Im Namen des Erhabenen  
.Boykott für den Frieden.
 
 

 

Boykottaufruf gegen McDonalds

McDonalds ist das Symbol für Fastfood schlechthin und somit ein Symbol für Essen ohne Dankbarkeit. Darüber hinaus gibt es zusätzliche Gründe, warum Muslime nicht bei McDonalds essen sollten

Links zum Thema

 

USA: Vegetarier verklagen McDonald's wegen Tierfett in Pommes Frites

Gatrix 3.5.2001

SEATTLE (dpa-AFX) - Ein Anwalt in Seattle (US-Staat Washington) hat die Schnellrestaurant-Kette McDonald's wegen der angeblichen Benutzung von Tierfett bei der Zubereitung von Pommes Frites verklagt. Wie die "Seattle Times" am Mittwoch (Ortszeit) berichtet, wirft er dem Konzern vor, seit 1990 seine Kunden mit dem Versprechen, die Pommes Frites seien "vegetarierfreundlich", getäuscht zu haben. Der Anwalt Harish Bharti, ein vegetarisch lebender Hindu, forderte vegetarische McDonald s-Kunden in den USA dazu auf, sich an der Sammelklage gegen den Konzern zu beteiligen. Bis jetzt haben sich drei Kläger gefunden. Er will Beweise in der Hand haben, wonach der Fastfood-Gigant seinem Frittieröl tierischen Talg zur Geschmacksverbesserung zusetzt.

Jahrelang hatte McDonald's bei der Zubereitung von Pommes Frites hauptsächlich tierische Fette benutzt. Aus gesundheitlichen Überlegungen stellte der Konzern 1990 seine Produktion nach eigenen Angaben auf rein pflanzliche Öle um. Eine Sprecherin von McDonald's bestätigte der dpa am Mittwoch, dass "kleinste Mengen von Fleischextrakt" beim Kochen der Kartoffeln verwendet würden. Sie stritt aber ab, dass in den Fast-Food-Restaurants Tierfett beim Frittieren benutzt werde./mu/DP/hn/

USA: Gaststudenten bei McDonald's abgekocht

SPIEGEL ONLINE - 28.08.2002

Sie wollten in den Ferien viel Geld in den USA verdienen, aber daraus wurde nichts: Studenten aus Polen und der Slowakei haben empört ihre Jobs bei McDonald's gekündigt. Wegen enormer Abzüge hatten die Klopsbrater manchen Jobbern exakt null Dollar ausgezahlt.

DDP Fast food, slow payment: Der Lohn reichte nicht mal für einen Doppelklops

In diesem Sommer arbeiteten Peter Kasprzyk und einige andere Studenten aus Polen und der Slowakei bei McDonald's in Maryland. Gelockt habe man sie mit dem Versprechen, sie könnten viel Geld verdienen, "mehr Geld, als ihr euch vorstellen könnt". Also ran an die Buletten: Acht Dollar Stundenlohn sollten sie fürs Klopswenden erhalten. Aber vom ersten Verdienst konnte Kasprzyk, 22, sich nicht einmal das Ein-Dollar-Menü leisten - auf dem Gehaltsscheck prangte eine Null. Das berichtete die Zeitung "Baltimore Sun" über die ernüchternden Erfahrungen osteuropäischer Studenten. Aus Peter Kasprzyks kleinem amerikanischem Traum wurde nichts: Gemeinsam mit vier anderen Studenten teilte er sich eine Zwei-Zimmer-Wohnung. Dafür mussten sie satte 2000 Dollar pro Monat zahlen - normalerweise kostet das Appartement lediglich 750 Dollar. Die Studenten erzählten, dass sie die versprochenen Jobs verloren hätten, wenn sie die Wohnung nicht akzeptiert hätten. Gastfreundschaft sieht anders aus

