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Re: Warum Obama schlimmer ist als Bush und warum ihn der Westen liebt

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Von Yavuz Özoguz am 08. Juni 2009 09:38:35:

Als Antwort auf: Re: Warum Obama schlimmer ist als Bush und warum ihn der Westen liebt von Reinhard Foertsch am 07. Juni 2009 22:40:08:

>Ich begebe mich hier in die Position des Erbsenzählens, der man natürlich vorwerfen kann, sie gehe mit der Lupe auf minimale Details ein

Das wird sicherlich nicht mein Vorwurf sein! Auch kleine Schritte - so sie denn ernst zu nehmen sind - sind zu würdigen. Aber dennoch darf eine emotional dominierte Hoffnung nicht die sachliche Analyse außer Kraft setzen. Zunächst einmal ist sachlich festzustellen, dass die USA spätestens seit dem zweiten Weltkrieg die Vorstellung hat, Weltimperium zu sein und Führungsmacht mit Leitwährung, stärkster Armee, die das Recht hat, überall in der Welt zu "intervenieren", Geld druken auf Kosten der Welt, Regierungen nach Belieben stürzen und durch brutalle Tyrannen ersetzen usw. usf., und das betrifft nicht nur Muslime oder gar den Iran. Dieses gesamte Gehabe kann man aus einem historischen Blickwinkel als das typische Verhalten eines Imperiums beschreiben, dass in seiner "Weltherrschaft" die Arroganz der Macht lebt und damit verbunden auch die Verblendung der Arroganz.

All das oben Beschriebene sind keine exklusiven US-amerikanischen Eigenschaften. Es sind - fast wie Naturgesetze - die Eigenschaften einer jeden "Weltherrschaft" in allen Zeiten, Epochen, Ländern und Kulturen. Obowhl es in Teilbereichen immer große Unterschiede gibt, folgten Aufstieg, Stagnation und Fall der Imperien geradezu naturwissenschaftlichen Gesetzen. Das war beim römischen Imperium nicht anders als beim osmanischen. Eines haben ALLE Imperien aller Zeiten gemeinsam: Kein einziges Imperium jeglicher Zeit konnte sich dadurch "retten", dass es irgendwann den Holzweg erkannt hat, auf dem es wandelt! Zwar hat es immer einzelne "Zwischenherrscher" gegeben, die ein gewisses Maß an Menschlihkeit praktiziert haben (z.B. Omar ibn Adul-Aziz bei den Ummayyaden), aber letztendlich waren es doch Menschen, die ihre Machtgier nicht besiegen konnten und nur zum verlängerten Erhalt des Unterdrückungssystems beigetragen haben.

Das Imperium USA befindet sich seit Bush in folgender kurz zusammen gefasster Situation: Das Wirtschaftssystem ist faktisch zusammengebrochen und wird nur dadurch noch Aufrecht erhalten, dass Geld gedruckt wird, welches ihnen andere Länder (noch) abkaufen. Das Millitärsystem ist weder in der Lage Afghanistan noch Irak zu beherrschen. Das moralische System ist am Abgrund, sowohl innenpolitisch, als auch außenplitisch. Man kann - wenn man einmal die westliche Brille absetzt - ohne Zeifel sagen, dass die USA derzeit das meistverhassteste Land der Erde sind!

In dieser Situation kann das Imperium seine Macht nicht mehr lange mit der gleichen Vorgehensweise aufrecht erhalten! Daher sind neue Methoden notwendig, um die Imperialmacht zu verlängern! Glauben Sie ernsthaft, die USA wären bereit, den Dollar als Weltleitwährung aufzugeben? Glauben Sie, die USA wären bereit Ihre Militärbasen in der muslimischen Welt aufzugeben und Verbrecherregime in der Region, nicht zu loben und zu stützen? Glauben Sie ernsthaft, dass Obama auch nur einen Quadratzentimeter palästinensischen Bodens retten wird, wenn es ihm nicht einmal gelingt Betonsendungen in den Gaza zuzulassen, damit die Menschen ihre Häuser wieder aufbauen?

Noch einmal: Obama hat bisher wirklich mit Lächeln und Charme hübsche Reden gehalten. Gleichzeitig haben die USA nicht ein eiziges ihrer Verbrechen vermindert; in vielen Fällen wurden sie sogar ausgeweitet!

Die entscheidende Frage bei der Beurteilung ist doch Folgende: Kann die Nautr eines Imperiums es überhaupt zulassen, dass ein brutales verkommens und weltbeherrschendes System sich läutert? Ich selbst glaube, dass das - obwohl noch nie geschehen - dennoch zumindest theoretisch möglich ist. Nicht umsonst hatte Moses dem Pharao angeboten, dass er seine gesamte Macht behalten darf! Einzige Bedingung war, dass er sich läutert, sich dem Befehl Gottes unterwirft, bereut und praktisch Abstand nimmt von dem, was er bisher getan hat. Das aber konnte und wollte er nicht! Wenn der oberste Repräsentatn eines Verbrecherregimes aber einerseits vorgibt, sich bessern zu wollen und anderrseits - wie Sie es selbst zugeben - Cheney nicht ins Gefängnis stecken lässt, sondern die Gefühle des Imperiums im Inneren weitere aufkochen lässt, dann stimmt da etwas nicht. Wenn jemand vorgibt, Palästinenesern ihre Rechte geben zu wollen, und es geht den palästineneser heute schlechter als je zuvor in ihrer Geschichte und die Lage wird tagtäglich dramatischer - nur dass die Westliche Welt darüber nicht mehr berichtet - dann stimmt da etwas nicht. Wenn also zusammengefasst die Handlungen in jeder Hinsicht den Worten widersprochen, dann ist jene theoretische Möglichkeit offensichtlich nicht genutzt worden, sondern es findet imperialistischer Machterhaltsverusch statt bei einem Untergehenden System, wie es immer der Fall war bei Imperien.

Es ist übrigens nicht nur die islamische Welt, die unter jenem System zu leiden hat, auch Europa hat großen Schaden!

Obama ist - so glaube ich - der Schauspieler, der jetzt vorgeschickt wurde, um ein "menschlicheres Gesicht" vorzuspielen, während das System seine Verbrechen ausweitet. Europa bzw. die Westliche Welt hat sich dem Imperium unterworfen und ist auch über solch eine Gesicht dankbar. Aber der Rest der Welt lässt sich damit nicht mehr betrügen, dafür haben die Verbrechen der USA ein Ausmaß erreicht, dass mit einem Facelifting nicht mehr vom Tisch zu wischen ist.



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