| Verhöhnt Schalke 04 Prophet Muhammad? Inzwischen haben sich Muslime in Deutschland ja an so manche Beleidigung und selbst Hetze auf Hofberichterstatterniveau wie auch von Politikern gewöhnt. Dass aber auch ein Bundesligaverein, der viele muslimische Fans haben dürfte, in diese Beleidigungsorgie einsteigen muss, ist traurig – aber nicht neu! Zunächst sei Dank an die aufmerksamen Geschwister aus dem Ruhrpott, die wohl selbst als Schalke-Fans auf diese Ungeheuerlichkeit aufmerksam geworden sind. Auf der Internetseite von Schalke 04 ist das neue Vereinslied abgedruckt. Darin heißt es: http://www.schalke04.de/vereinslied.html In einer Strophe heißt es:
„Mohammed war ein Prophet Um nicht zu sehr einen übertriebenen Protest hervorzurufen, sei darauf hingewiesen, dass die Schalke-Religion (anders kann man den Kult um jenen Verein kaum nennen), selbst Gott schon mehrfach verhöhnt hat. So hieß es bereits vor Jahrzehnten über einen berühmten Schalker Flügelflitzer namens Libuda: „An Gott kommt keiner Vorbei außer Libuda“. Damit sollten die besonderen Dribbelkünste Libudas geehrt werden und natürlich nicht Gott beleidigt, denn an den glaubte man ja ohnehin nicht und wie sollte man etwas beleidigen, woran man nicht glaubt. Ansonsten würde man ja nicht gleich die ersten der zehn Gebote mit Füßen treten. Bei obigem Text könnte man aber auch zunächst das Positive sehen: Immerhin bezeugt erstmalig in der Geschichte der Bundesliga gleich ein ganzer Verein, dass Prophet Muhammad (s.) ein Prophet ist. Gut, dass in dem Text nirgends ein Bekenntnis zur Einheit Gottes erfolgt, denn sonst hätte man ja den Verein auch noch kollektiv als muslimische bezeichnen müssen?! Nach der “Bezeugung“ aber kommt gleich die Verhöhnung. Prophet Muhammad habe sich das Blau und Weiß von Schalke 04 ausgedacht. Nur sind blau und weiß nicht gerade exklusive Farben von Schalke. Bayerns Landesflagge hat genau wie die israelische Flagge diese beiden Farben, aber solch einen weiten Bogen wollen wir nun wirklich nicht spannen. Nur sollte bekannt sein, dass die Farben des Propheten eher grün, weiß, rot und schwarz waren. Der Komponist Hans J. König soll den Text ja bereits 1963 gedichtet haben. Wahrscheinlich ist es aber bisher niemandem aufgefallen, da diese dritte Strophe ja in den Stadien nicht mitgesungen wird. Ansonsten hätten Frauenrechtlerinnen ja auch schon bei der zweiten Strophe aufschreien können. Warum dürfen denn nur “schöne“ Frauen Schalke-Farben tragen? Bei aller Aufregung, die der Text heute – etwas verspätet – bei einigen hervorrufen mag, die auf ihn gestoßen sind und freundlicherweise uns jetzt alle darüber informieren, ist jene Beleidigung geradezu als harmlos einzustufen gegenüber dem, was sonst in diesem Land als “normal“ eingestuft wird. Das bedeutet aber nicht, dass Muslime sich das gefallen lassen müssen, selbst wenn sie erst nach Jahrzehnten darauf aufmerksam werden. Wie wäre es, wenn alle Schalke-Fans, die sich als Anhänger des Islam betrachten, ganz einfach nicht mehr zu Schalke gehen? Vorher könnte man ja noch eine Mail an Schalke versenden, in aller Freundlichkeit und mit aller Sachlichkeit in dem Stil: „Sehr geehrte Damen und Herren, als langjähriger Schalke-Fan bin ich erst jetzt auf den Missbrauch des gesegneten und heiligen Namens des Propheten Muhammad – der Friede sei mit ihm – im Vereinslied von Schalke 04 aufmerksam geworden. So gerne ich die Spiele von Schalke 04 auch besuche, haben meine Familie und ich sowie viele Freunde beschlossen, sowohl den Spielen von Schalke 04 fern zu bleiben als auch keinerlei Fan-Artikel mehr zu kaufen, bis jene Strophe aus dem Vereinslied gestrichen wird. Ich gehe nicht davon aus, dass das Lied auf Böswilligkeit gegenüber dem Islam und dem Muslimen beruht, denn sonst würde ich für immer dem Verein den Rücken kehren, sondern auf Unachtsamkeit. Prophet Muhammad ist für uns aber die höchste menschliche Heiligkeit, und sicherlich würden Sie auch nicht beispielsweise Jesus oder nur den Papst, der für Christen eine viel niedrigere Heiligkeit darstellt als Muhammad für Muslime, in solch einem Lied auf diese Weise erwähnen. Daher bitte ich Sie höflichst, schnellstmöglichst auch zu berücksichtigen, dass die Vielzahl muslimischer Anhänger des Vereins einen sensibleren Umgang mit diesem Thema notwendig macht. In der Hoffnung auf Ihr Verständnis usw…“ Es ist davon auszugehen, dass wenn eine hinreichende Zahl von Schalke-Fans sich aus dem Ruhrpott oder anderen Regionen in dieser Freundlichkeit an den Verein wenden, das Problem innerhalb kürzester Zeit gelöst sein wird, denn Fußballvereine sind rein kapitalistisch orientierte Unternehmen, die solch einen Marketingfehler nicht bewusst begehen. Insofern wäre darüber nachzudenken, ob nicht evtl. der Muslim, der sich mit Haut und Haaren dem Verein widmet, jedes Heimspiel dabei ist, aber nicht jedes Gebet betet, über jeden verletzten Schalke-Spieler nachdenkt, nicht aber über die verletzten Kinder in Gaza, Irak oder Afghanistan, bei jedem Foul gegen einen Schalke-Spieler böse wird, aber nicht über Guantanamo, ob nicht solch ein Muslim eine größere Verhöhnung des Propheten Muhammad ist? Aber das ist ein anderes Thema. |
- Die Bild-Zeitung füllt ihr Sommerloch mit Kulturkampf um Schalke Yavuz Özoguz 03.08.2009 11:47
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- Enzyklopädie-Eintrag zur Versachlichung Muslim-Markt 04.08.2009 21:38
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- Enzyklopädie-Eintrag zur Versachlichung Muslim-Markt 04.08.2009 21:38
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