AFP/DPA McDonald's: Heftige Vorwürfe ausländischer Aushilfen

Aber das war laut "Baltimore Sun" noch nicht alles: Den Studenten wurde auch eine Kaution von 200 Dollar berechnet, weitere Abzüge gab es für die Sozial- und Krankenversicherung - obwohl die Studenten davon eigentlich befreit waren, weil sie über ein offizielles Arbeitsprogramm eingereist waren. Ende Juli hatte Peter Kasprzyk genug: "Die haben uns übers Ohr gehauen", schimpfte er, kündigte und riskierte damit die Kaution für die Wohnung, deren Vermieter nach Informationen der Zeitung McDonald's war. Die Büroleiterin des Regionalbüros in Baltimore hat demnach dieses Jahr rund 400 ausländische Studenten für Ferienjobs in den McDonald's-Filialen in Maryland, Virginia und Columbia angeheuert. "Sie kannten doch die Bedingungen", konterte sie, "niemand hat ihnen den Stift geführt, niemand hat sie zu irgendetwas gezwungen." Lohn = Abzüge: Thanks for nothing Die Studenten schilderten das etwas anders: Sie seien zu einer schnellen Unterschrift unter den Vertrag in englischer Sprache gedrängt worden, hätten 500 Dollar für die Teilnahme am Programm sowie weitere 1000 Dollar für die Flugtickets zahlen müssen. Bei wenig Betrieb im Schnellrestaurant seien sie nach Hause geschickt worden und hätten gar nichts verdient. Laut "Baltimore Sun" bekam Peter Kasprzyk im ersten Abrechnungszeitraum 137,76 Dollar - und die Abzüge betrugen exakt 137,76 Dollar. Wie der Zufall so spielt.

DPA McDonald's-Flugzeug: Komm, flieg in die USA

Inzwischen beschäftigt sich auch das US-Außenministerium mit den Vorwürfen von fünf Studenten gegen die Restaurantkette. In einem Brief an eine US-Senatorin hält ein Mitarbeiter des Ministeriums die Beschwerden nach den Vorermittlungen für "gut begründet". Die Aushilfskräfte bei McDonald's, die inzwischen zum Teil andere Jobs gefunden haben, zählen zu den allein rund 6400 polnischen Studenten, die über das Council on International Educational Exchange (CIEE) einreisten - eine von mehreren Organisationen, die mit staatlicher Genehmigung Arbeitsvisa für die USA ausstellen dürfen. Mit diesen Visa können ausländische Studenten bis zu vier Monaten in den USA arbeiten und einen weiteren Monat reisen. Laut "Baltimore Sun" verhandelt das CIEE inzwischen mit McDonald's, damit die Studenten wenigstens die Wohnungskaution erstattet bekommen.

Risiken und Nebenwirkungen: Das Big-Mac-Imperium

SPIEGEL ONLINE 28.8.2002

Das Big-Mac-Imperium

Am 18. Juli 1984 erschoss der Amokläufer James Huberty in einer McDonald's-Filiale im kalifornischen San Diego 22 Menschen. Ein Horrorszenario, das dem Fritten-Imperium unverdient negative Schlagzeilen einbrachte. Öffentliche Angriffe wegen Rassismus, Ausbeutung oder Umweltzerstörung entbehrten nicht immer einer Grundlage.

Bis an die Zähne bewaffneter Fast-Food-Kunde: Michael Douglas in "Falling Down"

Trotz restriktiver Informationspolitik von Seiten des Managements dringen immer wieder sowohl unappetitliche als auch imageschädigende Geschichten aus dem globalen McDonald's-Haus an die Öffentlichkeit. Die am 16. Januar im italienischen Brescia entdeckte BSE-Kuh kam ausgerechnet aus einem Schlachthaus der Cremonini-Gruppe, dem ausschließlichen Fleischlieferanten für McDonald's in Italien. Für große Aufregung sorgte schon vor Jahren die Entdeckung von Kolibakterien in McDonald's-Produkten. 1982 waren 47 Menschen in Oregon und Michigan betroffen, 1991 kamen mehrere Kunden einer Filiale im englischen Preston ins Krankenhaus - zu kurze Garzeiten hatten die Burger zum Hort der potenziell tödlichen 0157H-Variante des Kolibakteriums werden lassen. Keine Hackfleischbrötchen unter dem Eiffelturm

