Im Namen des Allgnädigen und Allbarmherzigen Gottes
Von Gott sind wir und zu Ihm ist die Heimkehr (Heiliger Koran,
2:156).
Alle Mitarbeiter des Muslim-Markt sind auch im Namen unserer Leser
dem Allmächtigen und Allbarmherzigen dankbar, die großartige Frau
Prof. Annemarie Schimmel miterlebt zu haben. Es erfüllt uns mit großer
Freude und tiefer Dankbarkeit die Gnade erhalten zu haben, einen derart
edlen Menschen gesehen und gehört zu haben und auch weiterhin ihre
wunderbaren Schriften lesen zu dürfen.
In allen Gemeinschaften und Völkern gibt es von Zeit zu Zeit immer
wieder besonders edle Menschen mit vorbildhaftem Charakter und dem
unbändigen Streben nach Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Wir beten für
diesen aufrichtigen und wertvollen Menschen, dass Sie direkt in die
Barmherzigkeit Gottes aufgenommen werde und von Ihm reichlich belohnt
werden möge für alle guten Werke, die sie in dieser Welt vollbracht
hat und vor allem für die Liebe in ihrem Herzen, mit der sie in dieser
Welt gewirkt hat.
Mit Trauer bestürzt uns die Nachricht, dass Sie uns verlassen hat
und zu ihrem Schöpfer zurückgekehrt ist. Aber mit Dankbarkeit erfüllt
uns die große Hoffnung, dass Sie jetzt in eine bessere Welt einhergehen
wird! Möge Gott der Allbarmherzige in seiner unermesslichen Gnade Frau
Schimmel mit dem Wunder des Ewigen Lebens voller Freude, Hingabe und
Erkenntnis bereichern und ihre diesseitige Demut und Gottesehrfurcht mit
den größten Geschenken im Jenseits erfüllen, wie diese nur vom
größten aller Schenker kommen kann.
Wir bitten alle unsere Leser für diese gütige Frau ein Gebet zu
sprechen und ihr wertvolles Lebenswerk in ehren zu würdigen.
i.A. des Muslim-Markt-Team
Dr. Yavuz Özoguz, 28.1.2003
Abschiedsgruß des Islamischen Bildungs-
und Kulturzentrum - Österreich
Im Namen Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen
Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer haben wir vom
überraschenden Ableben der zu Recht hochverehrten, prominenten
deutschen Orientalistin und Islamwissenschaftlerin Prof. Dr.Dr.
Annemarie Schimmel erfahren. Da sie vor nicht zu langer Zeit auch unser
'Zentrum' mit einem zahlreich besuchten Vortrag über 'Islamische
Mystikerinnen' beehrt und sich aufgrund der spürbaren Herzlichkeit bei
uns sichtlich wohl gefühlt hat, sind wir auch persönlich betroffen und
fühlen uns verpflichtet, die auch von den Muslimen äußerst
geschätzte 'Meisterin der Islamwissenschaften' mit einem kurzen Nachruf
zu ehren.
Neben vielen anderen Leistungen hat Prof. A. Schimmel sich vor allem
dadurch ausnehmend große Verdienste erworben, dass sie sich ihrem
Forschungsgegenstand nicht nur mit außergewöhnlicher
wissenschaftlicher Akribie und Kompetenz gewidmet hat, sondern auch ihr
Herzblut bei der Übermittlung der islamischen Kultur an das Abendland
schlagen ließ. Durch ihren persönlichen Einsatz und durch ihre warme
Herzlichkeit war sie bekanntlich ein sehr gern gesehener Gast in
verschiedenen islamischen Ländern, in denen sie auch oftmals geehrt
wurde, sie wurde aber vor allem durch die intime Kenntnis der Blüten
der islamischen Kultur zu deren Botschafterin im deutschen Sprachraum
und in der gesamten abendländischen Welt. So war sie durch ihre
zahlreichen Schriften und Vorträge, besonders aber durch durch die
Eigenart und Einmaligkeit ihrer Persönlichkeit zur liebenswerten
Verkörperung und zum lebendigen Symbol des unaufhaltsamen Dialogs der
islamischen und abendländischen Kultur, vor allem im deutschen
Sprachraum, geworden, auch nach und trotz des 11. Septembers, und sie
wird in diesem Sinn hoffentlich lang über ihren Tod hinaus wirksam
bleiben und viele anregen, ihren Spuren zu folgen.
Mit der bekannten Aye aus dem Heiligen Qur'an schließend, "von
Gott kommen wir, und zu Ihm kehren wir zurück" gedenken wir der
Verstorbenen in aufrichtiger Verehrung und stellen sie der
Barmherzigkeit des Allerbarmers anheim.
