| Was war das für eine Eindrucksvolle Inszenierung von Obama gestern in Kairo? ... Wer fragt schon danach, dass Obama mit dem Ort seiner Rede einen der schlimmsten Diktatoren in der islamischen Welt gestützt hat? Wer fragt danach, wie viele Ägypter in den Kerkern des Systems verschwinden? Wer fragt danach, warum die biblische Kornkammer Afrikas nicht eine Woche ohne Kornlieferungen aus den USA überleben könnte? Wer fragt danach, mit welchen US-Geldern jener Diktator an der Macht gehalten wird? Riad, Kairo, Buchenwald, Normandie Riadh steht am Anfang und bedeutet, dass die USA diesem Land den größten Wert einräumen. Besänftigung für das wahhabitische Königshaus. Riadh steht für Monarchie, nicht für Demokratie. Und es steht für die Unfreiheit der Muslime. Kairo steht für Herr-Knecht-Beziehung. Oder besser Pharao-Sklave-Beziehung. Buchenwald wirkt zwischen Kairo, Riadh und Paris vielleicht unscheinbar, hat aber der wichtigste Aussagekraft: Es steht für das Dogma "Treue zu Israel". Paris und Normandie schließlich stehen für den Sieg. Wir (USA und Gefolge) waren Sieger gegen den Nationalsozialismus, wir waren Sieger gegen den Kommunismus und so würde es auch dem Islam ergehen...!
Warum hält Obama die Neuanfangsrede mit den Muslimen genau am 20. Todestag Imam Khomeinis? Je mehr ich über diese Nadelstiche nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Schluss, dass die USA geradezu wollen, dass die Muslime sich weiter über Washington aufregen, dass aber gleichzeitig in den Augen der westlichen Welt der USA-Präsident als smarter Gentleman dasteht. Und dass die USA geradezu wollen, dass im Iran Herr Ahmadinejad gewählt wird. Der zwar nicht mit dem Outfit von Herrn Obama mithalten kann, der aber alle notwendigen Qualitäten mitbringt, um Iran gegenüber dieser unveränderten und unverändert angriffslustigen USA zu führen.
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