Italiener und Franzosen haben aus den verschiedensten Gründen ein eher gespaltenes Verhältnis zu dem Marken-Schnellimbiss aus Übersee: In Frankreich gab es schon vor der offiziellen Eröffnung des ersten Hauses in den siebziger Jahren mehrere heimische Fast-Food-Ketten, die mit dem Eindringen des amerikanischen Fritten-Giganten um ihre Umsätze fürchteten. "Crip-Crop", "Dino-Croc" und "Chicken Shop" teilten sich mit der britischen Kette "Wimpy" den nicht nur von "Haute Cuisine" geprägten Markt. Im Gegensatz zu vielen ihrer europäischen Nachbarn schafften es die Franzosen immerhin periodisch, sich dem Big-Mac-Imperialismus zu widersetzen: Pariser Autoritäten verboten 1993 die Errichtung eines McDonald's unter dem Eiffelturm. Am 12. August 1999 schlug José Bové zu: Der Globalisierungsgegner wollte im Kampf gegen industrielle Massenerzeugung von Nahrungsmitteln und "malbouffe", den "Drecksfraß" des amerikanischen Erzfeindes, ein Zeichen setzen - und demontierte in seiner Heimatstadt Millau mit Hilfe seiner Anhänger eine McDonald's-Filiale. "Hamburger sind atheistisch"

Sein beleidigtes ästhetisches Empfinden und ein verwöhnter Gaumen brachten den italienischen Modezar Valentino auf die Barrikaden: Er zog 1989 vor ein römisches Gericht, um die Eröffnung einer Filiale an der Piazza di Spagna zu verhindern - erfolglos. Die Tageszeitung der katholischen Bischofskonferenz "L'Avvenire" titelte Ende letzten Jahres: "Hamburger sind atheistisch" und versuchte nachzuweisen, dass so ein unkatholischer Fleischklops in Brot doch eher ein protestantisches Ding sei, das die christliche Gemeinschaftlichkeit des Mahles untergrabe. Organisationen wie Slow Food warnten vor einer Geschmacks-Gleichschaltung im globalen Dorf, aber vergeblich: Inzwischen fliehen täglich eine halbe Million Italiener den heimischen Pasta-Topf und genießen die Highlights amerikanischer Esskultur.

Gewerkschaftsanhänger per Lügendetektor entlarvt

Unerquicklich ist das von jeher gespannte Verhältnis der McDonald's-Führungsriege zu Gewerkschaften im Allgemeinen und deren Aktivisten im Besonderen. Bei einer Anhörung in einem Labour-Ausschuss in San Francisco sagten McDonald's-Angestellte 1974 aus, dass sie per Lügendetektor über ihre Sympathien für die Gewerkschaft ausgefragt wurden. Manager einer Filiale in Lyon wurden 1994 verhaftet, nachdem sie versucht hatten, Gewerkschaftswahlen zu unterbinden. Sieben Monate Streik führten 1976 in Dublin zur Anerkennung der ITGWU (Irish Transport Workers Union), zwei Gewerkschafter konnten einen Prozess wegen Schikanen am Arbeitsplatz und ungerechter Entlassung gewinnen. Ein Wiesbadener Betriebsrat hatte weniger Glück: Allzu eifrig kämpfte man für 70 Angestellte des Fritten-Imperiums - das Lokal wurde kurzerhand geschlossen, die Kündigungen Ende Dezember letzten Jahres verschickt. "What's wrong with McDonald's?"

