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Re: Warum Obama schlimmer ist als Bush und warum ihn der Westen liebt

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Von Muhammad Krüger am 07. Juni 2009 21:52:18:

Als Antwort auf: Re: Warum Obama schlimmer ist als Bush und warum ihn der Westen liebt von Reinhard Foertsch am 07. Juni 2009 18:40:54:

Hallo Herr Foertsch,

unten habe ich einige Kommentare in Ihr posting geschrieben:

>Die Frage ist natürlich schon, ob sich wirklich nur westliche Stimmen den Obama zurechtbasteln, den sie für ihre Zwecke brauchen? Den bösen US-Amerikaner brauchen auch andere als zentrales Element ihrer Weltkonstruktion, und ich versuche aus dem Artikel herauszulesen, daß der Muslimmarkt nicht zu jenen gehört.

Ich fühle mich bei "Muslimmarkt" mal angesprochen, obwohl ich hier nur schreibe.

Wobei es für beide Seiten gefährlich ist, ihre politisch-ideologischen Systeme auf Feindbilder aufzubauen.

Jeder hat ein Idealbild - und damit verbunden irgendwo ein Feindbild. Der Islam hat als Ideal Gott und die Nähe zu ihm, und als Feindbild den Teufel, eine Kreatur Gottes, die den Menschen ablenken soll. Auch wenn politisch gesehen die USA als "großer Satan" bezeichnet wird, so ist sie bei weitem nicht der Mittelpunkt islamischer Ideologie. Die USA stellen jedoch (u.a. ablesbar durch ihren gegen Iran geführten Stellvertreterkrieg und vorausgegangene Zehntausende durch die CIA im Iran ermordete Tote Iraner) eine existenzielle Gefahr für Iran dar. Wie der enge Gürtel von US-Truppen um den Iran beweist. Und die USA sind bis heute jeglichen Beweis schuldig geblieben, dass sie nach der Wahl Obamas friedlich geworden sind.

Im Gegenteil, der Obama bedient sich genau der Rhetorik haltloser Unterstellungen seines Vorgängers, wenn es um Irans Politik geht. (z.B. "...allerdings könnten die USA nicht akzeptieren, dass das Iran im Nahen Osten die Weiterverbreitung von Atomwaffen vorantreibe", Obama vorgestern in Paris).

Es ist ja sicherlich allen klar, daß man damit der Wahrheit nicht näher kommt. Ein früherer Artikel zu dem Thema, was sich bei einem Bundeskanzler Dr. Yavuz Özoguz ändern würde, bot ja gerade deswegen eine Öffnung der Perspektive, weil er sich aus der Position der Kritik in die Position der Adressierung realer Probleme bewegt. Es würde historisch und soziologisch einfach zu kurz greifen, die USA für unreformierbar zu erklären

Die USA sind nicht unreformierbar. Jedes Land ist reformierbar! Nur beobachte ich dass in Bezug auf die USA-Politik in Richtung Iran, Israel und der Öl-/Kolonialpolitik keine Änderung von Bush auf Obama stattgefunden hat.

und damit keinerlei systemgetragenen« Menschen aus den USA mehr zuzubillgen, daß sie es eventuell ehrlich meinen oder sogar etwas bewirken könnten.

ich weiß sicher, dass es in den USA sehr viele Menschen gibt, die friedlich und reformorientiert sind. Nur leider lässt das System der USA solche Menschen nicht ein, oder es lässt sie nicht frei, ihrem Gewissen konform arbeiten. Es gibt immer wieder Beispiele, dass "systemtragende" Politiker aus der Politik aussteigen, oder ausgeschlossen werden, wenn ihre moralischen Bedenken zu stark oder zu deutlich werden.

Dann hätte es weder Gorbatschow noch Juan Carlos von Spanien geben können, die jeweils im Kern eines Systems (UdSSR, Franco-Faschismus) sozialisiert wurden, das sie danach abgeschafft haben.
>Sicherlich war und ist es verfrüht, in den Äußerungen Obamas reale, notwendige Änderungen vorweggenommen zu sehen. Ich würde aber behaupten, daß das Gegenteil ebenfalls immer noch verfrüht ist. Jedenfalls für mich, der ich mit Sicherheit der Einsicht in die Zukunft ermangele. Dafür würde ich jedoch das Wort Herbert Wehners in Anspruch nehmen, der einer Frage eines Journalisten zu einem noch im Fluß befindlichen Problematik entgegenhielt: »Ich weiß nichts, und Sie ... wissen ... auch ... nichts«.

Wehner hat Recht. Über die Zukunft weiß niemand bescheid.

Aber jeder Mensch versucht sich ein Bild darüber zu machen, wie die Zukunft aussieht. Jeder muss das tun, und jeder tut das. Allein um Vorsorge treffen zu können, manchmal um überleben zu können. Oder um möglichst frei leben zu können.

Bevor ich heute zur Wahl gegangen bin habe ich zum Beispiel überlegt, was die nächsten 4 Jahre bringen. Und ich habe versucht, Politiker und ihre Parteien einzuschätzen, auf Glaubwürdigkeit und Kontinuität. Und habe dementsprechend mein Kreuz gemacht.


Das mag sich ändern mit der Zeit, und dann werden wir sehen, was Prognosen Wert sind. Vielleicht sollte man über eigene Prognosen mal eine Statistik führen, das reduziert ggf. mit der Zeit ihre Anzahl.

Das ist ein guter Rat, über die eigenen Prognosen nachzudenken. Den sollte ich mir selber zu Herzen nehmen. Letztlich könnte ja doch die eigene Glaubwürdigkeit leiden.

In der von Ihnen vorgeschlagenen Statistik versuche ich auch die eingetroffenen von den nicht-eingetroffenen Prognosen zu berücksichtigen.

In jedem Fall 'Entschuldigung' wenn Sie durch eine zu große Anzahl nicht-eingetroffener Prognosen belästigt wurden.

Freundliche Grüße
Muhammad Krüger




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