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Lasst uns den krankhaften Wahn der Kapitalisten überwinden

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Von Yavuz Özoguz am 13. Juli 2011 09:58:17:

Lasst uns den krankhaften Wahn der Kapitalisten überwinden

Was zurzeit in den USA geschieht ist ein Paradebeispiel dafür, wie Politik und Hofberichterstattung die gesamte Menschheit zu Verdummen versuchen.

Seit Wochen wird die Weltöffentlichkeit durch absolut hörige Hofberichterstatter der Westlichen Welt tagtäglich darüber informiert, dass sich angeblich irgendwelche politischen Parteien in den USA nicht darüber einigen könnten, die selbstverordnete Schuldengrenze herauf zu setzten, dass deswegen der ganzen Welt ein finanzielles Desaster drohe, und dass angeblich darum gerungen wird, ob Reiche oder Arme mehr bezahlen müssen. Das Theater dieser Hofjournalisten wird so lange weiter gehen, bis jeder Kapitalismusanbeter förmlich darum “beten“ wird, dass sich jene Kapitalpriester im Schwarzen Haus einigen mögen, damit auch weiterhin problemlos dem Goldenen Kalb gehuldigt werden kann. Schließlich streiten sie ja nur darüber, wie ihm zu huldigen ist.

Um den Nebel der Verwirrung zu vergrößern, wird der europäischen Kapitalismus-Kirche eingehämmert, dass die Schuldenkrise in Irland, Portugal, Griechenland und Italien katastrophale Ausmaße eingenommen habe. Die Exorzisten der US-Rating-Agenturen exkommunizieren einige europäische Länder und treiben die Teufel in deren Haushalte. Die Hofberichterstattung fügt sich und kuscht. Und damit niemand irgendetwas versteht, werden Schulden in astronomischen Dimensionen ins Verhältnis gesetzt zu völlig unüberprüfbaren angeblichen Wirtschaftsleistungen eines Staates, um damit die Oberkirche USA besser dastehen zu lassen als deren Schäflein in Europa. Besser wäre es, die Schulden ins Verhältnis zum Gewicht des Mondes zu setzen, denn das wäre wissenschaftlich besser überprüfbar. Und so beten alle Unterpriester in der Finanzwelt um die Erhöhung der Schuldengrenze, und – schwupdiwupp – siehe da, kurz bevor es zu spät sein wird, wird man sich in den USA einigen, alle werden Dankespredigten halten, und alles ist wieder in Butter. Man muss kein Prophet sein, um das vorherzusagen.

Wie aber ist die reale Situation? Man muss wirklich nicht studiert zu haben, um die Zahlen zu verstehen. Und sie sind nicht neu! Seit zwei bis drei Jahren sind sie in dieser Deutlichkeit bekannt. Die USA haben derzeit etwas mehr als 14 Billionen US-Dollar Schulden! Das bedeutet bei einem Zinssatz von z.B. 5% (Irland, Portugal, Griechenland und Italien müssen alle viel höhere Zinsen zahlen) jährliche Zinszahlungen von 700 Milliarden! Wohlgemerkt handelt es sich hierbei um Zinszahlungen, ohne dass es dafür auch nur irgendeine Gegenleistung gäbe! Um beurteilen zu können, ob die USA dazu in der Lage sind, bedarf es lediglich eines Blicks in den US-Haushalt. Die Gesamtausgaben der USA betragen ca. 4 Billionen US-Dollar im Jahr. Nehmen wir also einmal an, dass die USA tatsächlich ungefähr so viel einnehmen würden, wie sie ausgeben, so würden fast 18% der Ausgaben in Zinszahlungen fließen, ohne dass auch nur ein Cent der Schulden getilgt werden würde. Welches Unternehmen der Welt könnte sich das auf Dauer leisten?

Aber die USA nehmen nicht so viel ein, wie sie ausgeben. Sie nehmen weitaus weniger als 3 Billionen im Jahr ein! Sie haben also vereinfacht ausgedrückt ein Haushaltsdefizit von 1 Billion im Jahr. Die tatsächlichen Zahlen sind noch viel dramatischer, aber es soll hier möglichst einfach dargestellt werden. Das heiß konkret, die USA sind nicht nur nicht in der Lage, ihre Ausgaben zu decken, sie wären nicht einmal in der Lage dazu, wenn es keine Zinszahlungen gäbe! Daher müssen sie neue Schulden machen, um die Zinsen und weitere fehlende Beträge auszahlen zu können. Die USA sind inzwischen derart verschuldet, dass sie nicht einen einzigen Cent ihrer Zinszahlungen mehr leisten können. Jene Zinszahlungen werden ausschließlich durch Neuverschuldungen finanziert! Die Neuverschuldung ist aber höher als die Zinszahlung, da es auch sonst nicht reicht. Welches Unternehmen dieser Erde würde überleben, wenn es nur zur Zahlung der Zinsen der Schulden, neue Schulden aufnehmen müsste und sich dabei ständig neu verschuldet, und das über Jahre hinweg? Welche Bank würde jenes unternehmen beleihen und welche Rating-Agentur würde jenes Unternehmen nicht abstufen? Ganz nebenbei fragt kein Hofjournalist – weder in den USA noch in Deutschland – warum die USA einen zehnfach höheren Staatshaushalt hat als Deutschland, wenn doch die Bevölkerung nur knapp vier Mal so groß ist und die Armut in den USA viel größer. Wo fließt das ganze Geld hin? Wer wird damit alles unterdrückt?