Greenpeace-Aktivisten aus London machten sich 1986 daran, die Realität hinter den Kulissen der funktionierenden Burger-Fabriken aufzudecken und veröffentlichten ein sechsseitiges Fact-Sheet mit dem Titel: "Was stimmt nicht bei McDonald's - alles, was Sie nicht wissen sollen". In dem Flugblatt werden dem Konzern Ausbeutung, Umweltzerstörung und Gesundheitsgefährdung vorgeworfen. McDonald's reagierte prompt und strengte ein Verfahren an, das zum längsten Zivilprozess der britischen Geschichte werden sollte. Im September 1990 wurden zwei der Flugblatt-Verfasser, Helen Steel und Dave Morris, wegen Verleumdung angeklagt. Obwohl die Angeklagten den "McLibel-Prozess" verloren und 1997 zu einer Zahlung von knapp 60.000 Pfund verurteilt wurden, stellten die Richter klar, dass einige in dem Flugblatt formulierten Anschuldigungen durchaus der Wahrheit entsprächen. Mindestlöhne - volles Potenzial für wenig Geld.

DPA "Beispielhafte Sozialleistungen" und ein "sprichwörtlich gutes Betriebsklima"

Legendär sind die weltweit konsequent niedrig gehaltenen Einkünfte der McDonald's-Angestellten. Die Londoner Forschungsgruppe "Transnational Information Centre" versuchte schon Mitte der achtziger Jahre, ein wenig Licht in die Personalpraktiken des Unternehmens zu bringen und veröffentlichte die Broschüre "Working for Big Mac". Allein in Deutschland arbeiten rund 53.000 Mitarbeiter, von denen der Marktführer glaubt, dass sie Spaß daran haben, in einem "engagierten Team selbständig zu arbeiten" und "ihr volles Potenzial zu entwickeln". "Beispielhafte Sozialleistungen", so die Pressemeldungen des Konzerns, erzeugten "das sprichwörtlich gute Arbeitsklima wie von selbst". Das mögen die Angestellten mehrerer McDonald's-Filialen in Philadelphia anders gesehen haben: Sie gingen 1989 gerichtlich gegen ihren Arbeitgeber vor, weil er farbigen Mitarbeitern geringere Löhne gezahlt hatte als nicht-farbigen Kollegen in gleicher Position. Der Kampf gegen die Anhebung der Mindestlöhne hat Tradition: Firmengründer Ray Kroc spendete eine viertel Million US-Dollar für Richard Nixons Kampagne zur Präsidentschaftswahl 1972 - eine großzügige Gabe, die später offensichtlich das Interesse der Watergate-Ermittler weckte. Es wird vermutet, dass einige Franchise-Nehmer durch ihre Spende einer Anhebung der Mindestlöhne vorbeugen wollten, die zu diesem Zeitpunkt diskutiert wurde.

