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Re: Imam Türkyilmaz, Professor Finkelstein und das Schweigen der Mehrheit

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Von Brigitte Queck am 25. Februar 2010 00:14:40:

Als Antwort auf: Imam Türkyilmaz, Professor Finkelstein und das Schweigen der Mehrheit von Malcolm Sylvers am 24. Februar 2010 21:56:02:

Sehr geehrter Herr Imam Türkyilmaz !
Sie haben mir aus dem Herzen gesprochen.
Natürlich gibt es Personen, Gruppen und Vereine, auch in Deutschland, die versuchen, aktiv Widerstand gegen die
derzeitige Innen-und Außenpolitik dieser Bundesregierung zu praktizieren.
Aber Sie haben völlig Recht, es sind viel zu wenige, auch weil sie wissen, dass sie dann eventuell ihren Arbeitsplatz verlieren, wenn sie ihren Protest öffentlich machen, so wie es 2 Personen aus unserer Gruppe erging !
Unser Verein gehört zu diesen kleinen Gruppen in Deutschland, die seit nunmehr 11 Jahren wöchentlich gegen Krieg und Besatzung Antikriegsmahnwachen mit Verteilung von Flugblättern und Informationsmaterial mitten im Herzen von Berlin sowie monatlich stattfindende Vorträge und Diskussionsabende zu Länderthemen bzw. "heißen" Problemen, organisieren.
Außerdem haben wir zig Protestbriefe an Politiker, Parteivorsitzende und Organisationen gesandt.
Natürlich haben solche Gruppen, auch unsere, keine Medien, Zeitungen hinter sich und so bleiben diese kleinen Aktivitäten oft unbemerkt.
Auch zur Ausladung von Herrn Finkelstein haben wir einen Protestbrief an die Rosa -Luxemburg-Stiftung gerichtet.
Hier ist er:


An die
Rosa Luxemburg –Stiftung
Gesellschaftsanalyse
und Politische Bildung e.V.
- Vorstand und Geschäftsführung -

Potsdam /Berlin, 22.02.2010


Sehr geehrte Damen und Herren,

wie wir erfuhren, hat die Rosa Luxemburg-Stiftung ihre Raumzusage für einen Vortrag von Norman G. Finkelstein, die unter dem Motto stehen sollte : „Israel, Palästina und der Goldstone-Bericht über den Gaza-Krieg“ zurückgezogen.
Heinz Vietze, Vorstandsvorsitzender der Rosa Luxemburg – Stiftung und Florian
Weis, geschäftsführendes Vorstandsmitglied, griffen zu der fadenscheinigen Begründung, dass sie die „politische Brisanz“ dieses Vortrages unterschätzt hätten.
Wir meinen, eine Stiftung, die den Namen Rosa Luxemburgs trägt, die stets mutig und mit spitzer Zunge und Feder die Gebrechen des kapitalistischen Systems angeprangert hat, sollte sich ihrer Namensgeberin würdig erweisen !
Was will die Rosa Luxemburg-Stiftung mit ihrer Absage an einen Juden, dessen Verwandtschaft von den Nazis in deutschen KZs umgebracht wurde, damit demonstrieren ?
Ein Katzbuckeln vor der derzeit militanten Regierung Israels, gegen die vor einigen Jahren in Tel Aviv selbst Hunderttausende von Juden auf die Strasse gegangen sind ?!
Wir als „Mütter gegen den Krieg Berlin-Brandenburg“ verurteilen eindeutig und mit aller Entschiedenheit diese, nicht nur für Linke, sondern alle Deutschen, beschämende Reaktion der Rosa Luxemburg-Stiftung !
Andersdenkende zu achten und zu Wort kommen lassen, sollte das Motto der Rosa Luxemburg-Stiftung sein, die sich natürlich auch stets fragen sollte, ob sie immer der Hauptforderung Rosa Luxemburgs, der konsequenten Anprangerung des Kapitalistismus als potentieller Kriegstreiber überall auf der Welt gerecht wird.
Denn andernfalls sollte diese Stiftung ehrenhalber lieber ihren Namen wechseln.
i.A. “Mütter gegen den Krieg Berlin-Brandenburg” Brigitte Queck



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