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Gab es einen Mord an Palästinensern um ihrer Organe willen?

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Von Yavuz Özoguz am 23. August 2009 14:20:15:

Gab es einen Mord an Palästinensern um ihrer Organe willen?

Bei der Diskussion um einen kaum überprüfbaren Vorwurf geraten die eigentlichen offenkundigen Menschenrechtsverbrechen in den Hintergrund.

Derzeit gibt es eine diplomatische Krise in der Beziehung zwischen Schweden und Israel. Eine führende schwedische Zeitung hat einen Bericht veröffentlicht, in dem behauptet wird, dass die israelische Besatzungsarmee Palästinenser ermorde, um deren Organe für Transplantationen jüdischer Patienten zu benutzen. In der Boulevardzeitung Aftonbladet, einem der beliebtesten Zeitungen Schwedens, erschien am Donnerstag, den 18. August ein Bericht von dem Autor Donald Boström, dass israelische Besatzungssoldaten palästinensische Jugendliche in Westjordanland ermordet haben, um deren Organe zu entfernen und zu verkaufen. Im Bericht wurde auch ein Foto gezeigt, das angeblich die Leiche eines 19-jährigen Opfers einer solchen Hinrichtung zeige, die eine lange Naht vom Kinn bis zum Bauch aufweist. Der Bericht stellte zudem eine Beziehung zu dem jüngsten Korruptionsskandal in New Jersey her, in dem gewählte Volksvertreter, Rabbiner und illegaler Organhandel gemeinsam eine Rolle spielen.

Israelische Sprecher und Beamte des Außenministeriums bezichtigten das schwedische Blatt des Antisemitismus und der “Ritualmordlegende“. Es sei daran erinnert, dass der libanesische Sender “Al-Manar“ genau wegen einem Spielfilm in der jener Vorwurf entstand, in ganz Europa verboten worden ist. Damals ging es allerdings “nur“ um die Augen, und das Opfer überlebte, anders als im realen Vorwurf. Um einen “Ritualmord“ handelt es sich aber definitiv nicht, denn – wenn überhaupt – spielen rein materielle Gründe eine Rolle.

Zunächst einmal deutet der Charakter der Meldung allerdings darauf hin, dass hier eine Art “Ablenkungsversuch“ gestartet wurde. Warum sollte jenes Opfer in die Hände der palästinensischen Eltern zurück kommen? Das würde nur dann Sinn machen, wenn man Palästinenser Angst einjagen will, um sie zu vertreiben. Ansonsten hätte jener Körper genau so einfach “verschwinden“ können, wie so viele vor ihm.

Für eine sachliche Analyse der Wirkung jener Meldung kann also jene Meldung wahr oder unwahr sein. Wäre sie wahr, was würde sich an der Grausamkeit ändern, die die Bevölkerung von Gaza während des Gaza-Massakers erfahren hat? Haben nicht später israelische Soldaten berichtet, dass sie willkürlich auf Frauen und Kinder geschossen haben, um sie zu töten? Ist ein Mord weniger schlimm, wenn er “willkürlich“ erfolgt als zu Transplatationszwecken? Und was ist eine Handvoll Fälle von Transplantationsopfern (wenn es sie überhaupt gibt) gegenüber einem Massaker an 1400 Zivilisten? Seither ist über ein halbes Jahr vergangen, und die Bevölkerung des Gaza lebt nach wie vor unter Belagerung! Welcher westliche Staat hat sich dagegen gestellt? Nach wie vor werden Siedlungen im Westjordanland gebaut, nach wie vor Palästinenser vertrieben und schikaniert. Außer dem Lächeln Obamas, mit dem das Ganze nunmehr medientechnisch kaschiert wird, hat sich doch absolut NICHTS zum Guten gebessert für die Palästinenser. Welche westliche Regierung hat sich jemals darum gekümmert? Was also sollte sich aufgrund eines aufgedeckten Kriminalfalls ändern? Selbst wenn der Bericht stimmen würde, wäre er ein Einzelfall, ganz anders als das gemeinschaftliche Massaker über ein halbes Jahrhundert an der palästinensischen Bevölkerung, das unaufhörlich fortgesetzt wird, nur heute mit anderen Mitteln.

Was allerdings nach der Enthüllung in der schwedischen Zeitung im Internet geschah, ist durchaus nachdenkenswert. Zunächst einmal wurde der englische Wikipaedia-Eintrag des Autors Donald Boström “bearbeitet“. Es wurde behauptet, dass finnische Zeitungen behauptet hätten, er habe eine sexuelle Beziehung zu seiner eigenen Mutter und sei zudem pädophil. Jene absolut frei erfundenen Behauptungen wurden ab dem 21.8.2009 mit Nachdruck in die Internetseite eingepflanzt. Innerhalb von nur zwei Tagen gab es sage und schreibe über 30 Änderungen in seiner kurzen Vorstellung, bis Wikipaedia eingriff und weitere Veränderungen sperrte, nachdem sie die üblen Verleumdungen gegen den Autor entfernt hatten. Hier war ganz offensichtlich irgendeine Propaganda am Werk.

Noch erstaunlicher war aber das, was in der deutschen Medienlandschaft geschah. Hier wurde nicht etwas der Fall aufgegriffen und dann belegt oder widerlegt, was ja durchaus Sinn gemacht hätte. Stattdessen wurde nur kurze Zeit nach der schwedischen Enthüllung von Spiegel und Springerpresse eine alternative Enthüllung in die Medien gebracht, die jene schwedische Enthüllung “überdeckte“. Da war nahezu zeitlich von einer Deutschen Firma die rede, die mit ukrainischen Leichenteilen handele. Der extreme zeitliche “Zufall“ lässt nichts Gutes über eine angeblich freie Berichterstattung erahnen. Das hat nichts mit Verschwörungstheorie zu tun, sondern mit Machtmissbrauch einiger Medienmacher.

Tatasche ist, dass die systematischen zionistischen Verbrechen nicht skandalöser werden, wenn es jenen Organhandelsfall gegeben haben sollte, und nicht weniger skandalös werden, wenn es ihn nicht gegeben haben sollte. Der eigentliche Skandal besteht darin, dass im 21. Jahrhundert ein westlicher Staat mit Unterstützung der gesamten westlichen Welt ein ganzes Volk unterdrücken darf und kann, ohne dass es ernsthaften politischen Widerstand dagegen gibt.

So lange aber die Westliche Welt glaubt, dass Frieden und Freiheit ohne ein Minimum an Gerechtigkeit möglich ist, so lange die Vertreter des Zionismus glauben, dass sie ihre Unterdrückungs- und Besatzungsmaßnahmen über Jahrzehnte aussitzen können, so lange wird es keinen Frieden im Heiligen Land geben. Wie sehr die Ideologie des Zionismus seinen unmenschlichen und damit auch antijüdischen Charakter dabei offenbart, wird dadurch deutlich, dass Juden im jedem Westlichen Land in größerem Frieden leben können, als in Israel.

Über die Organe des einzelnen Palästinensers können wir uns realistischerweise kein endgültiges Urteil bilden. Aber dass der Zionismus das Herz, die Lunge und alle anderen lebenswichtigen Organe des Friedens tagtäglich mit Füßen tritt, ist derart offenkundig, dass selbst Obamas weiße Zähne es bei seinem Propagandalächeln nicht überstrahlen können.



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