft“ so entschieden hätte. Tatsächlich ist oft das Gegenteil der Fall. Imperialistische Staaten mit Besatzungssoldaten in vielen Ländern setzen z.B. “Urangeschosse“ ein. Die Folgen sind eine radioaktive Verseuchung der betroffenen Länder für Jahrhunderte mit fürchterlichen Folgen für die Zivilbevölkerung! All das ist hinreichend nachgewiesen und in der UN haben sich mehr als 140 Staaten dafür ausgesprochen, derartige Munition zu ächten. Mehr als 140 Staaten haben sich für das Verbot solcher Waffen ausgesprochen, was als Rekordübereinkunft von Staaten gewertet werden kann. Das ist die wahre “Internationale Staatengemeinschaft“. Aber die Herrenmenschen in der Westlichen Welt schert das kein Stück. Sie interessieren sich nicht für die wahre “Internationale Staatengemeinschaft“. Sie verwenden solche Begriffe nur dann, wenn sie für ihre Unterdrückungspolitik nützlich sind. Den geradezu schulbuchmäßigen Missbrauch von Begriffsverfälschungen liefert Israel tagtäglich mit seiner Festlegung von Begriffen, die genau das Gegenteil von dem beschreiben, was Realität ist. Und die Hofberichterstattung der westlichen Welt folgt ihr: Palästinenserreservate werden Autonomiegebiet genannt, Besatzungsvorposten werden zu Siedlern, Vertriebene zu Flüchtlingen, Vertreibung und Verschleppung zur Umsiedlung, der Unterdrückungsprozess zum Friedensprozess, eine menschenverachtende Mauer zum Zaun, Verstümmelungsgeschosse zu Gummigeschossen und jeglicher Widerstand gegen Unterdrückung und Besatzung zum Terror. Ähnliche Beispiele lassen sich aber in der gesamten Westlichen Welt finden, bei dem Menschen mit Begriffsverfälschungen unterdrückt werden. Ein-Euro-Jobs ist nicht anders als eine moderne Form der Sklaverei. Die Finanzkrise ist eine Kapitalismuskrise und hat mit “Finanzen“ im Allgemeinen nichts zu tun, sondern mit einem spezifischen System im Umgang mit Finanzen. Die Gesundheitsreform ist eine Leistungskürzung, die Rentenreform auch. “Reform“ impliziert eine positive neue Formgebung, wohingegen eine Verminderung der sozialen Gerechtigkeit die Folge ist. Die Staatsverschuldung ist in Wirklichkeit eine ewige Gelddrucklizenz für die Zinswirtschaft, da fest steht, dass der Staat seine Schulden nie wieder wird zurückzahlen können. Der Autodiebstahl der letzten Tage war in Wirklichkeit ein brutaler Raubüberfall, wobei dem deutschen Bürger nicht zugemutet wird, darüber nachzudenken, wer denn den Chauffeur einer deutschen Ministerin gezielt überfällt und ein Fahrzeug stiehlt, dass niemand kaufen wird. Der angebliche Gebärboykott in Deutschland ist eigentlich eine Entmenschlichung und systematische Familienzerstörung, denn da, wo der Raubtierkapitalismus erst später Einzug genommen hat und daher die Menschen ihre Menschlichkeit mehr bewahrt haben, gibt es mehr Kinder! Und so ließe sich wohl bei fast jeder “Nachricht“ der Westlichen Welt eine Herrenmenschenmentalität von Politikern und Journalisten herauslesen, die zur Ablenkung und Unterdrückung dient. Sie schaffen sich und der Bevölkerung eine mediale Scheinwelt, die ihre eigenen Machtansprüche aufrecht erhält und ihre Unterdrückungsmechanismen vertuscht. Allerdings haben sie dieses Spiel inzwischen zu weit gerieben, so dass es immer weniger wirkt. Daher sind sie gezwungen, immer dreistere Lügen, immer intensivere Vertuschungen, immer größere Ablenkungen aufzutischen. Und das führt wiederum dazu, dass es immer leichter zu durchschauen ist; eine Verhängnisspirale, die letztendlich aber in die Befreiung der Menschen führen kann, die anfangen nachzudenken. Von der Bevölkerung in Deutschland wurde einstmals behauptet, dass sie zu einer Revolution nicht fähig sei, weil die Bürger Bahnsteigkarten kaufen würden, bevor sie einen Bahnsteig besetzen. Aber jene, die das behauptet haben, haben selbst eine Revolution durchgeführt, die zur Unmenschlichkeit mutiert ist, weil das zugrunde liegende Menschenbild unmenschlich war. “Revolution“ muss nicht “Umsturz“ nach außen heißen. Wahre Revolution ist eine Revolution im eigenen Herzen. Wenn hinreichend Menschen sich selbst läutern, wenn hinreichend Menschen Politiker auffordern, Entscheidungen zu treffen, die den Menschen dienen, wenn hinreichend Menschen der Hofberichterstattung den Rücken zukehren, dann werden auch die sich ändern müssen. Wenn aber hinreichend Menschen bei der bevorstehenden Wahl die Herrenmenschenmentalität weiter an die Macht wählen, dann sind sie mitschuldig daran, dass sie weiter von Herrenmenschen regiert werden.
Die Juden, die trotz größer Unterdrückung durch Zionisten, unaufhörlich und immer deutlicher Israel kritisieren und dafür sogar als “selbsthassende Juden“ gebrandmarkt werden, zeigen mit ihrem Mut, dass Menschlichkeit unteilbar ist. Es wird Zeit, dass wir das auch für Deutschland verstehen. |
- Re: Was haben “selbsthassende Juden“ mit Herrenmenschengedanken zu tun? Willi Übelherr 31.07.2009 17:02
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- Re: Was haben “selbsthassende Juden“ mit Herrenmenschengedanken zu tun? Yavuz Özoguz 31.07.2009 08:30
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