Islamisches Bildungs- und Kulturzentrum - Österreich. 28.1.2003
"Wir gehören Allah, und zu Ihm kehren wir zurück" (Koran,
2:156)
Mit großer Bestürzung und Trauer gibt der Zentralrat der Muslime in
Deutschland das Ableben von Frau Professor Dr. Dr. h.c. mult. Annemarie
Schimmel bekannt.
Durch ihren Tod verliert der Zentralrat ein hochgeachtetes Mitglied
seines Beirats. Ihr Hinscheiden ist darüber hinaus ein Verlust für
alle Muslime. In einem langen, arbeitsreichen Leben hat Frau Professor
Dr. Schimmel unermüdlich für ein besseres Verständnis zwischen
Muslimen und Nicht-Muslimen gewirkt. Sie war wie kaum jemand anders
aufgrund ihres umfassenden Wissens berufen, Missverständnisse über den
Islam abzubauen und Brücken zwischen der Welt des Islam und der
westlichen Welt zu schlagen.
Was Frau Professor Dr. Schimmel den Muslimen aber besonders nahe
gebracht hat, war die große Wärme, mit der sie stets über den Islam
und die Muslime sprach und schrieb. In ihr waren "ilm-wa-ishq",
Wissenschaft und Liebe zum Gegenstand ihrer Studien, auf besonders
glückliche Weise verbunden.
Es dürfte kein muslimisches Land geben, in dem ihr Ableben nicht
zutiefst betrauert werden wird.
Frau Professor Dr. Schimmel hinterlässt eine schmerzende Lücke im
Dialog der Kulturen, der ganz besonders in der heutigen Zeit von so
großer Bedeutung für den Frieden in der Welt ist.
Zentralrat der Muslime in Deutschland
Eschweiler, 27.01.2003
- Die SCHURA in Hamburg schloss sich am 29.1.2003 der obigen
Botschaft an!
Pressemitteilung zum Tode Frau Professor Annemarie Schimmels
Bonn, 28.01.2003
Mit tiefer Betroffenheit erfuhren die Mitgliedsverbände des
Islamrates für die Bundesrepublik Deutschland vom Ableben Prof. Dr.
Annemarie Schimmels.
Die Bundesrepublik Deutschland verliert mit Frau Schimmel eine
Grenzgängerin zwischen westlicher und östlicher Kultur, die es
Verstand mit ihrem profunden Wissen gegenseitige Vorurteile abzubauen.
Im Islamrat haben wir Frau Schimmel als liebenswürdige
Dialogpartnerin gerne zu Veranstaltungen, Lesungen und Vorträgen
empfangen. Mit ihrer leisen Art und ihrem stets offenem Ohr für die
Nöte und Sorgen der Menschen gewann sie Herzen der Muslime, die in ihr
die Gelehrte und den Menschen verehrten.
Und so fällt uns der Abschied von ihr schwer, den sie
hinterlässt eine große Lücke.
Ali Kizilkaya
Ratsvorsitzender
Annemarie Schimmel verstorben (1922-2003)
Mit tiefer Trauer haben wir vom Ableben der fundierten Islamkennerin
Prof. Dr. Dr. h.c. mult Annemarie Schimmel erfahren. Sie war eine große
Kennerin des Islams, verehrt und geachtet von Muslimen, wie
Nicht-Muslimen. Durch ihre zahlreichen Bücher, Übersetzungen und
Artikel hat Sie einen wesentlichen Beitrag zum besseren Verständnis des
Islam im Westen beigetragen.
Die am 7. April 1922 in Erfurt geborene Wissenschaftlerinl bekam im
Mai 1995 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels den Friedenspreis
für ihr Lebenswerk zuerkannt.
Dr. Murad W. Hofmann, Botschafter a.D., schrieb aus Anlaß ihrer
Biographie Morgenland und Abendland über Frau Schimmel:
Wer auch nur einige ihrer über 93 [sic!] Buchveröffentlichungen (in
allen möglichen Sprachen) gelesen hat, kennt Professor Schimmel als
eine hochbegabte, leidenschaftlich wissensdurstige, ungewöhnlich
couragierte, abenteuerhungrige, hochproduktive, humorvolle und ganz
uneitle Frau, aber auch als empfindsame, überaus romantische Dichterin
von tiefer Naturfrömmigkeit. Auch für muslimische Sozial- und
Geisteswissenschaftler ist Frau Schimmel ein geistiges Vorbild im
Bereich Forschung und Lehre und hinterläßt eine nicht zu füllende
Lücke. GMSG Vorstand
Pressemitteilung des Katholisches Stadtdekanats Ludwigshafen
Christlich-Islamische Gedenkfeier zum Tod von Annemarie Schimmel im
Heinrich Pesch Haus, Ludwigshafen
Ludwigshafen. (kah) Die weltweit bekannte Orientalistin und Trägerin
des Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, Prof. Dr. Dr. h.c. mult.