Hamburger vom Hadschi

Potsdamer Neueste Nachrichten Wirtschaft 29.10.2001
McDonalds bekommt in Indonesien aus Furcht vor antiamerikanischen Anschlägen ein muslimisches Image
Jay Solomon
Nach den terroristischen Angriffen auf die USA fürchtet der Hamburger-König von Indonesien, großes Chaos. Bambang Rachmadi ist Franchisenehmer von 85 McDonald's-Restaurants in Indonesien - ein Land, in dem 88 Prozent der Bevölkerung Muslime sind. Er weiß, dass seine Filialen eine verlockende Zielscheibe für anti-amerikanische Proteste sind. Und deshalb hat Bambang Vorsorge getroffen und eine Marketing-Kampagne gestartet.
"Im Namen Allahs, Gerechten und Barmherzigen, diese indonesischen McDonald's-Filialen gehören einem aufrechten Moslem" steht auf einem zwei Meter hohen grünen Banner, das er vor seinen Filialen in Djakarta aufgehängt hat. Arabische Schilder an den Kassen versichern den Besuchern, dass jeder Hamburger garantiert "halal" ist - das bedeutet ohne Schweinefleisch, wie es das moslemische Gesetz verlangt. In den McDonald's-Läden treffen Okzident und Orient aufeinander: Die Bestellungen von Big Mäcs, Hamburgern und Fritten werden von islamischer Musik begleitet.
Die US-Angriffe auf Afghanistan haben Herrn Bambang in eine schwierige Lage gebracht. Die anti-amerikanische Stimmung kocht in Indonesien, der größten moslemischen Nation der Welt, wieder hoch. Kleine extremistische Gruppierungen haben laut-stark gedroht, die Amerikaner aus ihrem Land zu "fegen", in dem 210 Millionen Menschen leben. Sie haben sogar gedroht, den US-Botschafter umzubringen. Und die in Indonesien bedeutendste islamische Institution fordert, dass Djakarta die diplomatischen Beziehungen zu Washington abbricht. Extremisten haben eine Kentucky Fried Chicken-Filiale auf der Insel Sulawesi in die Luft gesprengt und angekündigt weitere US-finanzierte Geschäfte zu zerstören.
Für bikulturelle Indonesier wie Bambang Rachmadi brechen schwere Zeiten an. Der Harley Davidson fahrende Ex-Banker hat in Kalifornien studiert und ist ein gläubiger Muslim, der täglich seine Gebete spricht. Als Besitzer eines der "bedeutendsten Wahrzeichen der USA", so nennt er seine McDonald's-Filialen, riskiert der 50-jährige Unternehmer den Zorn derer, die gedroht haben, alle Symbole der amerikanischen Kultur und Finanzmacht zu zerstören.
Dabei seien seine McDonald's-Restaurants mittlerweile mehr indonesisch als amerikanisch, sagt Bambang, der mehr Moslem als Globalisierungsanhänger ist. Seine 8000 Beschäftigten sind Indonesier, die Zutaten für die Speisen (auf der Karte stehen auch Huhn und Reis) kommen zum größten Teil aus Indonesien, und nur fünf Prozent des Umsatzes gehen an die McDonald's-Zentrale in Oakpark, Illinois. Bambang erzählt, dass er jeden potenziellen Randalierer zur Rede stelle: "Mit welchem Recht attackierst Du mein Geschäft. Wenn Du mein Geschäft zerstörst, vernichtest Du Arbeitsplätze von Moslems."
Islamische Beschützer
Bambang, der in Djakarta lebt, war gerade bei einer Konferenz in Spanien, als er von den Angriffen in den USA erfuhr. Er habe sofort seine Mitarbeiter in Indonesien angewiesen, sich auf Reaktionen vorzubereiten. Indonesien hat seit dem Sturz von Präsident Suharto im Jahr 1998 mit religiösen und politischen Unruhen zu kämpfen, und die Niederlassungen von McDonald's haben schon oft in der Schusslinie gestanden. Einige Filialen wurden dabei zerstört.
Bambang sagt, die junge Demokratie habe sein Land für Geschäftsleute wie ihn noch unberechenbarer gemacht. "Deshalb musste ich einen Aktionsplan entwickeln." Er startete PR-Aktionen, die der indonesischen Bevölkerung zeigen sollen, dass seine McDonald's in Indonesien das Unternehmen eines moslemischen Indonesiers ist. Als kurz nach den ersten US-Angriffen auf Afghanistan die anti-amerikanischen Proteste begannen, intensivierte Bambang seine Marketingkampagne.