Die USA sind pleite, der Kapitalismus ist am Ende, ob es die Hohepriester des Kapitalismus glauben mögen oder nicht, ob es die Hofjournalisten der Insolvenzverbrecher schreiben wollen oder nicht, bald wird sie ihr Goldenes Kalb nicht mehr auszahlen können!

Aber alle diese offensichtlichen und kaum zu übersehenden Fragen, Fakten und Skandale werden nicht berichtet. Von den inzwischen im Wochenrhythmus eröffneten neuen Kriegen hören wir kaum noch etwas. Vom Fiasko in Libyen gibt es kaum noch Nachrichten. Von der Tatsache, dass Deutschland neuerdings neben dem Hindukusch auch im Sudan verteidigt wird, berichten die Hofschreiber kaum. Stattdessen gibt es jetzt eine UN-Resolution unter deutscher Aufsicht, dass man Krankenhäuser und Schulen nicht mehr beschießen darf in Kriegen. Den Wert jener Resolution, die sich über die gesamte unterdrückte Welt lächerlich macht, wird man beim nächsten israelischen Überfall auf Zivilisten sehen. Kein anderes System der Erde hat in den letzten Jahrzehnten so viele Schulen und Krankenhäuser bombardiert, wie die westlichen Staaten, für die der neue UN-Vorsitzende steht. Vielleicht hätte man in die Resolution neben Schulen und Krankenhäusern auch Hochzeitsgesellschaften mit aufnehmen sollen, um zu verdeutlichen, wer jene Resolution am meisten gebrochen hat.

Derweil gibt es die größte Hungerkatastrophe der Welt mit ca. 10 Millionen Hungernden in Afrika! 10 Millionen Menschen, die mit wenigen finanziellen Mitteln versorgt werden könnten, kämpfen darum, nicht an Hunger sterben zu müssen. Würde man das, was allein die USA mehr ausgeben als sie einnehmen (1 Billion im Jahr) auf diese 10 Millionen Menschen hungernden verteilen, könnte man jedem von ihnen 10.000 EUR in die Hand drücken! Stattdessen reist die Bundeskanzlerin nach Afrika, um den Chinesen etwas vom Wirtschaftskuchen Afrika abspenstig machen zu können und verteilt in einer “großzügigen“ Geste 1 Million an die Hungernden (10 Cent pro Hungernder); alle Achtung! Allein die U-Boot-Geschenke an Israel haben wohl mehr gekostet. Und die Saudische Verbrecher-Dynastie könnte alleine sämtliche Hungernde versorgen, wenn sie statt Panzern Brot kaufen und verteilen würde, und das bräuchte man nicht einmal geheim zu beschließen.

Glauben diese Kapitalismus-Fanatiker wirklich, dass sie diese Welt auf diese Weise weiter führen können, ohne dass es zu einer Explosion kommt? Glauben die Innenminister der Bundesländer ernsthaft, dass weiterhin der “Islamismus“ die größte Gefahr für ihr System sei? Wer es nicht sehen will, der muss blind sein! Es wird zu einer Explosion kommen, und die wird absolut NICHTS mit “Islamisten“ zu tun haben. Sie wird von den extremistischen Hohepriestern des Goldenen Kalbes gezündet werden und von den genau so extremistischen Hofjournalisten eines durch und durch erblindeten Systems schockiert wahrgenommen werden. Doch dann ist es zu spät.

Was aber ist aus muslimischer Sicht zu tun? Wir sind Teil der Westlichen Welt, ob wir es wollen oder nicht, und damit mitverantwortlich für das Wohl unserer Gesellschaft. Wir bekennen uns zu den Werten der Wahrheit und nicht des Kapitals. Das müssen wir deutlicher denn je zuvor aussprechen. Wir bekennen uns zu Aufrichtigkeit, dass müssen wir leben. Wir bekennen uns zur Ehrlichkeit, dass müssen wir praktizieren! Jeder Muslim, der die “Schlupflöcher“ des Sozialstaates missbraucht und Gelder anhäuft, die ihm nicht zustehen, ist ein Mensch, der zu unrecht auf Kosten anderer lebt. Und er wird allen anderen gegenüber, die für ihn gearbeitet haben, eines Tages schuldig sein. Wir müssen die Werte von Halal-Geld, erlaubten Wirtschaften, in den Vordergrund stellen. Wir müssen das Leben auf Pump auf ein unvermeidbares Minimum reduzieren! Wir müssen gute Nachbarschaft pflegen. Ja, es gibt noch so viel, was wir tun müssen und was wir tun können. Und jeder ist in dem Maß mitverantwortlich, in dem er sich verbessern kann! Und die Selbsterziehung ist die schwierigste. Aber die Erziehung der Gesellschaft beginnt bei einem Selbst!

Imam Chamene’i hat das laufende Jahr zum Jahr des Wirtschafts-Dschihads erklärt. Seine Wahrhaftigkeit und die Bedeutung seiner Heiligkeit kann durch das Wirken der diesbezüglichen Kräfte in der Welt erkannt werden und das, ohne dass ein einziger Muslim beteiligt ist. Die Aufforderung beinhaltet aber auch aktive Elemente für uns Muslime, und die liegen im Dschihad-un-Nafs, der großen Anstrengung gegen das Böse in uns selbst bzw. die Überwindung des “Selbst“. Wir müssen der Gesellschaft vorleben, dass im Dienst an der Menschheit um Gottes Willen die größte Verwirklichung des Menschen liegt, und wenn uns das gelingt, dann ist das das endgültige Todesurteil für den Kapitalismus ohne Gefahr der Wiederauferstehung! Und viele Menschen werden sich mit uns freuen, wenn wir alle gemeinsam weg vom Kapitalismus zurück zur Menschlichkeit finden.




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