Annemarie Schimmel, starb am 26. Januar in Bonn im Alter von 80 Jahren.
Aus Anlass ihres Todes findet am Sonntag, den 2. Februar 2003, um 17
Uhr eine christlich-islamische Gedenkfeier im Heinrich Pesch Haus,
Ludwigshafen statt.
Gemeinsam mit dem MEVLANA-Zentrum für Sufikultur, Ludwigshafen, und
dem Verein für altorientalische Musik Gayanschala, Mannheim, will das
Heinrich Pesch Haus dem besonderen Engagement von Professorin Annemarie
Schimmel für den christlich-islamischen Dialog gedenken.
"Professorin Annemarie Schimmel war sicher die bedeutendste
Orientalistin und eine der wichtigsten Islamwissenschaftlerinnen unserer
Zeit. Sie hat wesentlich dazu beigetragen Brücken der Verständigung
zwischen Christen und Muslimen zu bauen.", erklärt Pater Wilfried
Dettling SJ, katholischer Islambeauftragter der Diözese Speyer. So sei
gerade heute in einer Zeit, die oftmals von Spannungen zwischen den
verschiedenen Kulturen geprägt ist, der Dialog unerlässlich.
Ihre besondere Verbundenheit zum Heinrich Pesch Haus drückte
Annemarie Schimmel auch in ihrer 2002 erschienen Biografie aus: "Da
waren Vorträge am Heinrich Pesch Haus, dem Jesuitenzentrum in
Ludwigshafen, wo ich gern sprach, um so mehr, als die Patres einige
liebenswerte Katzen hatten, deren eine sich manchmal im Vortragssaal
meine weisen Worte über Mystik oder Dichtung anhörte."
Annemarie Schimmel wurde 1922 in Erfurt geboren und erlernte die
arabische Sprache bereits mit 15 Jahren. Es folgten das Studium der
Arabistik und Islamwissenschaft und die Promotion in Berlin, sowie die
Habilitation 1946 in München. Nach Stationen an den Universitäten in
Marburg, Ankara und Bonn wurde sie 1967 zunächst als Dozentin, ab 1970
als Professorin für indo-muslimische Kultur an die Harvard University
(USA) berufen. 1995 erhielt sie den Friedenspreis des Deutschen
Buchhandels. Sie wurde in zahlreiche in- und ausländische Akademien
berufen und erhielt viele Preise und Auszeichnungen, u.a. die
Ehrendoktorwürde der Universität Teheran. Annemarie Schimmel galt als
profunde Kennerin des Islam und hat mehr als 100 Bücher,
Essaysammlungen und Vorlesungen veröffentlicht und aus dem Arabischen,
Persischen, Türkischen, Urdu und Sindhi übersetzt.
Am letzten Sonntag, dem 26.Januar, verstarb die berühmte
Orientalistikprofessorin und Sufi- Forscherin Annemarie Schimmel im
Alter von 80 Jahren in Ihrem Heimatort Bonn. Sie war in der ganzen Welt
für Ihre Verdienste um die Erforschung des Islam und der islamischen
Mystik (Sufitum) hoch geachtet und geschätzt, was sich insbesondere
auch in mehreren Ehrenprofessuren und Doktorwürden zeigt. Durch ihr
unermüdliches Werk, ihre vielen Bücher und Vortragsreisen ermöglichte
sie den Menschen im Westen einen tiefen Einblick in das Wesen und die
Werte des Islam und förderte damit in außerordentlichem Maße Toleranz
und Verständnis für den Islam im Westen. Der islamische Mystiker
Jalaluddin Rumi mit seiner Liebespoesie und -mystik, deren Zeichen die
Rose ist, lag Ihr besonders am Herzen und sie verbrachte einen großen
Teil Ihres Lebens mit der Erforschung und Übersetzung seiner Werke.
Anläßlich ihrer Beerdigung am kommenden Dienstag,dem 4. Februar 2003
um 12.30 Uhr auf dem Poppelsdorfer Friedhof in Bonn bittet der HAQQANI
TRUST - Verein für junge deutsche Muslime e.V. die in Deutschland
lebenden Muslime , ihrer im Gebet zu gedenken und, wenn möglich, eine
Rose auf ihr Grab zu legen.