Er stellte vor seinen Filialen Transparente auf, die betonten, dass die Läden nicht Amerikanern, sondern ihm gehörten. Die Transparente waren aus grünem Stoff, der Farbe des Islam. Die Mitarbeiter platzierten - unübersehbar für jeden Gast - Bilder von ihrem Chef und seiner Frau in traditioneller islamischer Kleidung in den Geschäften. Darunter stand geschrieben, dass Bambang ein Hadschi ist, also ein Moslem, der bereits nach Mekka gepilgert ist. Bambang wies seine Angestellten an, moslemische Kleidung zu tragen, die weiblichen Angestellten bekamen Kopftücher verpasst. Außerdem heuerte er aus lokalen islamistischen Gruppen Sicherheitskräfte an. Um die Glaubwürdigkeit dieser Maßnahme zu unterstreichen, wies er die gemieteten Muskelpaketen an, Arabisch, die Sprache Mohammeds, zu sprechen - die meisten Indonesier sind des Arabischen nicht mächtig.
Bambang räumt zwar ein, dass er einige Bedenken hatte, das Glaubensthema so in den Vordergrund zu stellen. Aber er fühle sich verpflichtet, seine Läden und sein Personal zu schützen. Dabei hilft ihm, dass er das Wohlwollen der islamischen Führer genießt: Schon seit Jahren übernimmt er während des Ramadan kostenlos die Essensversorgung in den Moscheen. Zusätzlich stiften seine Filialen Ziegen, die in religiösen Zeremonien geopfert werden - und das obwohl Ziegen in Bambangs Restaurants nicht auf dem Speiseplan stehen. "Die McDonald's-Filialen gehören nicht den Amerikanern, sondern sind das Eigentum eines moslemischen Indonesiers", sagt Mohammed Ansorr, ein führendes Mitglied der Syuhada Moschee im Zentrum von Yogyakarta. Angehörige dieser Moschee essen in der örtlichen McDonald's-Filiale regelmäßig zu Abend, wenn sie ihr tägliches Fasten nach Sonnenuntergang unterbrechen: Hühnerfleisch und Reis, ein typisches Angebot in den indonesischen McDonald's-Läden.
Durch Bambangs Kampagne ließen sich jedoch nicht alle Indonesier beschwichtigen. Am Mittag des 10. Oktobers marschierten rund 100 Mitglieder des islamischen Studentenverbandes vor der McDonald's Filiale in Yogyakarta auf. Sie trugen Spruchbänder mit der Aufschrift "Boykottiert US-Produkte" und versuchten den Eingang zu blockieren. Filialleiter Desrianto, der wie viele Indonesier nur einen Namen hat, hatte zu diesem Zeitpunkt das grüne Banner noch nicht angebracht. Er versuchte die Meute zu beruhigen und erklärte den Studenten die Bedeutung seiner Filiale für die einheimische Wirtschaft.
Doch die jungen Leute ließen dieses Argument nicht gelten. "Der Neokolonialismus verbreitet sich durch solche internationale Unternehmen und er ist Brutstätte sozialer Ungerechtigkeit", sagt Maruf Asli Bahketi, der Anführer der Studenten. Der Protest endete zwar friedlich, doch Desrianto hat nun Vorsorge getroffen. Er hat die Kabah-Jugendorganisation angeheuert, um in der Filiale für Ruhe zu sorgen. Die Kabah fordert die Einführung islamischen Rechts in Indonesien und bekämpft eigentlich alle abendlichen Vergnügungsstätten, die ihrer Meinung nach gegen den Islam verstoßen.
Jetzt beschützen Kabah-Mitglieder in ihren schwarzen Uniformen die McDonald's Filiale in Yogyakarta. "Wir wollen anarchische Zustände verhindern", sagt Kabah-Kommandeur Lutfi Muhamad. Er sitzt in seinem Wohnzimmer, an der Wand hängt ein Bild des verstorbenen Ayatollah Khomeini. An anderen Orten Indonesiens hat die anti-amerikanische Stimmung zwar etwas nachgelassen, dennoch hat die Regierung von Präsidentin Megawati Sukarnoputri einige islamistische Extremisten verhaften lassen, um die amerikanischen Bürger in Indonesien zu schützen. In den Medien wird zur Zeit diskutiert, wie stark die indonesische Wirtschaft geschädigt würde, wenn Djakarta der Forderung islamischer Radikaler nachkäme, die diplomatischen Beziehungen zu Washington abzubrechen. Viele lehnen es nach wie vor ab, Bambang Rachmid zu glauben, dass McDonald gut für Indonesien sei. Der Studentenführer Maruf sagt, die Schleier, die Gebetsmusik und die Plakate in den McDonald's-Filialen brächten ihn zum Lachen. "Das beweist, dass Bambang die wirklichen Probleme in diesem Landes nicht mehr versteht."
Aus dem Wall Street Journal. Übersetzt und gekürzt von Dagmar Rosenfeld.

Senden Sie e-Mails mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: info@muslim-markt.de 
Copyright © seit 1999 Muslim-Markt