Ahmad Abdul-Waddud Weis Ahmad Kreusch
Vorstand HAQQANI TRUST
IM NAMEN DES BARMHERZIGEN UND GNÄDIGEN GOTTES
WIR GEHÖREN ZU GOTT UND ZU IHM KEHREN
WIR ZURÜCK."
( Koran Sure 2,l Vers 156 )
"Der stirbt niemals, dessen Herz in Liebe
lebt.
Verewigt bleibet er in unserem Weltenbuche."
(Hafiz)
Die Nachricht über das Verlöschen des glänzendsten Sterns im
Himmelszentrum der deutschen Orientalistik, der hoch verehrten Frau
Prof. Dr. Annemarie Schimmel, erreicht uns in einer Zeit, als sie im
Strahlenkranz ihres erhabenen Standortes in einem Maße leuchtete, das
dies noch nach Jahrhunderten fortwirken wird.
Im Durcheinander der allgemeinen Informationsflut war sie eine
aufrichtige und geradlinige Botin, die die wahrnehmbare Wirklichkeit und
die nicht wahrnehmbare Wahrhaftigkeit des Lebens von muslimischen Frauen
und Männern in ihrem klaren, die Welt widerspiegelnden Herzen
wiederfand und all dem mit ihrem umfassenden und tiefen Wissen in Wort
und Schrift auf wunderbare Art und Weise Glanz verlieh.
Ohne Zweifel haben die der Kultur zugeneigten Menschen in Deutschland
eine weise und große Islamgelehrte verloren, die mit den ewig
Unvergessenen wie Goethe, Rückert und Rilke in einer Reihe steht und
den muslimischen Frauen und Männern der ganzen Welt eine sehr liebe
Freundin und eine Stütze war, die beinahe ohne Beispiel ist, sodass die
Trauer über diesen großen Verlust über lange Zeit anhalten wird.
Unser aufrichtiges Beileid gilt dem hoch geschätzten deutschen Volk
und da insbesondere den Orientalisten, Islamwissenschaftlem und
Iranisten sowie der ehrwürdigen Universität Bonn, aber auch den
muslimischen Frauen und Männern in Deutschland und der Welt, die ihr
auch weiterhin in innigster Freundschaft verbunden bleiben und mit
größter Begeisterung ihre Werke und lesen werden. Ebenso drücken wir
im Namen der in Deutschland ansässigen Iranerinnen und Iraner unsere
tiefe Anteilnahme bei der Trauerfeier für die große Islamgelehrte und
Freundin des Islam aus.
DIE KULTURABTEILUNG DER BOTSCHAFT DER ISLAMISCHEN REPUBLIK IRAN IN
BERLIN
Bonner General Anzeiger Kultur 4.2.2003
600 Freunde, Weggefährten und Schüler nehmen in einem
Trauergottesdienst in der Bonner Kreuzkirche Abschied von der
Religionswissenschaftlerin und Orientalistin Annemarie Schimmel
Von Sandra Kreuer
Bonn. "Ich bin seit meiner Jugend neugierig, wie es im Jenseits
aussieht. Lasst mich gehen", hatte Annemarie Schimmel fast heiter
zu Freunden gesagt, bevor die 80-Jährige am 26. Januar nach kurzer
Krankheit in Bonn starb. Am Dienstag nahmen rund 600 Freunde,
Weggefährten und Schüler in einem Trauergottesdienst in der
Evangelischen Kreuzkirche - ihrer "Hauskirche" - Abschied von
der Religionswissenschaftlerin und Orientalistin von Weltrang.
Um 9.30 Uhr, eineinhalb Stunden vor Beginn, war die Kirche für die
Gäste geöffnet worden, die sich in zwei Kondolenzbücher eintragen
wollten. In der Umgebung des Gotteshauses hatte sich währenddessen ein
Dutzend Beamter der Bonner Polizei postiert. Nicht aus
"Sicherheitsbedenken", wie Einsatzleiter Uwe Hüngsberg
betonte, sondern "hauptsächlich" zur Regelung des Verkehrs.
Aber so ganz unbeeinflusst von der Gästeliste dürfte der Einsatz
nicht gewesen sein; sie verzeichnete Bonns OB Bärbel Dieckmann, die
Botschafter aus Syrien, dem Senegal, Jemen, Pakistan und Saudi-Arabien,
Aman Hobohm, den ehemaligen Direktor der König-Fahad-Akademie, Verleger
Wolfgang Beck vom Münchner C.H. Beck Verlag oder Saudi-Arabiens
ehemaligen Ölminister Ahmed Saki el-Jamani. Hassan von Jordanien hatte
wegen einer Grippe abgesagt, Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte einen
Kranz geschickt.
Doch waren das auch die einzigen Zufälligkeiten einer Trauerfeier,
über die sich Annemarie Schimmel schon zu Lebzeiten Gedanken gemacht
hatte. Schuberts "Der Tod und das Mädchen" sollte gespielt
werden und die erste Sure des Korans am mit weißen Rosen - ihren
Lieblingsblumen - geschmückten Sarg rezitiert werden. Ein "Zeichen
der Versöhnung zwischen den Religionen" wie es Stefan Wild,
Professor für Semitische Philologie und Islamwissenschaft der
Universität Bonn, in seiner Rede nannte.
Diese Aufgabe, mit der einmal mehr der Ruf Schimmels als
"Brückenbauerin zwischen Orient und Okzident" unterstrichen
wurde, übernahm ihr langjähriger Vertrauter Ahmed Saki el-Jamani, der
bereits am Vortag der Feier am offenen Sarg ein selbst kreiertes Parfum
versprüht hatte. Persönlich geprägt war denn auch die Ansprache von
Pfarrer Gerhard Schäfer, der sich auf den Konfirmationsspruch Schimmels
aus dem Buch des Propheten Jesaja als wichtigen Schlüssel zu ihrer
"enormen Lebensleistung" bezog. "Die auf den Herrn
harren, kriegen neue Kraft; dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler;
dass sie laufen und nicht matt werden; dass sie wandeln und nicht müde
werden."
Pfarrer Schäfer zeichnete die Verstorbene als unermüdlichen
Menschen mit viel Witz und "unerschöpflicher Neugier", der
"den Blick hinter den Vorhang, ins Paradies" wollte. Ihr Tod
hinterlasse eine "Lücke in den Herzen und im Dialog der
Kulturen". Klaus Borchard, Rektor der Bonner Universität,
erinnerte daran, dass Schimmel einst auf die Frage, ob Muslime an den
gleichen Gott wie Christen glauben würden, mit "Es gibt doch nur
einen" geantwortet hätte. Borchard: "Die Uni Bonn verneigt
sich in großer Ehrfurcht und tiefer Dankbarkeit." Als
"Weltbürgerin" kennzeichnete OB Dieckmann Schimmel, als
"Unesco character" würdigte sie der Präsident der
Generalversammlung der Unesco in Paris, Ahmad Jalali. Aman Hobohm
unterstrich, dass "Annemarie Schimmel uns gezeigt hat, dass es noch
etwas anderes gibt jenseits von Kopftuch und Schächten".
Annemarie Schimmel wurde auf dem Friedhof in Poppelsdorf beigesetzt.
Neben ihrer Mutter, die noch auf dem Südfriedhof beerdigt ist und im
Spätsommer umgebettet werden soll, wollte sie ihre letzte Ruhe finden.
Ursprünglich hatte Schimmel ein Grab in Pakistan in Erwägung gezogen.
Rheinpfalz Online Lokales 4.2.2003
Rund 80 Christen und Muslime sind am Sonntagabend ins
Heinrich-Pesch-Haus (HPH) gekommen, um der vor einer Woche gestorbenen
Orientalistin Annemarie Schimmel, Trägerin des Friedenspreises des
Deutschen Buchhandels und regelmäßiger Gast im HPH, zu gedenken. Wir
sprachen mit Pater Wilfried Dettling über die mit dem Mevlana-Zentrum
für Sufi-Kultur und dem Verein für altorientalische Musik Gayanschala
kurzerhand organisierte christlich-islamische Zeremonie.
Herr Dettling, sind Sie mit der Resonanz zufrieden?
Sehr. Die gut 80 Besucher beider Religionen sind aus der ganzen
Region angereist. Die Begrüßung hat Pater Werner Holter übernommen,
Annemarie Schimmels Leben hat Nuredin Sariyildiz von der Ludwigshafener
Aya Sofia Moschee gewürdigt, Halil Cayan vom türkischen Kulturverein
hat aus dem Koran rezitiert und Merdan Gynes vom Islamischen Verein in
Mutterstadt hat über das "Brückenbauen zwischen den
Religionen" gesprochen, um einige Programmpunkte zu nennen.
Wie eng war Schimmels Bezug zu Ludwigshafen?
Sie fühlte sich der Stadt wie dem Jesuitenorden eng verbunden, war
mindestens einmal pro Jahr bei uns zu Gast. Sie war auf dem Laufenden
über unseren christlich-islamischen Dialog und hat ihre besondere
Verbundenheit zum Pesch-Haus auch in ihrer Biografie liebevoll erwähnt.
Sie ist ein Segen für uns alle gewesen. (ala/Archivfoto: Kunz)